Frankreich hält angesichts weiterer angekündigter Proteste und Demonstrationen an Ausgangssperren und Beschränkungen für Kundgebungen fest. „Ganz ehrlich gesagt wird sich die Lage in den kommenden Tagen nicht wirklich von dem unterscheiden, was wir bisher gesehen haben“, sagte Innenminister Laurent Nuñez dem Sender BFMTV. Über die Ausgangssperren in etwas mehr als einem Dutzend Städte würden die Präfekten in Abstimmung mit den Bürgermeistern entscheiden.
Auch am Verbot von Demonstrationen in den Innenstädten werde angesichts der Risiken für die öffentliche Ordnung und der Gefahr von Sachbeschädigungen an Geschäften festgehalten, sagte der Innenminister. Am Samstag habe sich in Paris und zahlreichen weiteren Städten erneut gezeigt, dass gewaltbereite Gruppen sich in die Demonstrationszüge eingeschlichen hätten, um diese eskalieren zu lassen. Deshalb werde an Beschränkungen für die Demonstrationsrouten festgehalten.
Viele verletzte Demonstranten und Polizisten
Frankreichweite Demonstrationen gegen hohe Lebenshaltungskosten und für bessere Bildung wurden vor gut einer Woche von schweren Ausschreitungen begleitet. Ein großes Polizeiaufgebot verhinderte am zurückliegenden Wochenende bei erneuten Protesten dann Randale und Schäden in gleichem Ausmaß.

Ein Demonstrant hält in Paris ein Schild mit der Aufschrift „Die Welt gehört uns“ hoch.
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Dennoch gab es nach Angaben des Innenministers eine ähnlich hohe Bereitschaft zur Gewalt, es kam es zu 1435 Festnahmen. 267 Polizeikräfte und über 150 Demonstranten seien verletzt worden.
Für Samstag wurden bereits erneute Demos angekündigt, am 5. November sind ebenfalls Kundgebungen und ein Generalstreik geplant. In Deutschland soll es am 31. Oktober Proteste nach französischem Vorbild geben.
Präsident Emmanuel Macron wurde am Vormittag zu einem zuvor nicht angekündigten Besuch in der Hafenstadt Marseille erwartet, wo es vor gut einer Woche zu schweren Ausschreitungen und zahlreichen Plünderungen von Geschäften gekommen war. Premierminister Sébastien Lecornu wollte sich mit Schülervertretern treffen, um über deren Forderungen nach einer besseren Ausstattung von Gymnasien und mehr Vertretungslehrer zu beraten.

