- Chile hat wegen der schweren Proteste im Land die Ausrichtung der Weltklimakonferenz im Dezember abgesagt.
- Wenn sich kein neues Gastgeberland findet, muss Bonn einspringen.
- Unser Autor findet, dass das für die Stadt eine riesige Chance ist.
Bonn – Die Absage der Weltklimakonferenz in Santiago de Chile nur gut einen Monat vor dem geplanten Beginn des globalen Klimaschützertreffens am 2. Dezember ist eine schlimme Blamage für das lateinamerikanische Land, das die Folgen seiner ungelösten sozialen Konflikte zu spüren bekommt. Und sie ist eine Riesenchance für Deutschland, vor allem aber für die UN-Stadt Bonn, wo das UN-Klimasekretariat zuhause ist.
Und sie ist eine Verpflichtung: Denn findet sich nun kein neues Gastgeberland für die Riesenkonferenz mit zuletzt regelmäßig 20.000 Teilnehmern, dann muss der Staat, in dem das zuständige UN-Sekretariat seinen Sitz hat, einspringen. Die Stadt, die Landesregierung Nordrhein-Westfalens und die Bundesregierung müssen jetzt alles daran setzen, die Weltklimakonferenz nach 2017 erneut nach Bonn zu holen.
Der Konferenzbeginn ist nicht in Stein gemeißelt
Mag sein, dass das in vier Wochen nicht organisierbar ist, schon allein, weil die Hotels der Region in der Vorweihnachtszeit gut belegt sein dürften und schlicht nicht genügend Betten für die Delegationen aus aller Welt zur Verfügung stünden. Aber der Konferenzbeginn Anfang Dezember ist nicht in Stein gemeißelt.
Gelänge es, COP 25, wie die Konferenz im UN-Jargon heißt, bis, sagen wir, Anfang oder Mitte Januar in Bonn zu organisieren, wäre das ein unschätzbarer Zugewinn an Renommee für die Stadt. Deren bundespolitisches Gewicht wird immer überschaubarer und irgendwann vermutlich ganz verloren sein. Doch für ihren Ruf als Stadt der internationalen Zusammenarbeit ist jetzt die Stunde der Wahrheit da.
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