Die Holocaust-Überlebende spricht offen über das, was vielen Senioren in Deutschland widerfährt. Heute sehnt sie sich vor allem nach ihrer Familie.
„Da bin ich allein“Charlotte Knobloch klagt über Einsamkeit im Alter

Charlotte Knobloch vermisst ihre Kinder und fühlt sich einsam. (Archivfoto)
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Viele ältere Menschen in Deutschland fühlen sich einsam – darunter auch Charlotte Knobloch. Die ehemalige Präsidentin des Zentralrats der Juden in Deutschland vermisst besonders ihre im Ausland lebenden Töchter und Enkel. Gegenüber der Zeitschrift „Bunten“ sagte die 93-Jährige laut einer Vorabmeldung vom Mittwoch: „Im Judentum ist jeder Freitagabend ein Familienabend – da bin ich allein.“
Demnach sind ihre Töchter und alle Enkel ausgewandert, nur ihr Sohn lebt noch in Deutschland. „Es hätte mir schon gefallen, Kinder und Enkel um mich zu haben“, erklärte die Holocaust-Überlebende, die zu den bekanntesten Persönlichkeiten des Judentums in Deutschland zählt.
Charlotte Knobloch vermisst besonders ihre zwei Töchter und Enkel
Charlotte Knobloch ist eine prominente deutsche Persönlichkeit des öffentlichen Lebens, deren Geschichte von großer Bedeutung ist. Sie wurde 1932 in München geboren und ist Überlebende des Holocaust.
Während des Zweiten Weltkriegs versteckte sie sich als Kind in Bayern, wodurch sie überlebte. Nach dem Krieg engagierte sich die Ehrenbürgerin ihrer Heimatstadt München intensiv in der deutsch-jüdischen Gemeinschaft und in der Erinnerungsarbeit.
Charlotte Knobloch ist eine prominente deutsche Persönlichkeit
Sie war viele Jahre lang Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern und setzte sich für die Aufarbeitung der NS-Geschichte sowie für die Versöhnung zwischen Juden und Deutschen ein. Ein Schwerpunkt ihrer Arbeit war die Dokumentation und Bewahrung von Erinnerungen an den Holocaust.
Knobloch ist auch eine geschätzte Zeitzeugin und hat in zahlreichen Publikationen, Interviews und öffentlichen Auftritten von ihren Erfahrungen berichtet. Sie gilt als wichtige Stimme für historische Aufklärung und gegen Antisemitismus und Rassismus. Ihr Engagement für Toleranz und Verständnis zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen hat ihr großen Respekt in Deutschland und weltweit eingebracht. (mbr)
