Abo

FCAS-Projekt gescheitertRüstungs-Chef fordert nun Lehren für die Zusammenarbeit

3 min
Rheinmetall-Panzer

Rheinmetall-Panzer bei einer firmeneigenen Show im Werk in Unterlüß, vorne der Panther-Kampfpanzer. Der dürfte auch auf der Eurosatory zu sehen sein. (Archivbild)

Das deutsch-französische Kampfjet-Projekt FCAS ist gescheitert. Die Rüstungsbranche fordert nun neue Regeln für Kooperationen.

Das Ende des Milliarden-Kampfjet-Projekts FCAS ist besiegelt. Die deutsche Rüstungsbranche fordert nun, daraus Folgerungen für die Zukunft abzuleiten.

Infolge des Misserfolgs beim deutsch-französischen Kampfjet-Vorhaben FCAS verlangt der deutsche Rüstungsindustrieverband, Konsequenzen für kommende Projekte abzuleiten. Das Projekt FCAS müsse man zwar als beendet ansehen, aber andere europäische Gemeinschaftsvorhaben seien nach wie vor realisierbar. Dies erklärte Hans Christoph Atzpodien, der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes der Deutschen Sicherheits- und Verteidigungsindustrie (BDSV), gegenüber der Deutschen Presse-Agentur im Vorfeld der Rüstungsmesse Eurosatory in Paris.

FCAS ist die Abkürzung für „Future Combat Air System“ (künftiges Luftkampf-System). Im Jahr 2017 hatten Deutschland und Frankreich mit dem Milliardenprojekt begonnen, aber keine wesentlichen Fortschritte erzielt. Vor Kurzem erfolgte die offizielle Erklärung, dass das Vorhaben gescheitert ist.

Auch das Großprojekt MGCS ist gefährdet

„Den Gedanken von mehr europäischer Zusammenarbeit wollen und dürfen wir nicht aufgeben“, unterstrich Atzpodien, der ehemals die Marinetochter von Thyssenkrupp leitete. „Wir müssen uns nur noch mehr damit befassen, welche Bedingungen erfüllt sein müssen, damit solche Projekte erfolgreich werden.“ Es sei dabei zentral, die verschiedenen Interessen der involvierten Regierungen und Unternehmen in enger Abstimmung in Einklang zu bringen.

Der europäische Rüstungssektor wird als fragmentiert betrachtet. Von Kritikern wird eine hohe Zahl nationaler Einzelinitiativen beanstandet, was eine unkontrollierte Zunahme verschiedener Waffensysteme zur Folge hatte. Eine zügige und wirksame Herstellung von Rüstungsgütern und damit die bestmögliche Verteidigungskompetenz für Europa wird dadurch behindert.

Für eine intensivere Kooperation starteten Deutschland und Frankreich im Jahr 2017 zwei umfangreiche Vorhaben: das Luftkampfprojekt FCAS sowie das Panzerprojekt „Main Ground Combat System“ (MGCS). Während sich bei FCAS die involvierten Unternehmen nicht einigen konnten, droht auch dem Panzerprojekt ein Misserfolg. Der Vorstandsvorsitzende von Rheinmetall, Armin Papperger, äußerte kürzlich in der „Welt am Sonntag“ die Sorge, dass ein Ausstieg Frankreichs aus dem Projekt bevorstehen könnte.

Das Ziel von MGCS ist es, die Panzermodelle Leopard 2 und Leclerc bis 2040 durch ein neuartiges, plattformübergreifendes Landsystem auszutauschen. In das Vorhaben sind neben Rheinmetall der französische Konzern Thales und KNDS involviert. KNDS entstand aus dem Zusammenschluss des deutschen Panzerbauers Krauss-Maffei Wegmann mit dem staatlichen französischen Rüstungsbetrieb Nexter.

Etwa 100 deutsche Unternehmen bei Messe in Paris

Die zahlreiche Vertretung deutscher Firmen auf der französischen Fachmesse Eurosatory wird vom BDSV betont. „Wir sind mit rund 100 Unternehmen auf der Messe präsent – das zeigt, dass wir uns international präsentieren und vernetzen wollen, wobei wir auch an Kooperationen mit anderen internationalen Partnern interessiert sind“, erklärte Atzpodien.

Die Eurosatory gehört zu den weltweit bedeutendsten Rüstungsausstellungen. Ungefähr 2.600 Aussteller aus 68 Ländern stellen dort zwischen Montag und Freitag ihre Panzer, Artilleriesysteme, Munition, Drohnen sowie andere Verteidigungsprodukte vor. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.