Abo

Live

Krieg in Nahost
Hamas ruft „Brüder im Iran“ auf, Angriffe auf Nachbarländer einzustellen

10 min

Israel und die USA setzen ihre Angriffe fort. Der Iran greift unterdessen Öltanker vor der irakischen Küste an. Alle Infos im Liveblog.

Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog. 

14. März 2026

10.56 Uhr: Beim einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Angehörige des Gesundheitswesens ums Leben gekommen. Unter den Opfern befinden sich Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, die zum Zeitpunkt des Angriffs in einer Einrichtung zur medizinischen Grundversorgung im Dorf Burdsch Kalauijeh im Einsatz waren. Dies teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Die Rettungsarbeiten dauern demnach weiterhin an, weshalb eine Erhöhung der Opferzahl nicht ausgeschlossen wird.

Das Ministerium verurteilte den Angriff scharf und erklärte, dieser stehe im klaren Widerspruch zum Völkerrecht, das den Schutz medizinischen Personals ausdrücklich vorsieht. Es handele sich bereits um den zweiten Angriff auf das libanesische Gesundheitssystem innerhalb weniger Stunden. Kurz zuvor waren bereits Sanitäter in einem weiteren Dorf im Süden des Landes Ziel eines Angriffs geworden.

9.26 Uhr: Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat den Iran aufgefordert, die Angriffe auf Nachbarländer einzustellen. Teheran habe zwar das Recht, sich „mit allen verfügbaren Mitteln“ gegen die Angriffe Israels und der USA zu verteidigen, erklärte die Hamas am Samstag. Dies sei mit dem Völkerrecht vereinbar. Auf Angriffe auf Nachbarländer sollten die „Brüder im Iran“ aber verzichten.

Israel und die USA hatten Ende Februar massive Luftangriffe gegen den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.

Die Tötung Chameneis hatte die Hamas, die mit ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den zweijährigen Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte, als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Die Hamas gehört wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen zu der vom Iran angeführten „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.

USA zerstören laut Trump wichtige  Militäranlagen auf Insel Kharg

5.58 Uhr: Die USA haben laut Präsident Donald Trump Militäranlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er „aus Gründen der Anständigkeit“ verzichtet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, warnte die Führung in Teheran jedoch: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er diese Entscheidung „sofort überdenken“. Von der Insel Kharg exportiert der Iran 90 Prozent seines Rohöls.

Der Iran blockiert die für den globalen Ölexport wichtige Meerenge, der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. US-Kriegsschiffe sollen Trump zufolge in Kürze Tanker durch die wichtige Meerenge begleiten. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen, sagte Trump zu Journalisten. Einen genauen Zeitpunkt nannte der US-Präsident allerdings nicht.

13. März 2026

23.52 Uhr: Der Iran hat in der Nacht zum Samstag eine weitere Angriffswelle mit ballistischen Raketen auf Israel gestartet. Iranische Staatsmedien berichteten am Samstag (Ortszeit) kurz nach Mitternacht. Nach Angaben des israelischen Rettungsdienstes Magen David Adom wurde nach ersten Erkenntnissen bei den Raketenangriffen niemand verletzt. Die Polizei erhielt nach eigenen Angaben Hinweise auf Trümmerteile, die im Süden Israels gelandet seien.

Die israelische Armee entdeckte nach eigenen Angaben mehrere aus dem Iran abgeschossene Raketen und aktivierte die Luftabwehr, in mehreren Gegenden des Landes ertönte Luftalarm. Knapp eine halbe Stunde später wurde der Alarm wieder aufgehoben, die Menschen konnten demnach die Schutzräume verlassen.

Erdogan will Türkei aus Iran-Krieg raushalten

20.01 Uhr: Die Türkei soll nach den Worten von Präsident Recep Tayyip Erdogan unter keinen Umständen in den Iran-Krieg hineingezogen werden. Er werde sich von „Provokationen“ nicht mitreißen lassen, sagte Erdogan am Freitag, nachdem kurz zuvor Abwehrsysteme der Nato nach Angaben aus Ankara die mittlerweile dritte Rakete aus dem Iran über der Türkei abgeschossen hatten.

„Zu verhindern, dass unser Land in diese Feuersbrunst hineingezogen wird, ist unsere Priorität Nummer eins“, sagte Erdogan. „Wir handeln mit sehr großer Vorsicht angesichts von Komplotten, Fallen und Provokationen, die darauf abzielen, unser Land in den Krieg hineinzuziehen“, sagte der türkische Präsident. Er stellte eine „angemessene und maßvolle“ Reaktion in Aussicht.

19.37 Uhr: Seit dem Beginn des Iran-Krieges vor zwei Wochen haben einer auf Seetransporte spezialisierten Website zufolge nur 77 Schiffe die Straße von Hormus passiert. Mehr als die Hälfte dieser Schiffe gehöre zur sogenannten Schattenflotte, erklärte „Lloyd's List Intelligence“ am Freitag. Damit sind die häufig veralteten und unter fremder Flagge fahrenden Schiffe gemeint, mit denen insbesondere Russland und der Iran internationale Sanktionen umgehen.

Die seit Monatsbeginn verzeichneten 77 Durchfahrten durch die Straße von Hormus bedeuten „Lloyd's List Intelligence“ zufolge einen massiven Rückgang im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Vom 1. bis zum 11. März 2025 wurden demnach 1299 Durchfahrten registriert.

USA locken mit 10 Millionen Dollar

19.23 Uhr: Im Iran-Krieg haben die USA eine hohe Belohnung zur Ergreifung des neuen iranischen obersten Führers Modschtaba Chamenei ausgesetzt. Das US-Außenministerium teilte am Freitag mit, es würden zehn Millionen Dollar (rund 8,7 Millionen Euro) für Hinweise über den Aufenthaltsort Chameneis oder anderer hochrangiger Verantwortlicher gezahlt.

US-Präsident Trump kündigt „sehr harte“ Angriffe an

16.43 Uhr: Zwei Wochen nach Beginn des Iran-Krieges hat US-Präsident Donald Trump weitere Angriffe für die kommende Woche angekündigt. „Wir werden sie in der nächsten Woche sehr hart treffen“, sagte Trump am Freitag dem Radiosender Fox News. Zugleich sagte er voraus, die iranische Führung werde stürzen, aber „vielleicht nicht sofort“.

Damit setzte der US-Präsident seine wechselhaften Äußerungen über die Strategie im Krieg fort. Noch am Montag hatte Trump den Iran-Krieg für „so gut wie“ beendet erklärt und dies mit der militärischen Schwächung der Islamischen Republik begründet.

USA erhöhen Zahl der Angriffe

15.31 Uhr: Ungeachtet der Sorgen um die Blockade der Straße von Hormus sehen sich die USA im Iran-Krieg weiter auf dem Weg zum Erfolg. Die US-Attacken seien noch mal auf das bisher höchste Niveau gesteigert worden, sagte US-Verteidigungsminister Pete Hegseth am 13. Tag des Krieges. Inzwischen sei auch die militärische Infrastruktur der Islamischen Republik zum Bau ballistischer Raketen weitgehend zerstört.

Hegseth: Irans neuer oberster Führer ist verletzt

14.18 Uhr: Irans neuer oberster Führer, Modschtaba Chamenei, ist nach Angaben von US-Verteidigungsminister Pete Hegseth verletzt. Die USA wüssten, dass er „verletzt und wahrscheinlich entstellt“ sei, sagte Hegseth bei einer Pressekonferenz. Um was für Verletzungen es sich handele und wie es dazu gekommen sei, führte er dabei nicht aus.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht während einer Pressekonferenz im Pentagon.

US-Verteidigungsminister Pete Hegseth spricht während einer Pressekonferenz im Pentagon.

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu hatte am Donnerstag gesagt, der 56-jährige Religionsführer könne „sein Gesicht nicht in der Öffentlichkeit zeigen.“ Chamenei junior soll bei einem israelischen Angriff im Iran verletzt worden sein. Netanjahu deutete mögliche weitere Tötungsversuche an, indem er sagte, er würde „keine Lebensversicherungen“ für die Feinde Israels abschließen.

UN: Fast 22.000 zivile Gebäude im Iran beschädigt

12.37 Uhr: Im Iran-Krieg sind nach Angaben eines UN-Vertreters bislang fast 22.000 zivile Gebäude im Land beschädigt worden. Darunter seien mehr als 17.000 Wohneinheiten, berichtete Salvador Gutierrez, Repräsentant der Internationalen Organisation für Migration (IOM) in Teheran.

Tausende Familien seien vor den Angriffen geflohen, viele davon in den Norden des Iran, hieß es in einer Stellungnahme von Gutierrez. Es sei unerlässlich, den Konflikt zu deeskalieren, um weiteres Leid zu verhindern. „Der Schutz von Zivilisten muss absolute Priorität haben“, sagte er.

Türkei: Erneut iranisches Geschoss von Nato abgefangen

11.52 Uhr: Erneut ist ein aus dem Iran abgefeuertes ballistisches Geschoss nach Angaben des türkischen Verteidigungsministeriums im Luftraum des Landes von einem Nato-Abwehrsystem abgefangen worden. Alle notwendigen Maßnahmen würden entschlossen und ohne zu zögern gegen jede Bedrohung des Staatsgebiets und des Luftraums des Landes ergriffen, teilte das türkische Verteidigungsministerium auf X mit. Das ist damit der dritte Vorfall in der Türkei dieser Art seit der vergangenen Woche. Wo genau die Rakete abgefangen wurde, sagte das Ministerium nicht.

US-Militär: Vier Besatzungsmitglieder bei Absturz von Tankflugzeug

11.31 Uhr: Bei dem Absturz eines US-Tankflugzeugs über dem Westen des Irak sind nach Angaben der US-Armee vier Besatzungsmitglieder ums Leben gekommen. Insgesamt seien sechs Besatzungsmitglieder an Bord gewesen, erklärte das für die Region zuständige US-Militärkommando Centcom am Freitag. Die Rettungsarbeiten nach Absturz am Donnerstag dauerten demnach an. Auch die Untersuchung zur Absturzursache laufe noch.

Das Centcom hatte bereits am Donnerstag erklärt, der Absturz des Flugzeugs vom Typ KC-135 sei nicht durch feindlichen Beschuss oder den versehentlichen Beschuss verbündeter oder der eigenen Truppen verursacht worden. Ein zweites Flugzeug, das in den Vorfall verwickelt gewesen sei, sei sicher gelandet.

Libanon meldet viele Tote bei Angriffen Israels

11.06 Uhr: Bei israelischen Angriffen auf Ziele im Libanon hat es libanesischen Angaben zufolge seit der Nacht mehr als 20 Tote gegeben. Allein in der Gegend der Küstenstadt Sidon seien neun Menschen ums Leben gekommen, darunter fünf Kinder, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit.

Bei weiteren Bombardements im Süden und Osten des Landes wurden demnach weitere 14 Menschen getötet. In Beirut sei eine Person bei einem Angriff auf ein Auto ums Leben gekommen. Die israelische Armee äußerte sich auf Anfrage nicht konkret zu diesen tödlichen Angriffen.

Serie heftiger Explosionen erschüttert Teheran

8.22 Uhr: Eine Serie schnell aufeinanderfolgender Explosionen hat am Freitagmorgen die iranische Hauptstadt Teheran erschüttert. Die ungewöhnlich heftigen Explosionen ereigneten sich gegen 10.00 Uhr Ortszeit (07.30 Uhr MEZ), wie zwei Journalisten der Nachrichtenagentur AFP berichteten. Die im Norden und im Zentrum Teherans gelegenen Wohnungen der beiden Journalisten, die mehrere Kilometer auseinander liegen, bebten bei den Explosionen.

Eine dicke Rauchwolke steigt aus einem Öllager auf, das in Teheran, Iran, von einem US-israelischen Angriff getroffen wurde. (Archivbild)

Eine dicke Rauchwolke steigt aus einem Öllager auf, das in Teheran, Iran, von einem US-israelischen Angriff getroffen wurde. (Archivbild)

Am 14. Tag des Iran-Krieges war es zunächst unklar, welchen Zielen die Angriffe in Teheran galten. Ein AFP-Journalist sah zwei schwarze Rauchwolken über dem Osten und dem Norden der Stadt aufsteigen. Die USA und Israel hatten am 28. Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag töteten sie den obersten Anführer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.

Gebäude in Dubai von Trümmern getroffen

7.10 Uhr: Ein Gebäude im Zentrum von Dubai in den Vereinigten Arabischen Emiraten ist von herabfallenden Trümmern eines abgefangenen Geschosses getroffen worden. Bei dem „geringfügigen Vorfall an der Fassade“ des Gebäudes sei niemand verletzt worden, erklärte das Medienbüro der Metropole am Freitag im Onlinedienst X.

Ein Reporter der Nachrichtenagentur AFP in Dubai hatte zuvor von einer gewaltigen Explosion und einer schwarzen Rauchwolke berichtet.

Trump: „Wir zerstören das terroristische Regime vollständig“

6.45 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat seine Drohungen gegen den Iran erneuert. „Wir zerstören das terroristische Regime des Irans vollständig - militärisch, wirtschaftlich und auf andere Weise“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Die iranische Marine sei verschwunden, ihre Luftwaffe existiere nicht mehr, Raketen, Drohnen und alles andere werde vernichtet, und ihre Anführer seien von der Erde getilgt worden, schrieb Trump.

Der Republikaner argumentierte weiter, die USA verfügten über beispiellose Feuerkraft, unbegrenzte Munition und viel Zeit. „Schaut, was heute mit diesen gestörten Drecksäcken passiert“, schrieb er - ohne seine Drohung näher zu erläutern.

6.27 Uhr: Bei einem Angriff in der autonomen Kurdenregion Erbil im Nordirak ist ein französischer Armeeangehöriger getötet worden. Der Soldat Arnaud Frion vom 7. Bataillon der Gebirgsjäger in Varces sei für Frankreich gefallen, erklärte der französische Präsident Emmanuel Macron am Freitag im Onlinedienst X. „Der Krieg im Iran kann solche Angriffe nicht rechtfertigen“, fügte er hinzu. Es handelt sich um den ersten Todesfall eines französischen Armeeangehörigen im Iran-Krieg.

Mehrere französische Soldaten seien bei dem Angriff verletzt worden, erklärte Macron. Die Attacke auf die französischen Streitkräfte sei „inakzeptabel“. Die Soldaten, die am internationalen Einsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) beteiligt sind, befänden sich für den Kampf gegen den Terrorismus im Irak.

red/dpa/afp