Düsseldorf/Köln – Die Zahl der Kirchenaustritte in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2020 ist rückläufig. Hatten 2019 noch 120 188 Menschen den Kirchen den Rücken gekehrt, waren es im Jahr darauf nur noch 89 694. Das entspricht in etwa dem Stand des Jahres 2018, als es in NRW 88.510 Austritte gegeben hatte. Die vorläufigen, noch nicht nach Konfessionen aufgeschlüsselten Zahlen für 2020 nannte das Justizministerium in Düsseldorf.
Am höchsten war die Austrittszahl in Köln, dem größten Amtsgerichtsbezirk. Hier traten 2020 insgesamt 6960 Menschen aus der Kirche aus. Ein Ministeriumssprecher sagte, pandemiebedingt ließen sich die Zahlen nur bedingt bewerten. Die Amtsgerichte, bei denen der Kirchenaustritt erklärt werden muss, vergäben zum Teil nur Termine mit Online-Buchungen, um den Publikumsverkehr zu kanalisieren. In Köln zum Beispiel ist bis Ende März kein Termin mehr frei. Den möglichen Rückstau „kann man da nur vermuten“. Möglicherweise hat eine Krise wie Corona aber auch systemstabilisierende Wirkung.
Auffallend ist ein überproportionaler Anstieg der Austritte im letzten Quartal des Jahres. In Köln lag die Zahl um 276 über dem Durchschnittswert der Vormonate. Ob dies saisonale Gründe oder etwaige inhaltliche Gründe hat, ist unklar. (jf, gmv)

