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Schlagloch-Alarm per SmartphoneApp soll Meldung von Straßenschäden erleichtern

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Diese Schlaglöcher waren auf der Kerpener Straße in Köln zu sehen.

Diese Schlaglöcher waren auf der Kerpener Straße in Köln zu sehen.

Straßenschäden sind ärgerlich und ein Sicherheitsrisiko. Die FDP fordert NRW-App für Schlaglochmeldungen per Foto - und die Reparatur kleiner Schäden binnen eines Monats.

Schlaglöcher, Risse und beschädigte Fahrbahnen beschäftigen die Kommunen in Nordrhein-Westfalen weiterhin. Allein in Köln gingen im Frühjahr 2025 über das städtische Meldesystem und durch Hinweise von Bürgern mehr als 8200 Meldungen zu Straßenschäden ein. Dabei handelt es sich vor allem um Schlaglöcher, aber auch um Risse und andere Schäden an der Fahrbahn.

Schlaglöcher sind nicht nur ein Ärgernis, sondern können auch zu erheblichen Sicherheitsrisiken führen. Besonders Motorrad- und Radfahrer sind gefährdet, weil bereits kleinere Fahrbahnschäden einen Sturz auslösen können. Autofahrer riskieren Reifenplatzer, beschädigte Felgen oder den Verlust der Kontrolle über ihr Fahrzeug. Hinzu kommt, dass abrupte Ausweichmanöver immer wieder zu Unfällen führen.

Wie groß der Reparaturaufwand ist, zeigen Zahlen aus anderen Städten: In Essen wurden im vergangenen Jahr in Spitzenzeiten rund 300 Schlaglöcher pro Tag beseitigt. Oberhausen ließ im gesamten Jahr 2025 mehr als 6000 Schlaglöcher ausbessern.

Die FDP-Landtagsfraktion will die Erfassung von Straßenschäden nun vereinfachen und fordert eine landesweite Smartphone-App mit dem Namen „NRW Reparieren“. Bürgerinnen und Bürger sollen Schlaglöcher und andere Fahrbahnschäden künftig per Foto melden können. Die Standortdaten würden automatisch erfasst und an die zuständige Behörde weitergeleitet. Die Liberalen haben einen entsprechenden Antrag vorgelegt, über den in dieser Woche im Düsseldorfer Landtag debattiert wird.

Bislang setzt Köln auf eine Schlagloch-Hotline. Für Landesstraßen verweist Straßen.NRW auf Kontaktformulare, Telefon oder E-Mail. Nach Ansicht der Liberalen sind diese Wege nicht mehr zeitgemäß.

„Ein Schlagloch sollte man im Jahr 2026 nicht mehr umständlich per Telefon oder Kontaktformular melden müssen“, sagte der verkehrspolitische Sprecher der FDP-Landtagsfraktion, Christof Rasche, im Gespräch mit unserer Zeitung. Das gehe viel einfacher: „Foto per App machen, optionaler Hinweis dazu, anschließend wird die Meldung automatisch mit den entsprechenden Geodaten verknüpft. Fertig. So umarmen wir die Zukunft“, erklärte Rasche.

Mit der App soll nach den Vorstellungen der FDP zugleich erstmals eine landesweite Datenbasis entstehen. Bislang werde nicht zentral erfasst, wie viele Schlaglöcher es in Nordrhein-Westfalen überhaupt gibt. Rasche fordert deshalb eine zentrale Meldesammlung mit automatischer Weiterleitung an Straßen.NRW oder die Autobahn GmbH.

Die Liberalen verbinden ihre Forderung zudem mit einer verbindlichen Reparaturfrist. Kleinere Schäden auf Landesstraßen sollten nach ihrer Vorstellung spätestens innerhalb eines Monats beseitigt werden. „Bürgerinnen und Bürger in NRW sollen sich darauf verlassen können, dass gemeldete Schäden auf Landesstraßen umgehend behoben werden“, so Rasche, der auch Vizepräsident des nordrhein-westfälischen Landtags ist.

Schlaglöcher entstehen vor allem durch eindringendes Wasser. Gefriert es im Winter, dehnt es sich aus und sprengt den Asphalt auf. Unter der Belastung durch den Verkehr brechen anschließend weitere Asphaltstücke heraus. Für dauerhafte Reparaturen wird die beschädigte Stelle zunächst ausgefräst oder ausgeschnitten, gereinigt und mit einer Bitumenemulsion als Haftschicht versehen. Anschließend wird neuer Asphalt eingebaut und verdichtet. Kleinere Schäden werden häufig zunächst mit Kaltasphalt geschlossen.

Die Kosten für die Instandsetzung trägt jeweils der Straßenbaulastträger. Auf städtischen Straßen in Köln werden Schlaglochreparaturen aus dem Haushalt der Stadt finanziert, auf Landesstraßen übernimmt das Land die Kosten, auf Autobahnen der Bund.