In der Diskussion um die Verwicklung der Grünen in die Pädophilie-Debatte entwickelt sich eine hitzige Debatte um einen Tweet von CDU-Politiker Armin Laschet: Der beklagte sich darüber, dass es bei Brüderle wegen „Nichtigkeiten“ einen #aufschrei gegeben habe, eine entsprechende moralische Empörung aber bei Jürgen Trittin ausbleibe. Der Spitzenkandidat der Grünen war vor 32 Jahren in Göttingen presserechtlich für das Kommunalwahlprogramm der Alternativen-Grünen-Initiativen-Liste (AGIL) verantwortlich, die sich ehedem in der Studentenstadt um Sitze im Stadtparlament bewarb. In ihrem Programm forderte die AGIL, dass gewaltfreie sexuelle Handlungen zwischen Kindern und Erwachsenen nicht mehr bestraft werden sollten.
Dass Laschet den alltäglichen Seximus gegen Frauen als Nichtigkeit bezeichnete, erbost vor allem viele Nutzerinnen bei Twitter. Doch gibt es auch Stimmen, die sich Laschet anschließen und die Verharmlosung Trittins in die Pädophilie-Affäre monieren.
Unter dem Hashtag #aufschrei schreiben bei der Social Media Plattorm Twitter zahlreiche Frauen, vereinzelt aber auch Männer, über ihre Erlebnisse eines scheinbar ganz alltäglichen Sexismus. Ausgelöst wurde die Debatte im Januar diesen Jahres durch die „Stern“-Journalistin Laura Himmelreich. In ihrem Artikel berichtete sie über sexistische Äußerungen des FDP-Spitzenkandidaten Rainer Brüderle. Kurz darauf richtete die Netzfeministin Anne Wizorek bei Twitter das Hashtag #aufschrei ein. Innerhalb weniger Stunden war der Hashtag auf Platz eins der häufigsten Hashtags in Deutschland. „#Aufschrei“ gewann ein paar Monate später sogar den renommierten Grimme Online Award in der Kategorie „Spezial“.
