Die USA und Israel setzen ihre Angriffe im Nahen Osten fort. Alle Infos im Liveblog.
Krieg in NahostIran dementiert Verhandlungen – Huthi-Miliz greift Israel an
Die USA und Israel hatten Ende Februar mit Luftangriffen den Iran-Krieg begonnen. Bereits am ersten Kriegstag wurden der oberste Führer Ayatollah Ali Chamenei und weitere Mitglieder der iranischen Führung getötet. Teheran reagiert seitdem mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion. Alle Informationen rund um die Eskalation in Nahost lesen Sie hier im Liveblog.
1. April
Wieder Angriffe der Huthi-Miliz auf Israel
10.33 Uhr: Die proiranische Huthi-Miliz im Jemen hat Israel wieder angegriffen. Israelische Streitkräfte hätten nach eigenen Angaben den Start einer Rakete vom Jemen aus in Richtung des Landes ausgemacht, hieß es am frühen Morgen. Luftverteidigungssysteme seien aktiv. Ein Sprecher der Miliz sagte im Huthi-nahen TV-Sender Al-Masirah, dass die Huthi einen Raketenangriff auf Israel gestartet hätten.
Zu Beginn des Iran-Kriegs hatte sich die Huthi-Miliz noch zurückgehalten. Seit dem Wochenende griffen die vom Iran unterstützten militanten Islamisten Israel mehrfach an. Die Miliz kündigte „volle und unerschütterliche Solidarität“ mit Teheran an.

Israelische Luftabwehrsysteme feuern, um Geschosse über Nordisrael abzufangen. (Archivbild)
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Irans Außenminister dementiert jegliche Verhandlungen mit den USA
9.51 Uhr: Der iranische Außenminister Abbas Araghtschi hat erneut jegliche Verhandlungen mit den USA dementiert. „Es gibt keine Grundlage für Verhandlungen“, sagte Araghtschi in einem am Mittwoch gesendeten Interview mit dem Fernsehsender Al Dschasira. „Wir bekommen Botschaften von der amerikanischen Seite, einige direkt und einige über unsere Freunde in der Region, und wenn nötig antworten wir auf diese Botschaften“, schilderte der Minister weiter.

Irans Außenminister Abbas Araghtschi bei einer Pressekonferenz.
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Einige Botschaften seien auch direkt mit dem US-Sondergesandten Steve Witkoff ausgetauscht worden. Berichte iranischer Medien, wonach Teheran einen Gegenvorschlag für einen in der vergangenen Woche von den USA vorgelegten 15-Punkte-Plan gemacht hatte, dementierte Araghtschi. Die iranische Regierung habe „nichts als Antwort angeboten“; bei den Berichten über einen angeblichen iranischen Gegenvorschlag handele es sich lediglich um „Vermutungen“, sagte der Minister.
Teheran habe „null“ Vertrauen zur US-Regierung und werde keine Waffenruhe akzeptieren, betonte Araghtschi. Stattdessen forderte er ein „vollständiges Ende des Krieges“ und Reparationszahlungen für die Kriegsschäden im Iran.
Iranisches Staats-TV meldet Angriff in Teheran
6.51 Uhr: Das iranische Staatsfernsehen hat Angriffe in weiten Teilen der iranischen Hauptstadt Teheran gemeldet. Im Norden, Osten und Zentrum der Stadt seien Explosionen zu hören gewesen, berichtete der Sender Irib am Mittwoch und sprach von „Angriffen auf Teheran“. Weitere Details waren zunächst nicht bekannt.
Die USA und Israel hatten den Krieg im Nahen Osten am 28. Februar mit Luftangriffen auf den Iran begonnen. Teheran reagierte mit Raketen- und Drohnenangriffen auf Israel sowie auf mehrere Golfstaaten und US-Einrichtungen in der Golfregion.
Kuwaits Flughafen von Drohnen angegriffen
5.04 Uhr: Kuwait ist erneut unter Beschuss durch Drohnen geraten. Treibstofftanks am internationalen Flughafen seien getroffen worden, teilte die Zivilluftfahrtbehörde des Landes in der Nacht auf der Plattform X mit. Einsatzkräfte seien im Einsatz. Nach ersten Erkenntnissen sei durch den Beschuss nur Sachschaden entstanden. Berichte über Verletzte gebe es nicht.
Der Iran greift auch mehr als vier Wochen nach Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe gegen sich immer wieder seine benachbarten Golfstaaten, die US-Militärstützpunkte beherbergen, mit Raketen und Drohnen an.

Rauch steigt aus dem internationalen Flughafen von Kuwait nach einem Drohnenangriff auf ein Treibstofflager auf. (Archivbild)
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Behörde: Tanker vor Katar beschossen
4.32 Uhr: Vor der Küste des Golfstaats Katar ist ein Tanker unter Beschuss geraten. Das Schiff sei rund 31 Kilometer nördlich der Hauptstadt Doha von einem nicht näher beschriebenen Projektil getroffen worden, teilte die britische Behörde für die Sicherheit der Handelsschifffahrt (UKMTO) mit. Es sei ein Schaden im Rumpf oberhalb Wasseroberfläche entstanden. Die Besatzung sei in Sicherheit. Wer für den Angriff verantwortlich war, blieb zunächst unklar.
Netanjahu kündigt Fortführung des Iran-Kriegs an
4.11 Uhr: Israels Regierungschef Benjamin Netanjahu hat eine Fortführung des Kriegs gegen den Iran angekündigt. „Die Kampagne ist noch nicht vorbei“, sagte Netanjahu in einer am Dienstag übertragenen Fernsehansprache und fügte an: „Wir werden das Terrorregime weiterhin zerschlagen.“ Israel sei seiner „Mission treugeblieben“, habe „das Gesicht des Nahen Ostens verändert“ und sich zu einer „Regionalmacht“ entwickelt, sagte Netanjahu weiter.

Der israelische Premierminister Benjamin Netanjahu.
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Der iranische Präsident Massud Peseschkian hatte sich zuvor offen für eine Beendigung des Kriegs gezeigt. Sein Land habe „den nötigen Willen, um den Konflikt zu beenden“, sagte Peseschkian in einem Telefonat mit EU-Ratspräsident António Costa. Er forderte zugleich „notwendige Garantien“, um „eine Wiederholung der Aggression zu verhindern“ sowie „finanzielle Entschädigungen“.
Der führende israelische Oppositionspolitiker Jair Lapid kritisierte Netanjahu für seine Rede scharf. Er habe „zum tausendsten Mal die arrogante Rede mit der Aussage ‚Ich habe den Nahen Osten verändert‘ gehalten“, sagte Lapid. „Du hast den Nahen Osten beinahe verändert“, sagte er mit Blick auf Netanjahu. „Am Ende stellt sich immer heraus, dass er sich doch nicht verändert hat.“
Israels Armee bombardiert erneut Ziele in Beirut
3.22 Uhr: Die israelische Luftwaffe hat in der Nacht erneut schwere Luftangriffe auf Ziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut ausgeführt. Es seien ein ranghoher Kommandeur der vom Iran unterstützten Hisbollah-Miliz sowie ein weiterer „Terrorist“ getroffen worden, teilte die israelische Armee auf Telegram mit. Nach vorläufigen Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums wurden bei den Angriffen mindestens fünf Menschen getötet und 21 weitere verletzt.
Bewohner berichteten von lauten Explosionen und Bränden in der Nähe des internationalen Flughafens von Beirut. Die Hisbollah hatte zuvor erneut Raketen und Drohnen auf den Norden Israels gefeuert. Der israelische Rettungsdienst meldete mehrere Verletzte, darunter auch ein Kind, das leicht verletzt worden sei.

Rauch und Feuer dringen aus einem Gebäude, das von einem israelischen Luftangriff am Rande eines südlichen Vororts von Beirut und in der Nähe der iranischen Botschaft getroffen wurde.
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Israel: Fabrik für Irans Chemiewaffen-Entwicklung attackiert
2.10 Uhr: Israels Armee hat nach eigenen Angaben im Iran einen Hauptlieferanten für die mutmaßliche Entwicklung von Chemiewaffen bombardiert. Das Werk, das sich als ziviles Unternehmen ausgegeben habe, habe dem Machtapparat chemische Substanzen, darunter Fentanyl, für die Forschung und Entwicklung chemischer Waffen geliefert, behauptete die Armee in der Nacht. Die Angaben ließen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen. Es ist nicht bekannt, ob der Iran zuletzt tatsächlich an der Entwicklung von Chemiewaffen für den militärischen Einsatz arbeitete.
Fentanyl ist ein Narkosemittel. Es gelte in hohen Dosen als hochgiftig, hieß es. Die Firma habe „diese tödliche Substanz“ wissentlich und systematisch an eine Organisation des iranischen Verteidigungsministeriums geliefert, die sie für die Forschung und Entwicklung chemischer Waffen nutzte, erklärte Israels Armee.

US-Präsident Donald Trump winkt, als er am Palm Beach International Airport an Bord der Air Force One geht.
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Trump: USA werden den Iran „sehr bald“ verlassen
1.24 Uhr: US-Präsident Donald Trump hat ein baldiges Ende der Einsätze der US-Armee im Iran in Aussicht gestellt. Auf eine Frage zu erhöhten Spritpreisen im Zuge des Iran-Krieges antwortete Trump am Dienstag im Oval Office: „Ich muss nur den Iran verlassen, und das werden wir sehr bald tun, und dann werden sie zusammenbrechen.“ Anschließend sprach er von einem Zeitraum von „vielleicht zwei Wochen, vielleicht ein paar Tagen länger“.
Ein Ende der Einsätze der US-Armee im Iran hänge nicht davon ab, ob eine Einigung mit dem Iran erzielt werde, erklärte Trump. „Sie müssen mit mir keinen Deal machen“, sagte er mit Blick auf die Führung in Teheran. „Wenn wir das Gefühl haben, dass sie für lange Zeit in die Steinzeit zurückversetzt wurden und nicht in der Lage sein werden, eine Atomwaffe zu entwickeln, dann werden wir abziehen.“ Es sei „irrelevant“, ob dabei eine Einigung mit Teheran erzielt werde. Zuletzt hatte Trump immer wieder von diplomatischen Kontakten mit dem Iran gesprochen. Teheran bestreitet jedoch Gespräche mit der US-Regierung.
red/afp/dpa
