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Massenproteste in FrankreichAuswärtiges Amt mahnt Reisende zur Vorsicht

Angesichts der heftigen Ausschreitungen bei den Protesten rät jetzt das Auswärtige Amt Reisenden zur Vorsicht.

Jugendliche zerschlagen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in Paris eine Schaufensterscheibe.

Jugendliche zerschlagen bei Zusammenstößen zwischen Demonstranten und der Polizei in Paris eine Schaufensterscheibe.

Bei Massenprotesten in Frankreich kam es am Wochenende erneut zu Ausschreitungen. Angesichts der heftigen Ausschreitungen bei den Protesten rät jetzt das Auswärtige Amt Reisenden zur Vorsicht.

„Verhalten Sie sich umsichtig und meiden Sie Demonstrationen, wenn möglich“, heißt es bei den Reisehinweisen auf der Internetseite des Ministeriums. Weitere Proteste „und ggf. Ausschreitungen in den kommenden Tagen“ seien nicht auszuschließen.

Reisende sollten Anweisungen der französischen Sicherheitskräfte befolgen. „Beachten Sie, dass aufgrund von neuen Gesetzesänderungen Geldbußen und Schadensersatzforderungen drohen, wenn man sich nach Aufforderung nicht von ungenehmigten und gewalttätigen Demonstrationen entfernt“, schreibt das Ministerium.

Innenminister Nuñez räumt „Kontrollverlust“ der Polizei ein

Bei Massenprotesten gegen hohe Lebenshaltungskosten mit rund einer halben Million Teilnehmern war es am Wochenende in mehreren französischen Städten zu Gewalt und Plünderungen gekommen.

Bei den Ausschreitungen sind allein in Paris am Sonntag und in der Nacht zum Montag weitere 350 Menschen festgenommen worden. Dies teilte Innenminister Laurent Nuñez am Montag (19. Oktober) mit.

Landesweit wurden am Wochenende 2331 Menschen in Polizeigewahrsam genommen, wie Justizminister Gérald Darmanin dem Sender France 2 sagte. Gegen mehr als 80 Prozent von ihnen werde strafrechtlich vorgegangen. Mehrere Dutzend Verdächtige seien bereits in Untersuchungshaft genommen worden, darunter 13 alleine im südfranzösischen Marseille.

Innenminister Nuñez räumte unterdessen einen „Kontrollverlust“ der Polizei in „einigen Großstädten“ bei den Gewaltexzessen vom Samstag ein. Die Sicherheitskräfte seien nicht ausreichend auf die große Zahl von Randalierern und Plünderern vorbereitet gewesen, sagte er dem Sender France Inter.

Der Innenminister hatte Präsident Emmanuel Macron am Sonntag laut dem Élysée-Palast seinen Rücktritt angeboten. Macron lehnte dies jedoch laut dem Élysée mit Verweis auf die „notwendige Kontinuität bei der Führung der Sicherheitskräfte“ ab. (dpa/AFP)