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KommentarHass über den Tod hinaus

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Die ehemalige Premierministerin Margaret Thatcher ist gestorben.

Es ist nicht bekannt, ob der britische Musiker Darren Hayman in der Nacht zum Dienstag ohne Ende gesungen und getanzt hat, jedenfalls war das so angekündigt in einem Song seiner Londoner Band Hefner. "The Day That Thatcher Dies" heißt das beschwingte Lied aus dem Jahr 2000 - ein Party-Szenario für das Ableben der Politikerin, immerhin mit dem Vorbehalt "wenngleich wir wissen, dass sich das nicht gehört".

Hayman hat sich nach Thatchers Tod nicht zu Wort gemeldet - im Gegensatz zu einem aus diesem Anlass feiernden und feixenden Pöbel in einigen britischen Großstädten, der giftige Graffiti sprühte ("Rust in Peace") und sich in Bristol sogar mit der Polizei anlegte.

Im Netz setzte sich das unwürdige Spektakel fort: Die Online-Ausgabe des konservativen, den Tories nahestehenden "Daily Telegraph" kapitulierte inzwischen vor dem anonymen Schimpfsturm und schloss sämtliche Kommentarfunktionen unter Thatcher-Artikeln.

Den Hass über den Tod hinaus hat auch jener Mann in Worte gefasst, der Frau Thatcher schon vor 25 Jahren in einem viel beachteten Song unter die Guillotine (französische Erfindung, also besonders gemein!) gewünscht hatte. Morrissey hat in einem Beitrag für ein amerikanisches Online-Portal Thatchers politisches Wirken als "nicht eisern, sondern barbarisch" gewürdigt. Diese posthume Kontroverse müssen auch Bewunderer der einstigen Regierungschefin ertragen. Doch der Sänger und Provokateur begnügt sich nicht damit. Nein, Margaret Thatcher mutiert in Morrisseys Augen zu einem nicht mal mehr der menschlichen Rasse zugehörigen Ungeheuer ("a terror without an atom of humanity"). Doch Tiraden wie diese fallen eigentlich nur auf die Feinde von Frau Thatcher zurück. Morrissey und andere erscheinen nun so hartherzig und selbstgerecht, wie sie es der Eisernen Lady zu Lebzeiten immer vorwarfen.