Stichwahl in Peru: Die Konservative Keiko Fujimori liegt nach ersten Auszählungen knapp vor dem Linkspolitiker Roberto Sánchez.
Enges Rennen in PeruRechtskonservative Fujimori liegt nach erster Zählung vorn

Keiko Fujimori bewarb sich bereits zum vierten Mal um das Präsidentenamt.
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In Peru entwickelt sich die Stichwahl um das höchste Staatsamt zu einer knappen Entscheidung zwischen der konservativen Anwärterin Keiko Fujimori und dem linksorientierten Politiker Roberto Sánchez.
Laut Mitteilung der Wahlbehörde des Andenstaates von Montagnacht (Ortszeit) liegt Fujimori nach Auswertung von über 45 Prozent der Voten mit rund 53 Prozent vorn, während Sánchez 47 Prozent erzielte. Das Oberste Wahlgericht hat nach Beendigung der kompletten Zählung bis Mitte Juli Zeit, den offiziellen Gewinner zu deklarieren.
Zur Stimmabgabe am Sonntag waren mehr als 27 Millionen Bürger Perus berechtigt. Der zweite Wahlgang wurde notwendig, da im April keiner der 35 Bewerber die erforderliche Mehrheit in der ersten Runde erreichen konnte. Die Vereidigung des neuen Staatsoberhaupts ist für den 28. Juli geplant.
Anhaltende politische Instabilität
Die politische Situation in dem Staat mit circa 35 Millionen Einwohnern wird von einem dauerhaften Konflikt zwischen der Exekutive und der Legislative bestimmt. Dies führt zu hoher Instabilität: In der vergangenen Dekade hatte Peru acht verschiedene Präsidenten. Der Kongress besitzt die Vollmacht, Staatsoberhäupter aufgrund von „moralischer Unfähigkeit“ ihres Amtes zu entheben.
Die Profile der Kandidaten
Die 51-jährige Keiko Fujimori ist die Tochter des früheren Präsidenten Alberto Fujimori, der wegen Menschenrechtsvergehen verurteilt wurde und inzwischen verstorben ist. Für die Politikerin der konservativen Gruppierung Fuerza Popular ist es die vierte Kandidatur für das höchste Staatsamt. Sie kündigte an, entschieden gegen die organisierte Kriminalität vorgehen zu wollen und beabsichtigt zudem eine Liberalisierung der Wirtschaft.
Ihr Gegenkandidat ist der 57-jährige Roberto Sánchez. Er diente als Minister für Außenhandel und Tourismus unter dem mittlerweile inhaftierten ehemaligen Präsidenten Pedro Castillo (2021-2022). Sánchez sieht Castillo als Opfer einer politischen Intrige und stattete ihm nach der Stimmabgabe einen Besuch im Gefängnis ab. Der Bewerber der Allianz Juntos por el Perú tritt für eine größere staatliche Beteiligung in der Wirtschaft ein und hat für den Fall seines Sieges eine Begnadigung Castillos in Aussicht gestellt. (dpa/red)
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