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Niedrige Geburtenrate17.000 Kita-Plätze weniger in NRW beantragt

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Düsseldorf: Jacken hängen an der Garderobe einer Kindertagesstätte.

Düsseldorf: Jacken hängen an der Garderobe einer Kindertagesstätte.

In NRW entfallen im Sommer über 17.000 Kita-Plätze wegen niedriger Geburtenrate. 106 Millionen Euro verbleiben dennoch im System.

In NRW fallen 17.124 Kita-Plätze weg. Das geht aus einer Anfrage der SPD-Fraktion im Landtag hervor. Grund für den Rückgang ist laut NRW-Familienministerium die sinkende Geburtenrate. Die Jugendämter passen ihr Angebot ab kommenden Sommer an und beantragten weniger Kita-Plätze, heißt es. Nach Informationen des Ministeriums sinkt die Zahl der Plätze in 160 von 186 Jugendamtsbezirken in NRW. In 25 Bezirken steigt sie und in einem Bezirk bleibt sie stabil.

Die Zahl der Kitas sinkt zum 1. August um 59 Einrichtungen auf 10.805. Gleichzeitig arbeiten dort mehr Fachkräfte, betont das Ministerium: Innerhalb eines Jahres sei die Zahl um 3000 Erzieherinnen und Kinderpfleger gestiegen. 

Das Land hat im Haushalt ursprünglich mehr Geld für Kita-Plätze eingeplant als nun benötigt, genauer gesagt: 106 Millionen Euro mehr. Das Geld bleibt im Kita-System, knapp die Hälfte soll in die Sprachförderung fließen. Die restliche Summe geht in die Ausweitung des Kita-Helferprogramms und in eine Personaloffensive. Die 106 Millionen Euro sind „als dauerhafte Mittel im Kinderbildungsgesetz verankert“, so das Ministerium.

„Tatsächlich hatten wir bereits einen Rückgang der Anmeldungen der Eltern für Plätze in der Kinderbetreuung bei der Planung berücksichtigt“, sagt Familienministerin Verena Schäffer. „Dieser war allerdings noch einmal größer als erwartet.“

Dennis Maelzer von der SPD-Fraktion kritisiert, die Zahl der Kita-Plätze sinke in NRW deutlich schneller als die Geburtenrate. Und: „Die aktuellen Entwicklungen eröffnen uns die Möglichkeit, die Kita-Finanzierung in Nordrhein-Westfalen endlich auf ein solides Fundament zu stellen“, sagt Maelzer. Die SPD spricht sich für eine Sockelfinanzierung der Kindertagesstätten aus.