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Größenvergleich in ChinaSaß Trump auf einem speziell präparierten Sessel neben Xi?

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Donald Trump (l.) und Xi Jinping am Samstag (15. Mai) am Rande des Besuchs im Zhongnanhai-Garten

Donald Trump (l.) und Xi Jinping am Samstag (15. Mai) am Rande des Besuchs im Zhongnanhai-Garten

User in den sozialen Medien spekulieren, ob Trump bei seinem Staatsbesuch in China optisch verkleinert wurde.

Fast zwei Tage lang hat die Weltöffentlichkeit gespannt nach Peking geschaut. US-Präsident Donald Trump wurde mit viel Pomp von Chinas Staatschef Xi Jinping empfangen. Trump sprach anschließend von „fantastischen Handelsabkommen“, die geschlossen wurden. Die Angaben blieben jedoch vage oder spärlich, während es von chinesischer Seite keine offizielle Ankündigung irgendeiner Handelsvereinbarung gab.

Die Chemie scheint aus Sicht von Trump jedoch gestimmt zu haben, denn er pries Xi als „großen Anführer“ und „Freund“. Die Bilder stimmten in jedem Fall: Trump und Xi vor dem Himmelstempel in Peking oder der US-Präsident bei einer Privatvisite in einem ehemaligen kaiserlichen Garten – der 79-Jährige fühlte sich offenbar hinreichend gewürdigt von seinem Gastgeber.

Allerdings warfen einige Aufnahmen auch Fragen auf nach einem Umstand, der zwar eigentlich nebensächlich sein sollte, angesichts der Symbolkraft der Bilder dennoch in den Vordergrund trat: Ist Xi wirklich fast genauso groß wie Trump? Und wie groß ist Trump wirklich? Der US-Präsident wird als 1,90 Meter groß bezeichnet, Xi soll mit 1,80 Meter deutlich kleiner sein. Dies wurde vor allem in den sozialen Medien diskutiert.

Ist Trump kleiner als angegeben oder tricksen die Chinesen?

Auf einigen Bildern scheinen die beiden gleich groß zu sein. Dies führte zu Spekulationen darüber, ob China mithilfe geschickter Kameraeinstellungen und anderer Tricks den Eindruck erwecken wollte, dass ihr Staatsoberhaupt auch optisch dem Amerikaner mindestens ebenbürtig ist. Besonders beim Besuch Trumps im berühmten Zhongnanhai-Garten fiel Usern dies auf. Trump und Xi wurden in der prachtvollen Umgebung auf Sesseln platziert. Trump wirkt jedoch kleiner als Xi. User spekulieren, dass die chinesische Seite Trump eine niedrigere Sitzgelegenheit bereitgestellt habe als Xi.

Ob es sich allerdings um eine Manipulation der Gastgeber handelt, darf bezweifelt werden. Es ist auch einfach sehr gut möglich, dass der schwerere Trump stärker in die Kissen einsank als Xi. Hinzu kommt, dass der Amerikaner sich nach vorne gebeugt hinfläzte, während Xi fast krampfhaft eine aufrechte Haltung beibehielt. 

Auch andere User in den sozialen Medien behaupten, dass die Kameras des chinesischen Staatsfernsehens immer wieder geschickt dafür sorgten, das eigene Staatsoberhaupt gleich groß wie Trump oder sogar größer darzustellen.

In der Tat scheint der Größenunterschied zwischen den beiden Männern nicht allzu gravierend zu sein, wie auf zahlreichen Bildern zu erkennen ist. Auch wenn Trump und Xi sich auf einer Ebene befinden, wirkt es nicht so, als sei Trump rund zehn Zentimeter größer.

US-Präsident Donald Trump (l.) posiert für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping während eines Besuchs im Zhongnanhai-Garten.

US-Präsident Donald Trump (l.) posiert für ein Foto mit dem chinesischen Präsidenten Xi Jinping während eines Besuchs im Zhongnanhai-Garten.

Kurios ist, dass Trump selbst die Körpergröße Xis thematisiert hatte. In einem Interview mit „Fox News“-Moderator Sean Hannity schwärmte der US-Präsident vom Chinesen. „Wenn Sie nach Hollywood gehen und einen Darsteller für einen chinesischen Anführer suchen – er ist genau das. Sie würden keinen Besseren finden“, erklärte Trump. Der 79-Jährige bezog sich auch auf Xis körperliche Erscheinung und erklärte, der chinesische Staatschef sei „sehr groß – besonders für dieses Land, denn die Menschen dort sind tendenziell etwas kleiner.“

Trump begeht diplomatischen Fauxpas

Direkt nach dem Abschluss des Staatsbesuchs warf das Verhalten Donald Trumps allerdings einmal mehr Fragen auf. Der US-Präsident, der kurz zuvor noch das großartige Verhältnis zu China gepriesen hatte, beging an Bord der Air Force One einen diplomatischen Fauxpas. Er werde mit dem Regierungschef Taiwans über ein vereinbartes Waffenpaket sprechen, so Trump. Er müsse mit „der Person“ sprechen, die derzeit „Taiwan regiere“, sagte Trump, ohne einen Namen zu nennen. Taiwans Präsident ist derzeit Lai Ching-te. Es ging dabei um US-Waffenverkäufe an Taiwan, die der US-Präsident nicht ausschloss.

Ein direkter Kontakt zwischen einem US-Präsidenten und hochrangigen Offiziellen in Taiwan ist bislang fast nie öffentlich geworden und gilt gegenüber China, das Taiwan beansprucht, als äußerst heikel. Falls Trump also wirklich zum Hörer greift, könnte das in Peking als Affront gewertet werden, heißt es in einem Bericht der „Tagesschau“.

Später sagte Trump dem Sender Fox News allerdings, er wolle wegen Taiwan keinen militärischen Konflikt mit China eingehen. „Wir suchen keinen Krieg“, sagte Trump. „Wir wollen nicht, dass jemand sagt: ‚Lasst uns unabhängig werden, weil die Vereinigten Staaten hinter uns stehen‘“, so Trump weiter und gab damit auch die chinesische Sichtweise wieder.