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„Sie sind die größte Flachzange“Schlagabtausch im ARD‑Wahlstudio – Moderator muss eingreifen

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Alice Weidel (r.) und Tino Chrupalla (l.), die Bundesvorsitzenden der AfD, kommen am Montag (7. September) zusammen mit Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, in die Bundespressekonferenz. Zuvor geriet Chrupalla in einen Schlagabtausch im ARD-Studio.

Alice Weidel (r.) und Tino Chrupalla (l.), die Bundesvorsitzenden der AfD, kommen am Montag (7. September) zusammen mit Ulrich Siegmund, AfD-Spitzenkandidat in Sachsen-Anhalt, in die Bundespressekonferenz. Zuvor geriet Chrupalla in einen Schlagabtausch im ARD-Studio. 

In der ARD-Runde zur Landtagswahl attackiert Linken-Chef Luigi Pantisano Tino Chrupalla. Der AfD‑Chef kontert.

Der Wahlausgang in Sachsen-Anhalt sorgt auch in TV-Studios für harte Auseinandersetzungen: Linken-Chef Luigi Pantisano ging am Sonntagabend den AfD-Vorsitzenden Tino Chrupalla in einer ARD-Sendung zur Landtagswahl hart an. „Herr Chrupalla, Sie sind die größte Flachzange, die in Berlin rumläuft“, warf Pantisano dem AfD-Chef an den Kopf. „Im Gegensatz zu Ihnen weiß ich, was wenigstens eine Flachzange ist“, entgegnete Chrupalla. Er habe bereits 25 Jahre gearbeitet.

Pantisano ließ derweil die nächste Frontalattacke folgen: „Sie lügen einfach nur die ganze Zeit, von morgens bis abends. Sie sind einfach nur verlogen“, hieß es vom Linken-Chef in Richtung des AfD‑Politikers.

Schlagabtausch in der ARD: „Ein bisschen die Form wahren“

SPD-Generalsekretär Tim Klüssendorf reagierte unangenehm berührt – und kommentierte den Schlagabtausch. „Ich finde es gerade ein bisschen unerträglich. Ich glaube, das Letzte, was die Leute jetzt wollen, ist, dass wir uns hier gegenseitig beschimpfen“, sagte er und bat Moderator Markus Preiß, die Gesprächsführung wieder zu übernehmen. „Ich möchte Sie bitten, ein bisschen die Form zu wahren“, mahnte Preiß.

Eine Flachzange ist ein Werkzeug zum Greifen oder Halten von Dingen. Der Begriff spielte zuletzt mehrfach eine Rolle. Erst hatte AfD-Co-Chefin Alice Weidel alle Regierenden in Deutschland pauschal als „Flachzangen“ bezeichnet.

„Flachzange“ wird zum Kampfbegriff

Später nannte der sachsen-anhaltische AfD-Spitzenkandidat Ulrich Siegmund Noch-Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) politisch eine „Flachzange“. Auf die Frage, ob er diese Bezeichnung für seinen Kontrahenten verwenden würde, unterschied Siegmund zwischen Mensch und Politik: „Menschlich nicht, politisch ja.“

Chrupalla attackierte in der ARD-Runde nun vor allem Friedrich Merz – jedoch ohne den Begriff „Flachzange“ dabei zu verwenden. Der Kanzler habe die Ostdeutschen als „Wutbürger“ beleidigt, erklärte Chrupalla. Dies sei „arrogantes Gehabe von einem Bundeskanzler, der die Ostdeutschen immer noch nicht akzeptiert hat im gesamten Deutschland“, erklärte der AfD‑Politiker. „Er kann abtreten. Dieser Bundeskanzler hat fertig.“

AfD-Chef Chrupalla: „Die Brandmauer ist abgewählt worden!“

Chrupalla nutzte seinen Auftritt in der ARD am Sonntagabend unterdessen auch, um zu verkünden: „Die Brandmauer ist abgewählt worden!“ Der AfD-Chef kündigte zudem an, allen anderen Parteien die Hand ausstrecken zu wollen. Linken-Chef Panisano schloss daraufhin eine Zusammenarbeit mit der AfD sofort kategorisch aus.

„Wir würden noch nicht mal darauf reagieren“, erwiderte Pantisano. „Es ist undenkbar für uns, einer rechtsextremen Partei auch nur die Hand zu geben – geschweige denn, ins Gespräch zu kommen“, zitierte etwa die „Welt“ den Linken-Politiker.

„Wir werden mit den Extremen nicht zusammenarbeiten“

Auch CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann, ebenfalls Teil der TV-Runde, wies Chrupallas Vorstoß umgehend zurück. „Für uns ist völlig klar: Wir werden mit den Extremen nicht zusammenarbeiten“, erklärte die CDU‑Politikerin. Die AfD wolle „ein völlig anderes Gesellschaftsmodell“, fügte sie hinzu, betonte jedoch, dass auch die Linke in ihren Augen „ein schweres Antisemitismus-Problem“ aufweise. 

Nach dem vorläufigen amtlichen Endergebnis der Landtagswahl kam die AfD auf 43,8 Prozent, die CDU auf 17,2 Prozent, die SPD auf 9,3 Prozent, die Grünen auf 8,9 Prozent, die Linken auf 8,6 Prozent und das BSW auf 5,3 Prozent. Damit hat die in Sachsen-Anhalt gesichert rechtsextreme AfD keine absolute Mehrheit für eine Alleinregierung. Das BSW hat als einzige Partei signalisiert, die AfD punktuell zu unterstützen. (mit dpa)