In den USA ist laut „El Mundo“ eine fünfköpfige Gruppe aufgeflogen, die auf Anweisung aus Moskau gehandelt haben soll.
Attentatspläne gegen KremlkritikerMoskau wollte angeblich Schachlegende ermorden lassen

Schachlegende und Kremlkritiker: Gegen Garri Kasparow soll es Attentatspläne gegeben haben. (Archivbild)
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Russische Behörden haben offenbar über mehrere Monate hinweg die Ermordung der Oppositionellen Ilja Ponomarew und Garri Kasparow in den USA geplant, das berichtet die spanische Zeitung „El Mundo“.
Im Sommer 2026 informierten die US-Behörden Kasparow demnach darüber, dass er Ziel eines geplanten Attentats sei, und stellten ihm zum ersten Mal seit seinem Umzug nach New York im Jahr 2013 Personenschutz zur Verfügung, berichteten Quellen aus dem Umfeld des Kremlkritikers. Die Pläne zur Ermordung von Ilja Ponomarew befanden sich laut „El Mundo“ indes in einem „noch fortgeschritteneren Stadium“.
Fünfköpfige Gruppe soll Mörder in den USA rekrutiert haben
In den USA ist demnach eine fünfköpfige Gruppe aufgeflogen, die auf Anweisung aus Moskau gehandelt haben soll. Die Gruppe hat den Angaben zufolge Täter für Überwachungs- und Mordaufträge rekrutiert.
Ein angeworbener Agent machte dem Bericht zufolge Fotos von zwei Orten in Washington, die mit Ponomarew in Verbindung standen. Für das Fotografieren der Orte sollen 1000 bis 1500 US-Dollar geboten worden sein. Für den Mord selbst sollten 40.000 US-Dollar gezahlt werden. Nach Angaben von „El Mundo“ kam es nicht zum Attentat, da der ausgewählte Attentäter es sich anders überlegte und den Auftrag schließlich ablehnte.
Bericht von „El Mundo“: Russland soll weitere Morde geplant haben
Laut der spanischen Zeitung war zudem ein dritter Mord geplant – das Opfer sollte demnach in der litauischen Hauptstadt Vilnius mit einem Messer erstochen oder mit Benzin in Brand gesetzt werden.
Es wurde zunächst nicht bekannt, um welche Person es sich bei diesem Mordplan gehandelt haben soll. Die Journalisten von „El Mundo“ mutmaßen jedoch, dass der bekannte Kremlkritiker Wladimir Kara-Mursa ein mögliches Ziel gewesen sein könnte.
Tiergartenmord machte in Deutschland Schlagzeilen
Mordpläne soll es laut der spanischen Zeitung außerdem gegen weitere russische Oppositionelle und Aktivisten gegeben haben. So werden etwa Ivan Tyutrin und Ruslan Gabbasow genannt. Tyutrin ist Mitbegründer des „Forums für ein freies Russland“, Gabbasow ein baschkirischer Aktivist und Gründer des „Komitees der baschkirischen Nationalbewegung im Ausland“.
Bereits in der Vergangenheit wurden von westlichen Ermittlern Auftragsmorde russischen Staatsorganen oder ihnen nahestehenden Akteuren zugeschrieben. Dazu zählen etwa die Vergiftung des ehemaligen russischen Geheimdienstmitarbeiters Alexander Litwinenko in London 2006 und der Giftanschlag auf Sergei Skripal und seine Tochter in Salisbury 2018.
Besonders bekannt ist der sogenannte Tiergartenmord: 2019 wurde der georgische Staatsbürger Selimchan Changoschwili im Berliner Tiergarten erschossen. Ein Gericht verurteilte den Täter später zu lebenslanger Haft und stellte fest, dass der Mord im Auftrag staatlicher russischer Stellen begangen worden war. (das)

