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Wie bei Maduro
Medwedew hält Entführung von „Neonazi Merz“ für realistisch – Berlin reagiert

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Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz. (Archivfoto)

Bundeskanzler Friedrich Merz bei einer Pressekonferenz. (Archivfoto)

Eine Gefangennahme von Kanzler Merz nach US-amerikanischem Vorbild? Russlands Ex-Präsident droht auch Selenskyj.

Analog zu dem Vorgehen der USA in Venezuela kann sich Russlands Ex-Präsident Dmitri Medwedew ähnliche Entführungsaktionen gegen andere Staats- oder Regierungschefs vorstellen, unter ihnen Bundeskanzler Friedrich Merz. Die Reaktion in Berlin fällt scharf aus.

Russlands Ex-Präsident über mögliche Entführung von Kanzler Merz

„Die Entführung des Neonazis Merz könnte eine hervorragende Wendung in dieser Karnevalsserie sein“, sagte Medwedew, aktuell Vizevorsitzender des nationalen Sicherheitsrats in Moskau, in einem Gespräch mit der Staatsagentur Tass.

Ein solches Szenario hätte durchaus etwas Realistisches an sich, meinte er. „Es gibt sogar Gründe, ihn in Deutschland zu verfolgen, daher wäre es kein Verlust, zumal die Bürger umsonst leiden.“

Reaktion in Berlin fällt scharf aus

Die Bundesregierung hat die Äußerungen strikt zurückgewiesen. „Derartige Drohungen verurteilen wir auf das Schärfste“, sagte der stellvertretende Regierungssprecher Sebastian Hille in Berlin. Nach seinen Angaben sieht die Bundesregierung keinen Anlass, wegen der Äußerungen die Sicherheitsvorkehrungen für den Schutz des Kanzlers nachzubessern.

„Die vorhandenen Sicherheitsmaßnahmen haben sich bewährt und bieten einen anlassbezogenen und der Gefährdungslage des Bundeskanzlers angemessenen Schutz“, betonte Hille. Kanzler Merz sei „gut und sicher geschützt“. Die Beamtinnen und Beamten der Sicherungsgruppe des Bundeskriminalamts gehörten „zu den Besten der Welt“.

Der frühere Kremlchef (2008-2012) hat sich in den vergangenen Jahren als Scharfmacher gegen den Westen etabliert. Immer wieder fällt er mit rhetorischen Angriffen gegen die Ukraine und den Westen auf.

Wedwedew warnt Selenskyj, sich „nicht zu entspannen“

Wenn behauptet werde, dass der nun entmachtete venezolanische Staatschef Nicolás Maduro ein illegitimer Präsident sei, dann halte das keiner Kritik stand, sagte Medwedew weiter. Dies gelte vor allem für die europäischen Reaktionen, die einen „doppelten Standard“ Europas aufzeigten.

Er fügte mit Blick auf den ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj hinzu, dass es aus dieser Sicht „sicherlich besser ist, sich nicht zu entspannen“, da dessen Amtszeit längst abgelaufen sei. Selenskyj allerdings bleibt aufgrund der Verfassung zu Kriegszeiten im Amt. (afp/dpa/jv)