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„Rufschädigung“Millionenklage von Neil Young gegen Donald Trump

Bei der erneuten Klage des Rockstars gegen den US-Präsidenten geht es wieder um einen Song – und dieses Mal auch richtig viel Geld.

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ARCHIV - 01.07.2016, Dänemark, Roskilde: Neil Young tritt auf dem Roskilde Festival auf. Weil sie Falschinformationen über Corona-Impfstoffe verbreitet haben soll, hat der kanadische Rockstar Neil Young der Audio-Plattform Spotify mit einem Boykott gedroht. Foto: Nils Meilvang/SCANPIX DENMARK/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Neil Young verklagt eine Trump-Organisation (Archivbild von 2016)

Neil Young verabscheut Donald Trump – so viel dürfte sicher sein angesichts der bereits zweiten juristischen Auseinandersetzung, die der Kanadier gegen den US-Präsidenten anstrengt. Zahlreiche Musikerinnen und Musiker verwahrten sich in der Vergangenheit bereits gegen die Nutzung ihrer Songs bei Wahlkampfveranstaltungen Trumps, aber der 80-Jährige schaltet nun einen Gang höher.

Neil Young verklagt Trump auf 10 Millionen Dollar – und zwar wegen Rufschädigung. Genauer gesagt reichte Young am Montag (26. Oktober) Klage gegen das Trump 47 Committee, Inc., ein. Dabei handelt es sich um eine politische Organisation, die Spenden für Trump und die Republikaner sammelt. Sie veranstaltet Kundgebungen auch zu den Midterms. Young wirft dem Komitee vor, seinen Song „Rockin’ in the Free World“ ohne Lizenz zu verwenden.

Das Lied war als Einlaufmusik von Trump gespielt worden – nicht zum ersten Mal. Bereits 2020 hatte der Musiker gegen eine von Trumps Organisationen geklagt, konkret ging es um die Donald J. Trump for President, Inc. Damals hatte Trump das Lied sowie „Devil’s Sidewalk“ im Wahlkampf zu seiner zweiten Präsidentschaft verwendet. Man einigte sich daraufhin außergerichtlich, Young zog diese Klage im Dezember 2020 zurück.

„Rockin’ in the Free World“ richtet sich gegen Politik von Trump

Laut der erneuten Klage verstößt eine Trump-Organisation nun gegen diese Einigung, wie „Variety“ berichtet. Man habe damals zugesichert, „Rockin’ in the Free World“ nie wieder ohne Lizenz und Genehmigung abzuspielen, heißt es. Insbesondere wird auf eine Wahlkampfveranstaltung des Präsidenten am 12. Oktober 2026 in Youngstown, Ohio, verwiesen. Young beantragt demnach eine einstweilige Verfügung gegen eine weitere öffentliche Nutzung des Songs zu politischen Zwecken sowie 10 Millionen US-Dollar Schadensersatz für die bisherige Nutzung.

In der Klage heißt es laut „Variety“, „Rockin’ in the Free World“ sei eine „mitreißende Hymne, die die leeren Versprechungen der amerikanischen politischen Rhetorik den harten Realitäten gegenüberstellt, mit denen die Armen, Obdachlosen und Vergessenen konfrontiert sind. Der Text zeichnet eindringliche Porträts aus dem Straßenalltag – eine Mutter, die ihr Baby aussetzt, Süchtige, die in Verzweiflung versinken, Müll, der sich im Schatten des Wohlstands türmt –, während der wiederholte Refrain eine bissige Ironie vermittelt und eine Freiheit feiert, die offensichtlich nicht allen zuteilwird. Kurz gesagt: Der Song ist das Gegenteil von allem, wofür Donald J. Trump steht.“

Neil Young, der seit Jahrzehnten für seinen politischen Aktionismus und sein Einsetzen für soziale Belange bekannt ist, habe durch den Eindruck, er unterstütze Trump in irgendeiner Weise, eine Rufschädigung erlitten, heißt es weiter.

Neil Young zieht seine Musik von Amazon ab

Warum Trump und seine Anhänger die Musik erneut verwendeten, ist unklar. Möglich ist eine gezielte Provokation Neil Youngs, der zu den härtesten Kritikern des US-Präsidenten gehört. Wie die Chancen der Klage sind, ist unklar. Offen ist vor allem, ob der Vergleich von 2020 auf eine andere juristische Organisation übertragbar ist.

Erst Anfang 2026 hatte der Folkmusiker für Gesprächsstoff gesorgt, als er seine Musik von Amazon abzog. Die Aktion fand zu einem Zeitpunkt statt, als Trump wiederholt Ansprüche auf Grönland anmeldete. Young verkündete, seine Songs den grönländischen Bürgerinnen und Bürgern schenken zu wollen. Diese sollten ein Jahr lang kostenlosen Zugang zu seiner Website Neil Young Archives erhalten.

Hintergrund war, dass Amazon Jeff Bezos gehört, und dieser sei ein „milliardenschwerer Unterstützer des Präsidenten“, so Young, der gleichzeitig zum Boykott von Amazon aufrief. Bezos hatte auch den Wahlkampf Trumps massiv unterstützt.