In Rom forderten Tausende „Remigration“. Ex-General Vannacci gründete eine neue rechte Partei mit Kontakten zur AfD.
Faschistische Grüße in RomTausende bei rechter Demo, Ex-General gründet neue Partei

Eine von rechtsextremen Gruppen organisierte Demonstration findet in Rom statt.
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In Rom haben am Wochenende zwei Ereignisse Tausende von Personen auf die Straße gebracht: ein Protestmarsch unter dem Motto „Remigration und Rückeroberung“ sowie der Gründungskongress einer neuen Partei des rechten Spektrums. Während Unterstützer einer rigideren Migrationspolitik durch die italienische Metropole marschierten, kam die neue Gruppierung Futuro Nazionale (Nationale Zukunft) des früheren Generals und Politikers Roberto Vannacci zu ihrer ersten Versammlung zusammen.
Behördlichen Informationen zufolge marschierten am Samstag rund 4000 Personen mit einem Transparent, das die Worte „Remigration und Rückeroberung“ trug, durch das Zentrum von Rom. Manche der Teilnehmenden zeigten den faschistischen Gruß mit ausgestrecktem rechten Arm und skandierten „Duce! Duce!“, was sich auf den Diktator Benito Mussolini (1883-1945) bezieht. Der Aufruf zu dieser Demonstration stammte unter anderem von rechtsextremen Organisationen.
Forderung nach Ausweisung auch von regulären Migranten
Der von Rechtsextremisten genutzte Begriff Remigration impliziert für gewöhnlich die Forderung, dass eine erhebliche Anzahl von Personen mit ausländischen Wurzeln das Land verlassen muss – notfalls unter Zwang. An dem Protestmarsch beteiligten sich ebenfalls Repräsentanten der neofaschistischen Organisation CasaPound. Ihr Sprecher, Luca Marsella, äußerte laut italienischen Medienberichten, man beabsichtige, „irreguläre Migranten und auch reguläre loswerden, weil wir politisch nicht korrekt sind“.
Der Demonstrationszug zog unter massiver Polizeipräsenz langsam durch den Stadtteil Prati. Sämtliche Querstraßen wurden mit Polizeiwagen abgeriegelt, während Helikopter und Drohnen den Luftraum überwachten. Es gab auch Gegenprotest. Vor dem Kolosseum kamen Teilnehmende einer Gegenveranstaltung zusammen und präsentierten ein Transparent mit der Botschaft „Fuck remigration“.

Der Protest steht dem Motto «Remigration und Rückeroberung».
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Neue Partei „Futuro Nazionale“ mit Verbindungen zur AfD
Parallel dazu wurde in Rom der Gründungskongress der neuen rechten Gruppierung Futuro Nazionale von Roberto Vannacci abgehalten. Er sagte: „Früher durfte man das Wort Remigration nicht sagen, jetzt sagen sie uns, man könne es nicht machen, weil man keine Staatsbürgerschaft entziehen könne.“ An dem Treffen waren rund 1500 Delegierte beteiligt.
Aktuelle Umfragen sehen die Bewegung, welche auch Kontakte zur AfD unterhält, bei ungefähr vier Prozent. Vannacci betonte, dass er seine und die Standpunkte der Partei nicht mäßigen werde. Er erklärte, dass die Gruppierung gerade aufgrund dieser Haltungen Zuspruch erhalte. „Wir schämen uns nicht, es zu sagen, und ich bitte euch sogar, es auch zu sagen: Italien den Italienern!“
Zu Beginn des Jahres hatte sich Vannacci nach einem Konflikt von der rechtspopulistischen Lega-Partei des Vize-Premiers Matteo Salvini getrennt. Laut Vannaccis Aussage hat seine neue Partei seither beinahe 100.000 zahlende Unterstützer für sich gewinnen können.

Der Politiker Vannacci hat eine neue Partei gegründet.
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Vannacci für rassistische und homophobe Äußerungen bekannt
In jüngster Zeit positionierte sich Vannacci gegen die Koalition unter Meloni. Er nannte seine Gruppierung die „wahre Rechte“ und kritisierte die Regierung Melonis für eine angeblich zu nachgiebige Politik. Diese Anschuldigungen wurden von Meloni entschieden zurückgewiesen.
Bekanntheit im rechten politischen Spektrum erlangte Vannacci insbesondere durch seine Aussagen, die sich gegen Migranten und Homosexuelle richteten. Er ist zudem Autor des Buches „Il mondo al contrario“ (übersetzt: „Verkehrte Welt“). In diesem Werk stellt er unter anderem die Behauptung auf, dass Minderheiten eine Diktatur etabliert hätten.
Die linke Opposition übte scharfe Kritik an der Versammlung und den dort skandierten Slogans. Der Parlamentarier Angelo Bonelli bezeichnete die Rufe als „abscheuliche Parolen“ und beschuldigte Premierministerin Giorgia Meloni des Schweigens. Meloni regiert seit über dreieinhalb Jahren an der Spitze einer rechten Regierungskoalition. (dpa/red)
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