Ein Copilot soll den Kapitän einer Flydubai-Maschine angegriffen haben. Zum Motiv gibt es bislang keine gesicherten Erkenntnisse.
Terror bei FlydubaiDas wissen wir über die gescheiterte Flugzeug-Entführung – viele offene Fragen

Passagiere verlassen eine Maschine von FlyDubai; an Bord befinden sich israelische Fluggäste, die zuvor in einem anderen Flugzeug derselben Fluggesellschaft gereist waren, das in Saudi-Arabien notgelandet war.
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Ein Flug von Dubai nach Tel Aviv wäre am Mittwoch beinahe in einer Katastrophe geendet. Laut israelischer Behörden griff der Copilot der Billigfluggesellschaft Flydubai plötzlich den Kapitän im Cockpit mit einem Messer an. In der Folge verlor die Boeing 737 Max binnen weniger als 30 Sekunden fast 4300 Meter an Höhe. Dass die Maschine schließlich in Saudi-Arabien notlanden konnte, ist bisherigen Schilderungen zufolge dem mutigen Eingreifen von Passagieren, Besatzungsmitgliedern und weiteren Piloten an Bord zu verdanken.
An Bord der Boeing 737 Max waren 174 Passagiere. Laut israelischen Medien waren 166 von ihnen Israelis. Während des plötzlichen Sinkflugs brach in der Kabine Panik aus. Passagiere schilderten, dass sie Schreie und weinende Menschen gehört hätten.
Versuchter Anschlag auf Flydubai-Flug nach Tel Aviv?
Trotz seiner Stichverletzungen soll der Kapitän laut dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu die Cockpittür geöffnet haben. Angeblich konnte der Pilot einen Knopf an seinem Sitz für die Entriegelung drücken. Daraufhin überwältigten Passagiere und Crew-Mitglieder den mutmaßlichen Angreifer.
Der Passagier Yaniv Hayun berichtete, er habe den Mann aus dem Cockpit gezogen und anschließend versucht, den Sinkflug zu stoppen. Ein weiterer Pilot von Flydubai, der sich ebenfalls an Bord befand, übernahm demnach die Steuerung.
Ein zweiter Pilot unterstützte ihn. So konnte das Flugzeug schließlich sicher notlanden. Die Einzelheiten des Ablaufs beruhen bislang auf Zeugenaussagen und den Angaben von Behörden, eine abschließende Rekonstruktion liegt nicht vor.
Boeing-Kapitän in stabilem Zustand – Motiv weiter unklar
Der verletzte Kapitän heißt laut der indischen Botschaft in Saudi-Arabien Smit Machchhar. Er wird in einem Krankenhaus in Tabuk behandelt. Sein Zustand ist stabil, eine ausführliche medizinische Einschätzung steht jedoch noch aus.

Der gefeierte Held: Passagier Yaniv Hayun überwältigte den Copiloten.
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Auch der mutmaßliche Angreifer wurde verletzt. Über weitere Verletzte ist zunächst nichts bekannt. Die Passagiere wurden später mit einem Ersatzflugzeug nach Tel Aviv gebracht. Zur Identität des Copiloten gibt es widersprüchliche und teils unbestätigte Angaben. Ein israelisches Nachrichtenportal berichtete, der Mann stamme aus Oman. Eine offizielle Bestätigung dafür lag zunächst nicht vor.
Frühere Meldungen über die Herkunft der Piloten wurden dementiert oder korrigiert. Der Tatverdächtige wurde nach Angaben Netanjahus festgenommen und von saudi-arabischen Behörden vernommen.
Auch das Motiv ist noch unklar. Israelische Regierungsvertreter sprechen von einem versuchten dschihadistischen Terroranschlag. Das israelische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als Angriff auf Israelis sowie auf die Vereinigten Arabischen Emirate und die Abraham-Abkommen, durch die die Beziehungen zwischen Israel und mehreren arabischen Staaten normalisiert wurden.
Aus Sicherheitskreisen hieß es zugleich, es gebe bislang keinen Hinweis auf eine Steuerung durch einen Staat oder eine Terrororganisation. Die Fluggesellschaft Flydubai erklärte, die Hintergründe des Geschehens seien ungeklärt.

Benjamin Netanyahu mit dem Helden Yaniv Hayun.
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Netanjahu würdigt Besatzung und Passagiere
Sowohl Netanjahu als auch der indische Premierminister Narendra Modi lobten den Mut des Kapitäns. Auch Yaniv Hayun, der eigenen Angaben zufolge im Cockpit eingriff, wurde am Flughafen in Tel Aviv öffentlich gewürdigt.
Ein Zahnarzt, der ebenfalls an Bord war, namens Schota Musajew, leistete dem verletzten Piloten Erste Hilfe. Er betonte, dass sich die Passagiere während des Vorfalls und nach der Landung gegenseitig unterstützt hätten.
Die Rettung des Fluges steht damit im Mittelpunkt der bisherigen Berichte. Was genau den Angriff auslöste, wie sich die Sekunden im Cockpit abspielten und ob es einen politischen oder ideologischen Hintergrund gab, müssen die Ermittlungen klären. (mbr/dpa/afp)
