Iran hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit bombadiert. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIsrael stellt sich auf längeren Krieg ein – Mullahs verspotten Trumps Hilferuf
Dem Militär der USA und Israels ist im Iran ein „Enthauptungsschlag“ gelungen: Gezielt wurden Ali Chamenei und andere Führungsfiguren des Regimes getötet. Irans Streitkräfte feuern Raketen auf Israel ab, auch zahlreiche arabische Staaten geraten unter Beschuss durch den Iran. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
15. März
Dutzende Menschen im Iran wegen mutmaßlicher Verbindungen zu Israel festgenommen
16 Uhr: Die iranischen Behörden haben Medienberichten zufolge dutzende Menschen wegen des Verdachts auf Zusammenarbeit mit Israel festgenommen. 20 Menschen seien festgenommen worden, nachdem sie „Informationen über Anlagen von Militär, Polizei und Sicherheitskräften an den zionistischen Feind geschickt haben“, meldete die iranische Nachrichtenagentur Fars am Sonntag unter Berufung auf den Staatsanwalt der Region, Hossein Madschidi. Die Festnahmen erfolgten demnach bei Razzien gegen angeblich mit Israel verbundene Netzwerke in der Provinz West-Aserbaidschan.
Mindestens 18 Menschen seien zudem festgenommen worden, weil sie „Bilder von Orten, die von Israel und den USA bombardiert wurden“, sowie von anderen Orten an den Fernsehsender Iran International mit Sitz in London gesendet hätten, meldete die Nachrichtenagentur Tasnim unter Berufung auf das Geheimdienstministerium. Der Iran hatte die Zusammenarbeit mit Iran International im Januar verboten und erklärt, der Sender sei „mit dem zionistischen Regime verbunden“.

Eine israelische selbstfahrende Haubitzenartillerie feuert.
Copyright: AFP
Israel stellt sich auf weitere drei Wochen Iran-Krieg ein
15 Uhr: Die israelische Armee plant ihren Krieg gegen den Iran nach Angaben eines Sprechers noch mindestens drei Wochen fortzusetzen. Es verblieben noch „Tausende Ziele“ im Iran, sagte der Militärsprecher Effie Defrin, wie die Armee bestätigte.
„Wir sind bereit – in Abstimmung mit unseren US-Verbündeten – mit Planungen zumindest bis zum jüdischen Feiertag Pessach, der in etwa drei Wochen beginnt“, sagte Defin dem US-Sender CNN. „Und wir haben sogar weitergehende Pläne für weitere drei Wochen darüber hinaus.“
Israel dementiert Bericht über Knappheit von Abwehrraketen
13.30 Uhr: Der israelische Außenminister Gideon Saar hat einen Medienbericht dementiert, demzufolge Israel die USA über eine befürchtete Knappheit an Abwehrraketen im Iran-Krieg informiert haben soll. Bei einem Solidaritätsbesuch in der arabischen Ortschaft Sarsir im Norden Israels verneinte Saar eine entsprechende Frage eines Journalisten. Bei einem iranischen Raketenangriff waren in dem Ort in der Nacht zum Freitag 58 Menschen verletzt worden.
Das US-Nachrichtenportal Semafor hatte am Samstag unter Berufung auf US-Beamte berichtet, Israel habe die USA diese Woche darüber informiert, dass Abfangraketen für ballistische Raketen im Krieg mit dem Iran „kritisch knapp“ würden.
Iran meldet Drohnenangriff auf Polizei-Spezialeinheit in Israel
12 Uhr: Die iranische Armee hat nach eigenen Angaben das Hauptquartier einer israelischen Polizei-Spezialeinheit sowie ein Zentrum für Satellitenkommunikation in Israel mit Drohnen angegriffen. Ziel des Angriffs seien israelische „Sicherheitszentren und Polizei-Hauptquartiere“ gewesen, hieß es in einer am Sonntag von der Nachrichtenagentur Irna verbreiteten Erklärung der Armee.
Die „mächtigen Drohnen-Angriffe“ richteten sich demnach unter anderem gegen die Polizei-Spezialeinheit Lahav 433 sowie das Satelliten-Kommunikationszentrum Gilat Defence.

Der iranische Außenminister Abbas Araghchi
Copyright: Khalil Hamra/AP/dpa
Irans Außenminister: Religionsführer geht es gut
11 Uhr: Der iranische Außenminister hat Gerüchte über den Gesundheitszustand des neuen obersten Führers seines Landes, Modschtaba Chamenei, zurückgewiesen. Chamenei erfreue sich bester Gesundheit und habe die Lage im Griff, sagte der iranische Chefdiplomat Abbas Araghtschi nach Angaben der Nachrichtenagentur Irna. Es gebe auch keine Spaltung innerhalb der Regierung oder des Militärs.
Die USA hatten am Freitag mitgeteilt, dass Chamenei nach ihren Kenntnissen verletzt sei. Details wurden nicht genannt. Seit seiner Ernennung zum obersten Führer im Iran vor einer Woche hat sich Modschtaba Chamenei nicht öffentlich gezeigt. In einer ersten Stellungnahme, die im Staatsfernsehen verlesen wurde, forderte er Rache für die Opfer im Krieg gegen die USA und Israel.
Emirate: Erneuter Beschuss aus dem Iran
10 Uhr: Die Vereinigten Arabischen Emirate sind erneut unter iranischen Beschuss geraten. Die Luftabwehr sei dabei, Raketenangriffe und aus dem Iran kommende Drohnen abzufangen, teilte das Verteidigungsministerium am frühen Morgen auf der Plattform X mit. Zuvor war es bereits zu weiteren Angriffen auch auf andere Golfstaaten gekommen.
Am stärksten sind die Emirate unter Beschuss. Der Berater des Präsidenten, Anwar Gargasch, erklärte in der Nacht, sein Land habe zwar das Recht, sich gegen die „terroristische Aggression“ zu verteidigen. Zugleich fügte er jedoch hinzu, man wolle weiterhin Vernunft und Zurückhaltung walten lassen. Die Emirate übten Zurückhaltung und suchten gleichzeitig nach einem Ausweg aus der Krise für den Iran und die gesamte Region, fügte Gargasch hinzu.
Iranische Führung verspottete Trump-Ansage als Hilferuf
7.48 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat militärische Hilfe vieler Länder zur gemeinsamen Sicherung des Schiffsverkehrs durch die Straße von Hormus in Aussicht gestellt - ohne konkret zu werden. „Viele Länder – insbesondere diejenigen, die von Irans versuchter Blockade der Straße von Hormus betroffen sind – werden gemeinsam mit den Vereinigten Staaten Kriegsschiffe entsenden, um sie offen und sicher zu halten“, schrieb er auf der Plattform Truth Social. Die iranische Führung verspottete dies als Hilferuf.

US-Präsident Donald Trump bei seiner Ankunft in Palm Beach.
Copyright: Mark Schiefelbein/AP/dpa
Es ist unklar, welche Länder Trump meint und ob sich Länder überhaupt bereit erklärt haben, Kriegsschiffe zu schicken. Trump ergänzte, dass „hoffentlich“ China, Frankreich, Japan, Südkorea, Großbritannien und andere Länder, die von Irans Blockade der für den globalen Ölexport wichtigen Meerenge betroffen sind, Schiffe entsenden werden. Der Schiffsverkehr durch die Straße von Hormus ist nahezu zum Erliegen gekommen, was die Ölpreise in die Höhe treibt.
Der Marine-Kommandeur der iranischen Revolutionsgarden, Aziz Reza Tangsiri, verspottete Trump auf der Plattform X: „Die Amerikaner haben fälschlicherweise behauptet, die iranische Marine zerstört zu haben. Dann haben sie fälschlicherweise behauptet, Öltanker zu eskortieren. Jetzt bitten sie sogar andere um Verstärkung“, schrieb er mit Blick auf Trumps Post. Weiter schrieb der iranische Kommandeur: „Natürlich sollten wir daran erinnern, dass die Straße von Hormus noch nicht militärisch gesperrt wurde und lediglich unter Kontrolle steht“. Irans Außenminister Abbas Araghtschi schrieb auf X: „Die USA bitten nun andere, sogar China, um Hilfe bei der Sicherung der Straße von Hormus“. Der Iran rufe „seine brüderlichen Nachbarn dazu auf, ausländische Aggressoren zu vertreiben, zumal deren einziges Anliegen Israel ist.“
14. März 2026
12.39 Uhr: Nach Angaben des iranischen Kulturministeriums sind in den ersten zwei Wochen des Krieges mindestens 56 Museen und historische Stätten beschädigt worden. Besonders schwer betroffen ist demnach die Hauptstadt Teheran, wo nach Ministeriumsangaben bislang 19 Kulturstätten Schäden erlitten haben. Dies teilte das Ministerium am Samstag mit.
Angesichts der anhaltenden Drohnen- und Raketenangriffe in der Golfregion hat die Unesco am Freitag ernste Bedenken hinsichtlich der Gefährdung des kulturellen Erbes im Iran geäußert. Die UN-Kulturorganisation machte auf bereits verzeichnete Schäden an historischen Stätten im Iran, in Israel und im Libanon aufmerksam und warnte vor den potenziellen Risiken für weitere Hunderte von Kulturstätten, die durch den andauernden Konflikt bedroht seien.
10.56 Uhr: Bei einem israelischen Luftangriff im Südlibanon sind nach offiziellen Angaben mindestens zwölf Angehörige des Gesundheitswesens ums Leben gekommen. Unter den Opfern befinden sich Ärzte, Krankenschwestern und Sanitäter, die zum Zeitpunkt des Angriffs in einer Einrichtung zur medizinischen Grundversorgung im Dorf Burdsch Kalauijeh im Einsatz waren. Dies teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Die Rettungsarbeiten dauern demnach weiterhin an, weshalb eine Erhöhung der Opferzahl nicht ausgeschlossen wird.
Das Ministerium verurteilte den Angriff scharf und erklärte, dieser stehe im klaren Widerspruch zum Völkerrecht, das den Schutz medizinischen Personals ausdrücklich vorsieht. Es handele sich bereits um den zweiten Angriff auf das libanesische Gesundheitssystem innerhalb weniger Stunden. Kurz zuvor waren bereits Sanitäter in einem weiteren Dorf im Süden des Landes Ziel eines Angriffs geworden.
9.26 Uhr: Die islamistische Palästinenserorganisation Hamas hat den Iran aufgefordert, die Angriffe auf Nachbarländer einzustellen. Teheran habe zwar das Recht, sich „mit allen verfügbaren Mitteln“ gegen die Angriffe Israels und der USA zu verteidigen, erklärte die Hamas am Samstag. Dies sei mit dem Völkerrecht vereinbar. Auf Angriffe auf Nachbarländer sollten die „Brüder im Iran“ aber verzichten.
Israel und die USA hatten Ende Februar massive Luftangriffe gegen den Iran begonnen. Dabei wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagierte mit Angriffen auf Israel, mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Region.
Die Tötung Chameneis hatte die Hamas, die mit ihrem Großangriff auf Israel am 7. Oktober 2023 den zweijährigen Krieg im Gazastreifen ausgelöst hatte, als „abscheuliches Verbrechen“ verurteilt. Die Hamas gehört wie die Hisbollah im Libanon und die Huthis im Jemen zu der vom Iran angeführten „Achse des Widerstands“. Deren erklärtes Ziel ist die Vernichtung Israels.
5.58 Uhr: Die USA haben laut Präsident Donald Trump Militäranlagen auf der für Irans Ölindustrie wichtigen Insel Kharg zerstört, um Teheran zur Wiederöffnung der Straße von Hormus zu bewegen. Auf eine Vernichtung der Öl-Infrastruktur habe er „aus Gründen der Anständigkeit“ verzichtet, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social, warnte die Führung in Teheran jedoch: Sollte der Iran oder jemand anders die Durchfahrt von Schiffen durch die Straße von Hormus versuchen zu behindern, werde er diese Entscheidung „sofort überdenken“. Von der Insel Kharg exportiert der Iran 90 Prozent seines Rohöls.
Der Iran blockiert die für den globalen Ölexport wichtige Meerenge, der Schiffsverkehr ist nahezu zum Erliegen gekommen. US-Kriegsschiffe sollen Trump zufolge in Kürze Tanker durch die wichtige Meerenge begleiten. Die Eskorte der US-Marine werde „bald“ beginnen, sagte Trump zu Journalisten. Einen genauen Zeitpunkt nannte der US-Präsident allerdings nicht.
red/dpa/afp

