Düsseldorf – Angesichts der Omikron-Welle müssen viele Krankenhäuser in Nordrhein-Westfalen planbare Operationen verschieben. „In früheren Pandemie-Wellen war dies vor allem den knappen Intensivbetten geschuldet“, sagt Matthias Blum, Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft Nordrhein-Westfalen (KGNW). „Jetzt sind es die begrenzten Personalkapazitäten, die vielfach den Regelbetrieb nicht zulassen.“ Was bedeutet dies angesichts der Lockerungen, die ab dem 2. April erfolgen? Die wichtigsten Fragen und Antworten.
Wie viele Krankenhaus-Beschäftigte fehlen wegen Corona?
Deutschlandweit sind es rund zehn Prozent der Beschäftigten, in einigen Regionen des Landes fehlen coronabedingt mehr als 20 Prozent. Dazu zählen auch Angestellte, die sich um ihre infizierten Kinder kümmern müssen und deshalb ausfallen. Die Ausfälle liegen landesweit höher als im Februar.
Welche Folgen hat der Ausfall auf den Betrieb in den Krankenhäusern?
In manchen Krankenhäusern müssen einzelne Stationen geschlossen werden, weil das Personal für die erforderlichen drei Schichten fehlt. Das Landesgesundheitsministerium berichtete zudem von Einschränkungen in der Notaufnahme. Einige planbare Operationen werden verschoben, solange dies medizinisch vertretbar ist. Dies bedeute jedoch nicht, dass Patienten „auf der Straße stehen gelassen werden“, so ein Sprecher der KGNW. „Jeder Patient, jede Patientin, die ins Krankenhaus geht, wird dort behandelt.“
Wie sehr sind die Intensivstationen mit Covid-Patienten ausgelastet?

Der Geschäftsführer der Krankenhausgesellschaft NRW (GKNW), Matthias Blum (Archiv)
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Auf den Intensivstationen sei die Situation „beherrschbar“, so der Sprecher der KGNW. Die Zahl der Covid-Patienten dort sei deutlich niedriger als im Mai 2021 oder im Dezember 2020. Auf den Normalstationen sorgt Covid-19 derweil für eine Doppelbelastung: Rund jeder zweite positiv getestete Patient ist eigentlich wegen einer anderen Diagnose dort. Auch diese Infizierten müssen jedoch isoliert werden – was wiederum einen zusätzlichen Aufwand für das Pflegepersonal bedeutet. „Wir dürfen nicht vergessen, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in den Kliniken seit 2020 im ständigen Pandemiemodus arbeiten“, sagt Blum. „Sie stehen seither unter einer stetigen psychischen und physischen Belastung.“
Wie sehen Krankenhäuser und Ministerium die bundesweiten Lockerungen ab dem 2. April?
Das Landesgesundheitsministerium kritisiert die Lockerungen der Bundesregierung: Es sei „problematisch“, dass „ganz grundlegende Maßnahmen wie das Maske tragen in Innenräumen“ sowie Hygienekonzepte nur noch bei einer drohenden Überlastung des Gesundheitssystems notwendig sind und „somit als frühzeitige Basismaßnahme wegfallen“. Damit, so das Ministerium, weiche der Bund von der Empfehlung des Expertenrates ab. Allerdings lockert nicht nur der Bund die Maskenpflicht, sondern auch das Land: Ab dem 2. April müssen Schülerinnen und Schüler in Nordrhein-Westfalen im Unterricht keine Maske mehr tragen.
Die Politik habe eine Entscheidung getroffen, mit der sie auf die Eigenverantwortung der Bürger in der Pandemie setze, sagt Matthias Blum. „Wir empfehlen deshalb jeder und jedem, sich selbst und die Mitmenschen vor einer möglichen Infektion zu schützen und weiter eine Maske tragen, wo dies angeraten ist und Abstand zu halten.“
