Die USA feiern 250. Geburtstag. Die anhaltende extreme Hitze macht der Partystimmung aber einen Strich durch die Rechnung. Trump lässt das kalt.
Hitzewelle in den USAParade in Washington abgesagt – Trump lässt das völlig kalt

US-Präsident Donald Trump spricht am 1. Juli während der Eröffnungsfeier der „Theodore Roosevelt Präsidentenbibliothek“ in Medora. Er kündigt an, der Hitze trotzen zu wollen.
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Wegen der Hitzewelle im Osten der USA sind Teile der Feierlichkeiten zum 250. Jahrestag der Unabhängigkeitserklärung der Vereinigten Staaten gestrichen worden. Die für den Samstag geplante alljährliche Unabhängigkeitsparade in Washington wurde wegen „extremer Hitze“ abgesagt, wie die Veranstalter am Freitag (Ortszeit) mitteilten.
Die Veranstaltung „Great American State Fair“ auf der National Mall, der Rasenfläche zwischen Kapitol und Washington-Denkmal, wurde vorübergehend geschlossen, nachdem mehrere Menschen kollabiert waren.
Zu den am Freitag abgesagten Veranstaltungen gehörte auch die „Salute to Independence Semiquincentennial Parade“ in Philadelphia, die als eine der größten Veranstaltungen in den gesamten USA gehandelt wurde. Fast 10.000 Teilnehmende sind hiervon betroffen.
„So sehr uns diese Entscheidung auch schmerzt, wir können eine Veranstaltung dieser Größenordnung und dieses Umfangs unter diesen gefährlichen Hitzebedingungen einfach nicht ausrichten“, sagte Michael DelBene vom Veranstalter Wawa Welcome America, in einer Erklärung gegenüber der BBC.
Rettungsdienste in Washington im Dauereinsatz
In Washington sind für den Samstag Temperaturen von mehr als 38 Grad vorhergesagt, in Zusammenhang mit der hohen Luftfeuchtigkeit könnte die gefühlte Temperatur bis zu 43 Grad betragen. Die Rettungskräfte in Washington stellen sich trotz der Absage auf ein arbeitsreiches Wochenende ein. Am Freitag wurden auf der „Great American State Fair“ bereits mehrere Personen wegen hitzebedingter Erkrankungen behandelt, wie ein Sprecher der Feuerwehr der BBC erklärte. Mindestens elf Personen wurden demnach mit dem Krankenwagen abtransportiert.
US-Präsident Donald Trump hatte indes bereits angekündigt, sich davon nicht von seiner für den Abend geplanten Rede abhalten zu lassen. Diese werde lang ausfallen, nur um zu zeigen, dass er alles machen könne. MAGA-Anhänger feierten Trump für seine Ankündigung, der Hitze zu trotzen.
Trump wiederholte in seiner Ankündigung, die er am 1. Juli während der Eröffnungszeremonie der Theodore Roosevelt Presidential Library in Medora, North Dakota, mehrfach die „107 Grad“ Fahrenheit. Auch seine Rede werde 107 Minuten lang sein, prahlte er. Ganz offensichtlich will er so einen Beweis seiner körperlichen Fitness und Leistungsfähigkeit erbringen.
Trumps Rede zum Unabhängigkeitstag findet am Samstag im Rahmen der Veranstaltung „Salute to America 250 Celebration & Fireworks“ auf der National Mall statt. Die Veranstaltung soll um 19 Uhr Ortszeit beginnen. Die Ansprache wird voraussichtlich um 21:45 Uhr gehalten, das Feuerwerk soll um 22:30 Uhr starten.
Die Behörden warnen vor den Temperaturen im Freien, die lebensbedrohlich werden können. Die Besucher auf der National Mall, die zu Trumps Rede kommen, dürfen keine Speisen und Getränke mitbringen, jedoch ist pro Person eine Flasche Wasser erlaubt. Kostenlose Wasserspender und Sprühnebelstationen stehen während der Veranstaltung ebenfalls zur Verfügung.
160 Millionen US-Bürger von Hitzewarnung betroffen
Dem nationalen US-Wetterdienst zufolge sind etwa 160 Millionen Menschen von Hitzewarnungen betroffen. Laut einer am Freitag veröffentlichten Studie der internationalen Forschungsgruppe World Weather Attribution wäre eine solche Hitzewelle ohne den Klimawandel „praktisch unmöglich“ gewesen. „Zum 250. Geburtstag der USA liefert unsere Studie einen deutlichen Realitätscheck“, erklärte Studienautor Theodore Keeping vom Imperial College London.
Grund für die Hitzewelle in den USA ist eine sogenannte Hitzekuppel - ein großräumiges Hochdruckgebiet, das über der Region verharrt und wie ein Deckel wirkt, der die heiße Luft am Boden einschließt. Solche Wetterlagen gibt es zwar schon immer, infolge des Klimawandels führen sie heute aber zu extremeren Temperaturen. (cme/afp)