Die SPD will NRW zum familienfreundlichsten Land in Deutschland machen. ein „Kinder-Chancen-Geld“ gehört zu den Projekten, die für mehr Gerechtigkeit sorgen sollen.
So will die SPD Wüst schlagenOtt verspricht Prämie von 5000 Euro für jedes neugeborene Kind

Jochen Ott (M), designierter Spitzenkandidat der SPD für die Landtagswahl 2027, spricht auf einer Pressekonferenz neben den beide Landesvorsitzenden Sarah Philipp (l) und Achim Post (r).
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Die NRW-SPD will nach einem Sieg bei der Landtagswahl im Mai 2027 jedem neugeborenen Kind ein Startkapital von 5000 Euro mit auf den Weg geben. „Diesen Betrag werden wir in einem Fonds bei der NRW-Bank anlegen, die damit arbeiten kann“, sagte Jochen Ott, der designierte Spitzenkandidat der Partei, vor Journalisten in Düsseldorf. Ab dem 18. Lebensjahr werde der Betrag dann ausgezahlt“, sagte der Politiker aus Köln. Mit dem Start in das Berufsleben sei die Prämie ein wichtiger Baustein für mehr Chancengerechtigkeit. Mit dem Geld könne zum Beispiel der Führerschein bezahlt werden – oder die Erstausstattung für eine eigene Wohnung. Bei rund 150 000 Neugeborenen pro Jahr würde das etwa 750 Millionen Euro jährlich kosten.
Die Auszahlung des „Kinder-Chancen-Geldes“ gehört zu den Programmpunkten, die der Landesvorstand der NRW-SPD bei einer Klausurtagung beschlossen hatte. Bei dem Treffen war Ott zum Spitzenkandidaten gekürt worden. Ein Leitantrag mit der Überschrift „NRW, jetzt erst gerecht!“ formuliert das Ziel, NRW zum familienfreundlichsten Bundesland in Deutschland zu machen. Darin verspricht die SPD auch ein kostenloses Mittagessen in Schulen und Kitas.
Ott kündigte zudem eine umfassende Reform des Schulsystems an. Bis zum Ende der nächsten Wahlperiode im Jahr 2032 soll das vielgliedrige Schulsystem im Wesentlichen nur noch auf zwei Säulen nach der Grundschule fußen – auf Gymnasien und Gesamtschulen. „Kein Mensch versteht mehr dieses Schulsystem“, sagte Ott. Derzeit gibt es in NRW unter anderem Haupt-, Real-, Sekundar- und Berufsschulen. Gute Bildung und kluge Köpfe seien die Grundlage für wirtschaftlichen Erfolg, sichere Arbeit und eine starke Industrie im Wandel, sagte Ott. Gerechtigkeit im Alltag beginne bei funktionierenden Kitas, verlässlichen Schulen, guter Pflege und einem Staat, der unterstützte statt auszubremsen.
Achim Post, der Landesvorsitzende der NRW-SPD, erklärte, seine Partei sei „zurück auf dem Platz“. Bei den Landtagswahlen im Jahr 2022 hatte die SPD mit 26,7 Prozent das schlechteste Ergebnis in ihrer Geschichte erzielt – der CDU-Vorsitzende Hendrik Wüst hatte die Abstimmung klar gewonnen. Trotz schlechter Umfragewerte sieht sich die SPD nun auf Schlagdistanz. „Wir machen 18 Millionen Menschen in Nordrhein-Westfalen ein Angebot, um unser Land wieder gerecht zu machen und gehen zuversichtlich und selbstbewusst in die kommenden Monate.“
