Nach dem Hitzesommer mit 3000 Toten in NRW fördert die Landesregierung den Einbau von Klimaanlagen in Krankenhäusern und Pflegeheimen. Das ist zunächst einmal richtig, reicht aber längst nicht.
Kommentar zum HitzeschutzAusgerechnet die Schulen bleiben außen vor

Pflegeheime in NRW sollen mit Klimaanlagen ausgestattet werden.
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Es ist ein beinahe natürlicher politischer Reflex: Erst kommt die Katastrophe, dann das Geld. Nach der verheerenden Flut im Ahrtal wurden Hochwasserschutz und Katastrophenvorsorge neu bewertet. Nach einem Sommer mit mehr als 3000 Hitzetoten allein in Nordrhein-Westfalen geschieht nun Ähnliches beim Hitzeschutz.
Und das ist zunächst einmal richtig. Wenn in NRW nur jedes zehnte Patientenzimmer gekühlt oder klimatisiert ist und selbst in Notaufnahmen erhebliche Lücken bestehen, muss das Land handeln. Knapp 300 Millionen Euro für besseren Hitzeschutz in Krankenhäusern, Pflegeheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen sind gut angelegtes Geld. Der Klimawandel macht extreme Hitze wahrscheinlicher – darauf müssen Einrichtungen vorbereitet sein, in denen sich besonders gefährdete Menschen aufhalten.
Die Alternativlösung klingt wie Hohn
Doch eine Gruppe fällt bei der Hitzeschutz-Offensive wieder einmal durchs Raster: Kinder. Ausgerechnet für Schulen soll eine flächendeckende Ausstattung weiterhin nicht der Weg sein. Natürlich gibt es dafür Argumente: Klimaanlagen verbrauchen Energie und sind teuer im Betrieb. Doch die Alternativlösung klingt nun noch einmal mehr wie Hohn: Verschattung, Dämmung und Begrünung sind zwar sinnvoll, stoßen bei wochenlangen Temperaturen jenseits der 35 Grad aber an Grenzen. Die Folgen: Konzentriertes Lernen wird unmöglich, der Arbeitsalltag für Lehrpersonen zur Zumutung, Unterrichtsstunden entfallen.
NRW zieht aus dem Sommer 2026 die richtige Konsequenz. Schutz vor extremer Hitze ist keine Frage des Komforts, sondern Teil der öffentlichen Daseinsvorsorge. Deshalb müssen auch nicht morgen Klimageräte in jedem Klassenzimmer hängen. Aber wer nach diesem Sommer Hunderte Millionen Euro in ein hitzeresistentes NRW investiert, sollte ausgerechnet die Kinder nicht wieder auf später vertrösten.