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„Sollten Zähne fletschen“Russland fordert Freilassung von Maduro – Kriegsblogger sehen „Albtraum“ für Putin

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Kremlchef Wladimir Putin zusammen mit Nicolás Maduro im Kreml. (Archibild)

Kremlchef Wladimir Putin zusammen mit Nicolás Maduro im Kreml. (Archibild)

Der gefangen genommene venezolanische Machthaber ist ein Verbündeter von Putin. Russische Kriegsblogger fordern eine Antwort.

Russland hat nach dem US-Angriff auf Venezuela zur Freilassung des autoritären Machthabers Nicolás Maduro und seiner Ehefrau aufgerufen. Moskau forderte die amerikanische Führung auf, ihre Position zu überdenken und den „rechtmäßig gewählten Präsidenten eines souveränen Landes und seine Ehefrau“ freizulassen, teilte das russische Außenministerium in einer von mehreren Stellungnahmen mit.

Die USA, die Maduro für illegitim halten, und Venezuela müssten ihre Probleme auf dem Weg des Dialogs lösen, hieß es weiter aus Moskau. In einer separaten Mitteilung erklärte das Ministerium, der russische Außenminister Sergej Lawrow habe mit der venezolanischen Vizepräsidentin Delcy Rodríguez Gomez telefoniert und dabei seine „Solidarität mit dem venezolanischen Volk angesichts der bewaffneten Aggression“ zum Ausdruck gebracht.

Moskau kritisiert „bewaffnete Aggression“ der USA

Der russische Senator Alexei Puschkow erklärte derweil, dass US-Präsident Donald Trump nun seinen „eigenen“ Krieg habe. „Bislang hatte Trump im Gegensatz zu Clinton, Bush junior, Obama und Biden keinen ‚eigenen‘ Krieg. Jetzt hat er einen“, schrieb Puschkow in seinem Telegram-Kanal.

„Dies ist bereits die vierte Aggression im 21. Jahrhundert, die von den USA begonnen wurde und geführt wird“, hieß es weiter. „Und es ist der sechste Krieg in einem Vierteljahrhundert, wenn man die Kriege in Syrien und der Ukraine hinzuzählt, an denen die USA indirekt beteiligt waren.“

Nicolás Maduro ist ein Verbündeter von Wladimir Putin

Kremlchef Wladimir Putin hatte Maduro im Dezember noch angesichts wachsender Spannungen mit den USA seine Unterstützung zugesichert. Russland hat eine strategische Partnerschaft mit Venezuela, die zwar keinen militärischen Beistand garantiert – wohl aber etwa Waffenlieferungen beinhaltet.

Der venezolanische Machthaber gehört seit Jahren zu den Unterstützern Putins. Bei fast allen UN-Abstimmungen zu Russlands Krieg gegen die Ukraine nahm er eine neutrale Position ein oder stimmte im Einklang mit Russland, Belarus und Nordkorea.

Russische Kriegsblogger drängen auf Antwort aus Moskau

Russische Kriegsblogger schlugen angesichts der US-Attacke auf Venezuela und Putins Verbündeten Maduro am Samstag derweil deutlich schärfere Töne an. Der Propagandist Sachar Prilepin stellte in einem Telegram-Beitrag etwa Russland, China und Nordkorea als „progressive Welt“ dar.

„Es scheint, dass die progressiven Kräfte der Welt – wir, China, die DVRK, die BRICS-Staaten – ihre Zähne fletschen und die Souveränität Venezuelas verteidigen sollten, so wie die kanadischen, europäischen und amerikanischen Herrschaften die Souveränität der Ukraine verteidigt haben“, forderte Prilepin eine deutliche Reaktion Moskaus und kritisierte, dass Russland sich lediglich „die Tränen abwischt und weiter zuschaut“. 

In anderen Telegram-Kanälen fielen die Äußerungen noch deutlicher aus, dort war mitunter von einem „Albtraum“ für Russland die Rede. „Sie werden den Ölpreis ins Bodenlose drücken und den gesamten Markt übernehmen“, hieß es etwa in einem Beitrag, der zudem Beleidigungen gegenüber Kremlchef Wladimir Putin enthielt. 

Trump kritisiert Kremlchef: „Ich bin nicht begeistert von Putin“

US-Präsident Donald Trump äußerte sich unterdessen bei seiner Pressekonferenz am Samstag auch zu Russland. „Ich bin nicht begeistert von Putin“, sagte der Republikaner vor Reportern. „Er tötet zu viele Menschen.“ Mit dem Kremlchef habe er „nie über Maduro gesprochen“, erklärte Trump weiter.

Zu Wochenbeginn hatte Trump zunächst Verständnis für die unbelegte russische Behauptung gezeigt, ukrainische Drohnen hätten eine von Putins Residenzen angegriffen. Später änderte Trump dann seinen Kurs und teilte einen Leitartikel der „New York Post“, in dem Russland beschuldigt wurde, den Friedensprozess in der Ukraine zu blockieren.

Der US-Präsident hat immer wieder seine Frustration über den mangelnden Fortschritt bei der Beendigung des Krieges in der Ukraine zum Ausdruck gebracht. Zuletzt war die Entwicklung eines „Friedensplans“ ins Stocken geraten. Moskau setzt derweil seine Angriffe auf zivile Ziele in der Ukraine fort – und hat zuletzt erneut Drohungen gegenüber Finnland ausgesprochen. (mit dpa)