Warschau – Zwölf Jahre nach dem Tod des damaligen polnischen Präsidenten Lech Kaczynski beim Absturz seiner Maschine im russischen Smolensk geht ein neuer polnischer Untersuchungsbericht von Sprengstoffexplosionen an Bord als Ursache aus.
„Die wahre Ursache der Katastrophe von Smolensk waren zwei Explosionen in der Schlussetappe des Flugs“, erklärte die mit der neuerlichen Untersuchung der Absturzursache beauftragte Regierungskommission in ihrem mehr als 300 Seiten langem Bericht, den sie am Dienstag auf ihre Internetseite stellte.
Bombe könnte zuvor in Russland an Bord deponiert worden sein
Der Bericht nennt die „Möglichkeit“, dass bei einer kurz zuvor in Russland vorgenommenen Reparatur des Flugzeugs möglicherweise Sprengkörper an Bord deponiert wurden. Die Reparaturen seien in den Awiakor-Werken in Samara erfolgt, die damals im Besitz des russischen Oligarchen und Putin-Freunds Oleg Deripaska gewesen seien, hieß es in dem Bericht.
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Dort hätte es „Möglichkeiten“ gegeben, Sprengstoff in der Maschine zu deponieren und zu gegebener Zeit „per verschlüsseltem Funkspruch“ zur Explosion zu bringen. Laut dem Bericht wurden an Trümmerteilen der Maschine Sprengstoffspuren entdeckt.
Schlag und Aufschreie in letzten Flugsekunden zu hören
Zudem verweist der Bericht auf die Aufnahmen der letzten Flugsekunden, auf denen ein Schlag sowie Aufschreie der Besatzung zu hören sind. Kaczynski, seine Frau und hochrangige Mitglieder seiner Regierung wollten im April 2010 an einer Gedenkfeier für die Opfer des von sowjetischen Truppen verübten Massakers von Katyn teilnehmen, als ihre Maschine beim Landeanflug auf dem alten Flughafen von Smolensk abstürzte.
Keiner der 96 Insassen überlebte. Die Diskussion um die Ursache der Katastrophe spaltet Polen bis heute. (afp)


