Der Schaden durch Korruption in NRW ist auf 31 Millionen Euro explodiert. Grund sind wenige, aber große Fälle.
LKA meldet MillionenschadenKorruptionsschaden in NRW steigt auf 31 Millionen Euro

Der registrierte Schaden durch Korruption ist in die Höhe geschnellt. (Archivbild)
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In Nordrhein-Westfalen hat der erfasste finanzielle Verlust durch Bestechungsdelikte im Jahr 2024 eine beträchtliche Höhe erreicht. Gemäß dem neuesten Lagebericht des Landeskriminalamts (LKA) beläuft sich die Schadenssumme auf 31 Millionen Euro, während sie im Vorjahr noch bei rund einer Million Euro lag. Dieser erhebliche Zuwachs wird auf einige umfangreiche Verfahren mit Schäden in Millionenhöhe zurückgeführt.
Parallel dazu wuchs die Anzahl der Ermittlungen wegen Korruption von 199 auf 207 an. Ebenso erhöhte sich die Zahl der Personen, die verdächtigt werden, Schmiergelder oder andere Vorteile angenommen zu haben, um 54 Prozent auf insgesamt 191. Unter diesen Verdächtigen befanden sich 159 Amtsträger, was einer Zunahme von über 80 Prozent entspricht. Im Gegensatz dazu sank die Menge der einzelnen Straftaten um 59 Prozent auf 673, und auch die damit verbundenen Delikte zeigten eine abnehmende Tendenz.
Konkrete Fälle: Von Brandschutz bis Feuerwehr
So soll etwa eine Versicherungsgesellschaft aufgrund von manipulierten Preisvereinbarungen für Brandschutzvorkehrungen fünf Millionen Euro über dem ursprünglich veranschlagten Betrag gezahlt haben. Diese Summe sollen sich die beteiligten Akteure geteilt und für die vollständige Sanierung ihrer privaten Wohnungen verwendet haben.
In einem anderen Fall wird dem früheren Chef einer Berufsfeuerwehr vorgeworfen, für 1,5 Millionen Euro Notstromgeneratoren beschafft zu haben. Dabei soll er alle geltenden Vergabevorschriften ignoriert haben. Ermittlungen ergaben, dass andere Gemeinden die gleiche Ausstattung wesentlich günstiger erhalten hatten. Ob er für dieses Vorgehen bestochen wurde, ist Gegenstand laufender Untersuchungen.
Versuchter Bestechung und hohe Dunkelziffer
Ein Fall zeigt, dass nicht alle Bestechungsversuche gelingen: Eine Eigentümerin einer Immobilie soll einem Angestellten des Bauamtes während der Weihnachtszeit einen versiegelten Briefumschlag mit 800 Euro ausgehändigt haben. Dies geschah im Kontext mehrerer von ihr gestellter Bauanträge. Der betreffende Mitarbeiter informierte jedoch seine Vorgesetzte über den Vorfall.
Die Kriminalbeamten verweisen auf wissenschaftliche Untersuchungen, die nahelegen, dass die Dunkelziffer bei Korruptionsdelikten zwischen 95 und 98 Prozent beträgt. Für Nordrhein-Westfalen würde dies bedeuten, dass der tatsächliche Schaden in die Milliarden gehen könnte. Der Begriff Korruption umfasst die Straftatbestände der Bestechung, der Bestechlichkeit sowie der Vorteilsgewährung und Vorteilsannahme.
Schon in der Vergangenheit hatte das Landeskriminalamt darauf aufmerksam gemacht, dass die Jahresstatistik durch einzelne, besonders große Verfahren stark verzerrt werden kann. (dpa/red)
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