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Rekordausgaben für MilitärDeutschland gibt mehr aus als jedes andere Land in Europa

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Die weltweiten Militärausgaben steigen seit Jahren. (Symbolbild)

Ein neuer Sipri-Bericht belegt: Die weltweiten Militärausgaben erreichen einen Rekord. Deutschland ist Europas Spitze.

Laut dem Stockholmer Friedensforschungsinstitut Sipri erreichten die weltweiten Aufwendungen für das Militär 2025 eine neue Rekordsumme, befeuert durch eine Vielzahl von Kriegen und Konflikten. Die dpa meldet, dass sich die Etats damit zum elften Mal hintereinander erhöhten. Nach Abzug der Teuerungsrate lag die Zunahme gegenüber dem Vorjahr bei 2,9 Prozent. Über einen Zeitraum von zehn Jahren belief sich das Wachstum sogar auf 41 Prozent.

Weltweit beliefen sich die Militäraufwendungen aller Staaten im Jahr 2025 auf eine Summe von knapp 2,89 Billionen US-Dollar (knapp 2,47 Billionen Euro). Dennoch war die Zuwachsrate den Experten zufolge merklich niedriger als im Jahr 2024. Als Ursache dafür werden die gesunkenen Verteidigungsausgaben der USA genannt, was vor allem an der fehlenden Unterstützung für die Ukraine lag. Die Vereinigten Staaten gaben stattdessen vermehrt Geld für den Ausbau ihrer eigenen nuklearen sowie konventionellen militärischen Kapazitäten aus.

USA weiterhin an der Spitze der Militärausgaben

Ungeachtet dieser Reduzierung verzeichneten die Vereinigten Staaten mit umgerechnet knapp 814 Milliarden Euro weiterhin die mit deutlichem Vorsprung höchsten Verteidigungsetats. Der Sipri-Experte Diego Lopes da Silva prognostiziert außerdem einen künftigen Wiederanstieg dieser Summe: „Die USA haben bereits Pläne zur Erhöhung ihrer Militärausgaben angekündigt.“

Dass die weltweiten Verteidigungsetats wieder zunahmen, führen die Experten hauptsächlich auf die verstärkten Rüstungsanstrengungen in Europa zurück. Die europäischen Nationen erhöhten ihre Aufwendungen im Vorjahreszeitraum um 14 Prozent. Laut da Silva sei die unklare Situation bezüglich der Zuverlässigkeit der USA als Nato-Bündnispartner für zahlreiche Staaten ein relevanter Faktor gewesen. „Wenn man sieht, dass sich die internationale Sicherheit verschlechtert, schafft das eine Atmosphäre der Unsicherheit - und um sich sicherer zu fühlen, stecken die Staaten mehr Geld in ihr Militär.“

Deutschland führt europäisches Ranking an

Deutschland belegte den vierten Rang im Ranking der Staaten mit den größten Verteidigungsetats, nach den USA, China und Russland, aber vor allen anderen Nationen Europas. Gegenüber dem Vorjahr erhöhten sich die Aufwendungen Deutschlands um 24 Prozent und erreichten 114 Milliarden Dollar (etwa 97 Milliarden Euro). Sipri zufolge wurde mit den deutschen Verteidigungsausgaben zum ersten Mal seit dem Jahr 1990 die Zwei-Prozent-Vorgabe der Nato erreicht. Zusammengenommen kamen 22 der europäischen Bündnispartner auf diesen Wert.

Sowohl Russland als auch die Ukraine erhöhten ihre Aufwendungen für das Militär im vierten Jahr des Konflikts abermals. In der Ukraine belief sich der Anteil der Verteidigungsausgaben am Bruttoinlandsprodukt auf 40 Prozent. Über 60 Prozent des gesamten Staatshaushalts wurden laut Sipri-Angaben in die Streitkräfte investiert. „Das ist ein enormer Anteil der öffentlichen Ausgaben, und es ist schwer vorstellbar, wie der noch weiter steigen könnte, ohne dass die Bereitstellung grundlegender öffentlicher Leistungen darunter leidet“, sagte da Silva.

Entwicklungen in Asien und dem Nahen Osten

Aufgrund diverser Auseinandersetzungen und Spannungen erhöhten sich die Verteidigungsetats ebenfalls in zahlreichen asiatischen Staaten, darunter China, Japan, Taiwan, Indien und Pakistan. In der Nahost-Region war die Zunahme im Jahr 2025 dagegen lediglich moderat. Israels Aufwendungen waren sogar rückläufig, ein Umstand, den die Sipri-Experten «auf eine Verringerung der Intensität des Krieges im Gazastreifen nach dem Waffenstillstandsabkommen mit der Hamas im Januar 2025» zurückführen.

Im Iran sanken die Militäraufwendungen wegen der angespannten ökonomischen Situation real sogar. Nominal, also ohne Einrechnung der Teuerung, gab es hingegen einen Anstieg. „Allerdings unterschätzen die offiziellen Zahlen mit ziemlicher Sicherheit die tatsächlichen Ausgaben“, kommentiert die Sipri-Expertin Zubaida Karim. „Der Iran nutzt auch nicht im Haushalt ausgewiesene Öleinnahmen zur Finanzierung seines Militärs, einschließlich der Produktion von Raketen und Drohnen.“

Der Sipri-Wissenschaftler da Silva geht davon aus, dass die Tendenz zu höheren Verteidigungsetats auch im Jahr 2026 anhalten wird. „Es gibt derzeit weltweit sehr, sehr viele Konflikte. Und es ist sehr schwer vorstellbar, dass sich die Lage innerhalb eines Jahres so weit verbessern wird, dass sich dieser Trend umkehrt.“ Die jährlich publizierte Sipri-Analyse wird als die weitreichendste Erhebung ihrer Art angesehen und schließt auch Kosten für Personal, Militärhilfe sowie Forschung und Entwicklung mit ein. (dpa/bearbeitet durch Gemini 2.5 Pro)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.