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Ungewöhnliche AktionLandesbetrieb sucht Gefängnis-Grundstücke in NRW per Annonce

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Ein Stacheldrahtzaun umzäunt das Gelände einer Justizvollzugsanstalt.

Ein Stacheldrahtzaun umzäunt das Gelände einer Justizvollzugsanstalt.

Der Strafvollzug in NRW braucht mehr Platz. Um Grundstücke für neue Gefängnisse zu finden, geht man nun einen ungewöhnlichen Weg.

Ungewöhnliche Grundstückssuche: Der landeseigene Bau- und Liegenschaftsbetrieb (BLB) hat Anzeigen geschaltet, um Flächen für neue Gefängnisse zu finden. Die Annoncen seien in Lokalzeitungen und einem Fachmagazin erschienen, so eine Sprecherin des BLB auf Anfrage. 

„Geeignet sind grundsätzlich Gewerbe-, Industrie- oder landwirtschaftliche Flächen“, heißt es in den Anzeigen. Allerdings würden „mindestens 15 Hektar“ gebraucht – was schon eine Schwierigkeit bei der Suche verdeutlicht.

Landesbetrieb in NRW sucht Gefängnis-Grundstücke per Annonce

„Die Flächensuche läuft landesweit und beschränkt sich nicht auf bestimmte Regionen. Von Vorteil wäre eine möglichst gute Anbindung an den ÖPNV und Bundesautobahnen sowie eine Nähe zu örtlichen Gerichten“, hieß es vom BLB. Um den „Haftplatzbedarf in Nordrhein-Westfalen langfristig zu decken“ suche man im Auftrag des Justizministeriums Grundstücke für neue Gefängnisse und „Rotationsanstalten“ für Anstalten, die saniert und zeitweise geräumt werden müssen.

Aktuell gibt es in Nordrhein-Westfalen laut dem Justizportal „Justiz NRW“ 36 Justizvollzugsanstalten mit mehr als 18.000 Plätzen und fünf Jugendarrestanstalten mit mehr als 250 Plätzen. Zu den größten Justizvollzugsanstalten gehören unter anderem die Einrichtungen in Köln und Bielefeld.

JVA in Köln soll umgebaut werden

In Köln soll die JVA in Ossendorf aufgrund baulicher Mängel um- beziehungsweise neu gebaut werden. Die Arbeiten zum Neubau könnten ab 2026 beginnen. Der Abbruch der alten Häuser sowie der entsprechenden Neubauten soll etappenweise erfolgen. Während der großen Bauphase in Ossendorf kommen viele Häftlinge zeitweise in den neuen Anstalten unter. Das Gefängnis war 1969 in Betrieb genommen worden und bietet Platz für 1135 Häftlinge.

Der BLB ist Eigentümer und Vermieter fast aller landeseigenen Immobilien – darunter Behörden, Polizeipräsidien, Ministerien und eben Gefängnisse. Insgesamt verwaltet der BLB nach eigenen Angaben 4100 Gebäude. (pst/dpa)