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Nach Angriffen auf BeirutIran stellt Einigung infrage – Trump ermahnt Israel

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Irans Parlamentspräsident Ghalibaf

Ghalibaf stellt nach Israels Angriffen in Beiruter Vororten den diplomatischen Weg mit den USA infrage. (Archivbild)

Nach Angriffen auf Beirut droht der Iran Israel mit Vergeltung. Das mögliche Abkommen gerät ins Wanken

US-Präsident Donald Trump hat Israels jüngsten Luftangriff auf Vororte der libanesischen Hauptstadt Beirut ungewöhnlich scharf kritisiert. Der Angriff „hätte nicht passieren dürfen“, schrieb Trump auf seiner Plattform Truth Social. Besonders brisant: Nach seinen Angaben stehen die USA und der Iran kurz vor einer Einigung über ein Rahmenabkommen zur Beendigung des seit Monaten schwelenden Konflikts.

„Wir stehen kurz vor einer Einigung, die der Region, einschließlich dem Libanon, Frieden bringen wird, und alle Seiten sollten sich zurückhalten“, erklärte Trump. Der Präsident forderte sowohl ein Ende israelischer Angriffe im Libanon als auch ein Ende von Attacken der Hisbollah auf Israel.

Trump stellt sich gegen engen Verbündeten

Auslöser der Debatte sind israelische Luftangriffe auf die südlichen Vororte Beiruts, die als Hochburgen der proiranischen Hisbollah gelten. Nach Angaben der israelischen Armee waren den Angriffen Drohnenattacken aus dem Libanon vorausgegangen.

Trump stellte zwar klar, dass Israel das Recht habe, sich gegen Bedrohungen zu verteidigen. Zugleich bezeichnete er den Anlass für den Gegenschlag als gering. Die Attacke, auf die Israel reagiert habe, sei „von sehr begrenztem und unbedeutendem Ausmaß“ gewesen.

Iran zweifelt nach Angriffen von Israel an Verhandlungen

Die Reaktion aus Teheran ließ nicht lange auf sich warten. Der iranische Parlamentspräsident und Chefunterhändler Mohammed Bagher Ghalibaf stellte die laufenden Gespräche mit den USA offen infrage. „Wenn Ihr weder den Willen noch die Fähigkeit habt, Euren Verpflichtungen nachzukommen, dann kann man den diplomatischen Weg auch nicht fortsetzen“, schrieb er auf der Plattform X.

Aus iranischer Sicht werfen die Angriffe die Frage auf, ob Washington seine Zusagen überhaupt durchsetzen kann. Teheran fordert seit Wochen, dass ein mögliches Abkommen nicht nur den Konflikt mit dem Iran, sondern auch die Lage im Libanon berücksichtigt.

Teherans Revolutionsgarden kündigen Vergeltung an

Zusätzlich verschärften die iranischen Revolutionsgarden den Ton. „Es besteht kein Zweifel, dass diese Verbrechen nicht unbeantwortet bleiben werden“, erklärte ein Sprecher der Elitestreitmacht im iranischen Staatsfernsehen.

Israel reagierte mit erhöhter Alarmbereitschaft. Das Militär teilte mit, man bereite sich auf mögliche Angriffe in den kommenden Stunden vor und sei auf verschiedene „defensive und offensive Szenarien“ eingestellt.

Trump hatte zuletzt mehrfach erklärt, ein Rahmenabkommen mit dem Iran stehe kurz vor dem Abschluss. Eigentlich sollte die Unterzeichnung bereits am Sonntag erfolgen. Das Abkommen gilt als Grundlage für weitere Verhandlungen über ein mögliches Ende des Konflikts. (dpa/sbo)