Der Sudetendeutsche Tag in Tschechien wird als historisches Signal gefeiert, stößt im Gastland aber auch auf Kritik.
Historischer Tag in BrünnSudetendeutscher Tag erstmals in Tschechien ausgetragen

Bernd Posselt (r), Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, mit dem Schriftsteller Milan Uhde (l), dem diesjährigen Preisträger des Europäischen Karlspreises der Sudetendeutschen, an einem Tisch.
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Mit seinem zentralen Treffen auf dem Areal der Messe in Brünn (Brno) hat der Sudetendeutsche Tag, der erstmalig in Tschechien ausgerichtet wurde, seinen Höhepunkt gefunden. Der bayerische Ministerpräsident Markus Söder (CSU) bezeichnete die Veranstaltung in seiner Rede als „ein großes Friedensfest“. Er wertete dies als einen historischen Tag und ein historisches Signal.
Söder bezeichnete die vertriebenen Sudetendeutschen als „absolute Brückenbauer“, die keine Vergeltung anstrebten. Seit 1950 kommen zu dem traditionellen Pfingsttreffen aus der früheren Tschechoslowakei vertriebene Deutsche sowie ihre Nachkommen zusammen. Die Schirmherrschaft für die Volksgruppe hat Bayern seit 1954 inne.
Posselt: „Botschaft nicht des Hasses, sondern der Liebe“
Eine klare Botschaft formulierte Bernd Posselt, der als Sprecher für die Sudetendeutsche Volksgruppe agiert: „Diese Botschaft ist eine Botschaft nicht des Hasses, sondern der Liebe“. Der CSU-Politiker hob hervor: „Wir sind hier nicht, um etwas zu fordern, wir sind hier, um etwas zu geben.“
Karlspreis an Milan Uhde verliehen
Der tschechische Autor und frühere Dissident Milan Uhde wurde im Rahmen des Treffens mit dem von der Sudetendeutschen Landsmannschaft vergebenen Europäischen Karlspreis geehrt. Posselt würdigte ihn als einen „Herzensfreund der Sudetendeutschen und großen Europäer“.
Die Ehrung wird an Personen verliehen, die sich auf besondere Weise für die Völkerverständigung und die europäische Einigung eingesetzt haben. Benannt wurde die Auszeichnung nach Karl IV. (1316-1378), dem römisch-deutschen Kaiser und König von Böhmen.
Veranstaltung in Tschechien umstritten
Die Durchführung der Vertriebenenveranstaltung stößt im Gastland jedoch auf Kritik. Dem Treffen blieben Minister der Regierung Tschechiens unter dem Rechtspopulisten Andrej Babis fern. Das Abgeordnetenhaus sprach sich überdies in einer Resolution mit Mehrheit gegen die Austragung in Tschechien aus. (dpa/red)
Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs und der nationalsozialistischen Besatzungszeit wurden etwa drei Millionen deutsche Bürger aus der früheren Tschechoslowakei vertrieben. (dpa/red)
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