Die Friedensgespräche sind vorerst gescheitert. Teheran und Washington geben einander nun die Schuld dafür. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostMacron fordert neue Friedensgespräche – China kritisiert USA
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Mittlerweile haben sich die Parteien auf eine Waffenruhe geeinigt, Verhandlungen in Pakistan scheiterten jedoch zunächst. Alle Informationen lesen Sie hier im Liveblog.
14. April
US-Militär: Teilblockade der Straße von Hormus erfolgreich
19.33 Uhr: Die am Montag in Kraft getretene US-Teilblockade der Straße von Hormus ist nach US-Angaben erfolgreich. „Während der ersten 24 Stunden hat kein Schiff die US-Blockade durchbrochen, und sechs Handelsschiffe sind der Anweisung der US-Streitkräfte nachgekommen, umzukehren und erneut einen iranischen Hafen am Golf von Oman anzulaufen“, erklärte das für den Nahen Osten zuständige US-Militärkommando Centcom am Dienstag im Onlinedienst X. Laut dem Schifffahrts-Analyseunternehmen Kpler passierten hingegen mindestens zwei aus iranischen Häfen kommende Schiffe die Meerenge.
„Die Blockade wird unparteiisch gegen Schiffe aller Nationen durchgesetzt, die iranische Häfen und Küstengebiete anlaufen oder verlassen, einschließlich aller iranischen Häfen am Arabischen Golf und am Golf von Oman“, erklärte Centcom weiter. An der Mission nähmen mehr als 10.000 Soldaten, mehr als ein Dutzend Kriegsschiffe und dutzende Flugzeuge teil.
Rotes Kreuz schickt tonnenweise Hilfsgüter in den Iran
16.26 Uhr: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat eigenen Angaben zufolge mehr als 171 Tonnen Hilfsgüter in den Iran geschickt. Am Montag seien die ersten fünf von insgesamt 14 entsandten IKRK-Lieferungen seit Kriegsbeginn angekommen, teilte die Hilfsorganisation mit. Sie sollen ausreichen, um den Bedarf von rund 25.000 Menschen zu decken. Zu den Lieferungen gehören unter anderem Decken, Küchensets, Hygienepakete und Solarlampen. Die erste Lieferung von fünf Lastwagen wurde in Teheran an die iranische Rothalbmondgesellschaft (IRCS) zur Weiterverteilung übergeben.
Macron fordert neue Friedensgespräche
14.02 Uhr: Frankreichs Staatschef Emmanuel Macron hat US-Präsident Donald Trump und den iranischen Präsidenten Massud Peseschkian in Telefonaten zur Wiederaufnahme der Friedensverhandlungen aufgerufen. Die in Islamabad unterbrochenen Verhandlungen müssten wieder aufgenommen, Missverständnisse ausgeräumt und weitere Eskalationen vermieden werden, habe er in den Telefonaten am Montag gefordert, teilte Macron mit.
Es sei von entscheidender Bedeutung, dass der Waffenstillstand von allen strikt eingehalten werde und auch den Libanon einschließe. „Ebenso wichtig ist es, dass die Straße von Hormus so schnell wie möglich bedingungslos, ohne Kontrollen und ohne Mautgebühren wieder geöffnet wird“, schrieb Macron auf der Plattform X. Unter diesen Voraussetzungen sollten die Verhandlungen mit Unterstützung der wichtigsten Beteiligten rasch wieder aufgenommen werden können.
Frankreich und Großbritannien organisierten am Freitag eine Videokonferenz von nicht am Konflikt beteiligten Ländern, um über eine rein defensive Mission zu beraten, die eine freie Schifffahrt durch die Straße von Hormus ermöglichen soll, sobald die Sicherheitslage dies zulasse, sagte Macron.
Rotes Kreuz schickt rund 170 Tonnen Hilfsgüter in den Iran
12.28 Uhr: Das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (IKRK) hat eigenen Angaben zufolge mehr als 171 Tonnen Hilfsgüter in den Iran geschickt. Gestern seien die ersten fünf von insgesamt 14 entsandten IKRK-Lieferungen seit Kriegsbeginn angekommen, teilte die Hilfsorganisation mit.
Sie sollen ausreichen, um den Bedarf von rund 25.000 Menschen zu decken. Zu den Lieferungen gehören unter anderem Decken, Küchensets, Hygienepakete und Solarlampen. Die erste Lieferung von fünf Lastwagen wurde in Teheran an die IRCS zur Weiterverteilung übergeben.

Öltanker und Frachtschiffe reihen sich in der Straße von Hormus auf. (Archivbild)
Copyright: Altaf Qadri/AP/dpa
China nennt US-Blockade „gefährlich und unverantwortlich“
12.01 Uhr: China hat die teilweise Blockade der Straße von Hormus durch die USA scharf kritisiert. Das sei „gefährlich und unverantwortlich“, sagte ein Sprecher des Pekinger Außenministeriums.
In einer Lage, in der die beteiligten Seiten bereits eine vorläufige Waffenruhe erreicht hätten, würden die verstärkte Militärpräsenz der USA und gezielte Blockademaßnahmen Konflikte verschärfen, Spannungen erhöhen, die fragile Waffenruhe untergraben und die Sicherheit der Passage durch die Meerenge zusätzlich beeinträchtigen. Die USA hatten am Montagnachmittag nach Angaben von Präsident Donald Trump mit der Blockade der Straße von Hormus begonnen.
Von USA sanktionierter Tanker passiert Straße von Hormus
11.53 Uhr: Trotz einer vom US-Militär verkündeten Seeblockade hat ein von den USA sanktionierter Tanker die Straße von Hormus durchfahren. Das Schiff „Rich Starry“ habe die Meerenge heute Früh durchfahren und verlassen, berichtete die auf Schifffahrt spezialisierte Website Lloyd's List. Auch laut der Website Marine Traffic war der Öl- und Chemikalientanker heute im Golf von Oman unterwegs. Ob der Tanker iranisches Öl geladen hat, ist unklar.
Der etwa 190 Meter lange Tanker fährt laut Lloyd's List unter falscher Flagge, aktuell unter der Flagge Malawis. Er war zuvor als „Full Star“ bekannt und unterliegt US-Sanktionen wegen seiner Beteiligung an iranischen Exporten.
Iran schätzt Kriegsschäden auf rund 230 Milliarden Euro
11.25 Uhr: Die iranische Regierung schätzt die Kriegsschäden nach mehr als fünf Wochen der Bombardierungen auf umgerechnet gut 229 Milliarden Euro. Es handele sich dabei um eine vorläufige Schätzung, sagte Irans Regierungssprecherin Fatemeh Mohadscherani der russischen staatlichen Nachrichtenagentur Ria Nowosti in einem Interview.
Um das gesamte Ausmaß bewerten zu können, sollen der Sprecherin zufolge in einem ersten Schritt die Schäden an Gebäuden begutachtet werden. Danach würden wirtschaftliche Verluste und ausgefallene Steuereinnahmen analysiert. Irans Regierung werde Entschädigungen einfordern. Dies sei auch ein Thema in den Verhandlungen am vergangenen Wochenende mit den USA gewesen.
Kreise: Pakistan bemüht sich um zweite Gesprächsrunde
10.56 Uhr: Pakistan bemüht sich nach Angaben aus informierten Kreisen um eine zweite Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran. Zudem gebe es Bemühungen um eine Verlängerung der Waffenruhe, um Zeit für Diplomatie zu schaffen, erfuhr die Nachrichtenagentur AFP am Dienstag in Islamabad. Vertreter Washingtons und Teherans hatten am Wochenende unter Vermittlung Pakistans über eine Beilegung des Iran-Krieges verhandelt, aber keine Einigung erzielt.

US-Vizepräsident JD Vance (r.) spricht während einer Pressekonferenz nach einem Treffen mit Vertretern aus Pakistan und Iran.
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Spritpreise steigen nur leicht
9.33 Uhr: Die Spritpreise sind am Montag nur leicht gestiegen. Superbenzin der Sorte E10 und Diesel verteuerten sich im bundesweiten Tagesdurchschnitt um je 0,7 Cent gegenüber dem Vortag. Der Anstieg fiel damit niedriger aus, als der zunächst deutlich gestiegene Ölpreis und ein Rekordanstieg zur Mittagszeit hatten vermuten lassen.
Zudem könnte der inzwischen wieder gefallene Ölpreis für weitere Entspannung an der Zapfsäule sorgen. Am Dienstagmorgen notierte die für Europa wichtige Rohölsorte Brent leicht im Minus und klar unter 100 Dollar pro Barrel (159 Liter). Die weitere Entwicklung hängt allerdings stark von der Lage im Nahen Osten ab.
Israel und Libanon wollen in Washington verhandeln
7.27 Uhr: In Washington sollen am Dienstag Verhandlungen zwischen Israel und dem Libanon beginnen. Die Gespräche auf Botschafterebene finden im US-Außenministerium statt. Über die Ziele herrscht Uneinigkeit: Die libanesische Präsidentschaft will über eine Waffenruhe zwischen der Hisbollah-Miliz und Israel verhandeln. Israel schließt dies vorerst aus und fordert eine Entwaffnung der vom Iran finanzierten Miliz.
Die israelische Armee hatte am Mittwoch nach der Vereinbarung einer Waffenruhe zwischen den USA und dem Iran ihre Angriffe im Libanon verstärkt und nach eigenen Angaben zahlreiche Hisbollah-Stellungen ins Visier genommen. Israel und der Libanon unterhalten bisher keine formalen diplomatischen Beziehungen und befinden sich formell seit 1948 im Kriegszustand.
Irans Präsident wirft USA mangelnden politischen Willen vor
3.47 Uhr: Der iranische Präsident Massud Peseschkian hat erneut die US-Seite für das Scheitern der Friedensgespräche zwischen den beiden Kriegsparteien in Islamabad verantwortlich gemacht. Übertriebene Forderungen und der „mangelnde politische Wille hochrangiger US-Beamter“ hätten eine Einigung verhindert, sagte Peseschkian laut einem Bericht des staatlichen englischsprachigen Senders PressTV in einem Telefonat mit dem französischen Präsidenten Emmanuel Macron.
Die USA und der Iran hatten am Wochenende in der pakistanischen Hauptstadt Islamabad direkte Gespräche unter Vermittlung Pakistans geführt. Die Friedensgespräche waren ohne greifbares Ergebnis zu Ende gegangen.

Der iranische Präsident Massud Peseschkian. (Archivbild)
Copyright: Vahid Salemi/AP/dpa
Vance: Teheran ist in Friedensverhandlungen am Zug
2.34 Uhr: In den Verhandlungen um ein Ende des Iran-Krieges ist US-Vizepräsident JD Vance zufolge Teheran am Zug. „Ich glaube wirklich, dass der Ball im Feld der Iraner liegt, weil wir sehr viel auf den Tisch gelegt haben“, sagte Vance am Montag (Ortszeit) dem US-Sender Fox News. „Wir haben tatsächlich sehr klar gemacht, wo unsere roten Linien verlaufen“, fügte er hinzu.
Besonders in zwei Punkten habe US-Präsident Donald Trump klar gemacht, „dass wir keinerlei Spielraum haben“, sagte Vance. Diese Punkte seien die US-Kontrolle über das angereicherte Uran des Iran und ein Überprüfungsmechanismus, um sicherzustellen, dass Teheran in Zukunft keine Atomwaffe entwickelt. „Es ist das eine, wenn die Iraner sagen, sie werden keine Atomwaffe besitzen“, sagte der US-Vize. „Es ist etwas anderes, wenn wir einen Mechanismus schaffen, der sicherstellt, dass das nicht passieren wird.“
Delegationen der USA und des Iran hatten am Samstag in Islamabad unter pakistanischer Vermittlung Verhandlungen über eine Friedenslösung aufgenommen. Vance erklärte die Gespräche aber am Sonntag nach einem 21-stündigen Verhandlungsmarathon für gescheitert. Trump kündigte daraufhin eine Blockade iranischer Häfen in der Straße von Hormus an, die nach US-Angaben am Montagnachmittag in Kraft trat.
UN-Chef fordert weitere Friedensverhandlungen
1.56 Uhr: UN-Generalsekretär António Guterres hat nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen zwischen dem Iran und den USA am Wochenende in Pakistan zu einer Fortsetzung der Gespräche gemahnt. Auch wenn es keine Einigung gegeben habe, so hätten die Gespräche selbst doch die „Ernsthaftigkeit des Engagements“ betont und stellten somit einen bedeutenden Schritt hin zu einem neuen Dialog dar, teilte der Sprecher des UN-Chefs mit.
IEA-Chef: April könnte für Wirtschaft schwieriger werden als März
1.22 Uhr: Der April könnte dem Chef der Internationalen Energieagentur (IEA), Fatih Birol, zufolge für die Energiemärkte und die Weltwirtschaft aufgrund des Iran-Krieges ein schwierigerer Monat werden als der März. Während im März noch Lieferungen aus der Region eingetroffen seien, die „lange vor Beginn der Krise verladen wurden“, sei im April „nichts verladen worden“, sagte Birol am Montag vor Reportern nach der Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds (IWF) und der Weltbank in Washington.
Die Welt steht Birol zufolge vor einer großen Herausforderung in Bezug auf Energiesicherheit. „Kein Land ist gegen dieses Problem immun“, sagte er. „Je länger die Unterbrechung anhält, desto gravierender wird das Problem.“ Seit Beginn des Iran-Krieges Ende Februar ist die Straße von Hormus, durch die rund ein Fünftel des weltweiten Öl- und Flüssiggastransports verläuft, durch das iranische Militär de facto gesperrt. Zudem beschoss der Iran Ölanlagen in mehreren Ländern der Golfregion sowie Öltanker. Diese Entwicklungen ließen weltweit die Öl- und Gaspreise in die Höhe schnellen.
red/afp/dpa

