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Konvoi „Auto für Auto“ zerstörtHilfsorganisation wirft Israel „systematische“ Tötung von Helfern vor

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Palästinenser betrachten eines der von der NGO „World Central Kitchen“ genutzten Fahrzeuge, das von der israelischen Armee am Montag beschossen wurde.

Palästinenser betrachten eines der von der NGO „World Central Kitchen“ genutzten Fahrzeuge, das von der israelischen Armee am Montag beschossen wurde. 

Nach dem Tod ausländischer Helfer im Gazastreifen erhebt der Chef von World Central Kitchen schwere Vorwürfe gegen Israels Armee.

Nach dem tödlichen Angriff der israelischen Armee auf einen Hilfskonvoi im Gazastreifen erhebt die Hilfsorganisation World Central Kitchen (WCK) neue Vorwürfe gegen die israelischen Streitkräfte. Der Konvoi der WCK-Mitarbeiter sei von Israel gezielt attackiert worden, erklärte der Chef der NGO, José Andrés, in einem emotionalen Video.

Die israelische Armee sei über die geplanten Bewegungen der Helfer vorab informiert gewesen, erklärte Andrés. „Das war keine Situation, in der man sagen kann: Ups, wir haben die Bombe am falschen Ort abgeworfen“, führte der Spanier aus. Bei dem Angriff im Gazastreifen waren Helfer aus Australien, Polen und Großbritannien getötet worden.

NGO spricht von „systematischem Angriff“ von Israel: „Auto für Auto“

Laut Andrés wurde der Konvoi der Helfer beim Verlassen eines Lagerhauses „systematisch“ angriffen, „Auto für Auto“, zitierte das Nachrichtenmagazin „Spiegel“ den WCK-Chef. Demnach hätten die Helfer nach dem ersten Beschuss versucht, sich in andere Fahrzeuge zu retten, ehe auch diese zerstört worden seien.

Die Hilfsorganisation fordert nun eine unabhängige Untersuchung des Angriffs auf ihre Mitarbeiter. „Eine unabhängige Untersuchung ist die einzige Möglichkeit, die Wahrheit über das Geschehen herauszufinden, Transparenz und Rechenschaftspflicht für die Verantwortlichen sicherzustellen und zukünftige Angriffe auf humanitäre Helfer zu verhindern“, heißt es in einer Stellungnahme der NGO. 

Angriff auf Helfer in Gaza: World Kitchen Central drängt auf unabhängige Untersuchung

Recherchen der „New York Times“ stützen die Angaben von World Central Kitchen unterdessen. Demnach bestätigten Videos und Fotos, dass der Konvoi mehrfach getroffen worden sei. Drei zerstörte weiße Fahrzeuge der NGO seien sichtbar, berichtete die US-Zeitung. Die „New York Times“ befragte zudem Waffenexperten, laut denen die Schäden an den Fahrzeugen auf einen gezielten Angriff hindeuten. Es sei von einem Beschuss durch eine Drohne auszugehen, hieß es weiter.

Die Leichen von sechs der Opfer sind unterdessen am Mittwoch über den Grenzübergang in Rafah nach Ägypten gebracht worden. Die sterblichen Überreste der getöteten Mitarbeiter der US-Hilfsorganisation seien an Vertreter ihrer jeweiligen Heimatländer übergeben worden, hieß es am Mittwoch aus Sicherheitskreisen. Sie werden demnach mit Krankenwagen in die ägyptische Hauptstadt Kairo gebracht.

Leichen der Helfer nach Ägypten überführt

Zuvor waren die Leichen innerhalb des Gazastreifens zu dem Kontrollposten an der Grenze zu Ägypten gebracht worden, wie ein Journalist der Nachrichtenagentur AFP berichtete. Ein Palästinenser, der als Fahrer und Übersetzer für die Hilfsorganisation gearbeitet hatte, wurde in Rafah beerdigt. Die sechs weiteren Opfer aus Australien, Großbritannien, Polen und Kanada wurden nach Ägypten gebracht.

Die sieben humanitären Helfer waren am Montag bei einem israelischen Luftangriff auf ihren Konvoi getötet worden. Die israelische Armee räumte am Mittwoch einen „schweren Fehler“ ein. Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hatte am Dienstag von einem „tragischen Zwischenfall“ gesprochen, bei dem das israelische Militär „unbeabsichtigt“ unschuldige Menschen im Gazastreifen getroffen habe. Eine Entschuldigung für den Vorfall sprach er jedoch nicht aus.

World Central Kitchen stellt Arbeit im Gazastreifen nach Angriff auf Helfer ein

World Central Kitchen hatte seit Beginn des Krieges zwischen Israel und der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen im Oktober Hilfsgüter an die notleidende Bevölkerung im Gazastreifen verteilt und war maßgeblich an der Organisation von Hilfslieferungen auf dem Seeweg beteiligt.

Nach dem Angriff vom Montag kündigte die Organisation die Einstellung ihrer Arbeit im Gazastreifen an. Nach Angaben Zyperns kehrte ein Schiff mit 240 Tonnen für den Gazastreifen bestimmten Hilfsgütern daraufhin am Dienstag um. (mit afp)