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Trumps Rolle im FokusJD Vance fordert nach „Blutbad“ bei Midterms schonungslose Analyse

Vance fordert eine „ehrliche Unterhaltung“ und rückt vom Iran-Krieg ab. Bei den Republikanern ist von einem „Blutbad“ die Rede.

Trump stehen komplizierte Jahre als Präsident bevor.

Trump stehen komplizierte Jahre als Präsident bevor.

Nach der Niederlage bei den Midterms fordern führende Republikaner eine schonungslose Analyse der Ursachen. Vizepräsident JD Vance rückte am Tag nach der Wahl von dem Iran-Krieg ab und verlangte eine „ehrliche Unterhaltung“ über den weiteren Kurs. „Jeder weiß, warum wir verloren haben“, schrieb er auf der Plattform X. Trump hatte den Krieg gemeinsam mit Israel begonnen; in dessen Folge zogen die Spritpreise in den USA spürbar an. Am Mittwoch räumte Trump ein, Vances Darstellung stimme „größtenteils“.

Scharfe Reaktionen aus der Republikanischen Partei

Der republikanische Gouverneur von Florida, Ron DeSantis, warnte vor Folgen, die seine Partei nahezu in ihrer Existenz bedrohen könnten. Die Niederlage wirke wie ein politischer Meteoriteneinschlag, sagte er. „Das war eine Zurückweisung des Präsidenten und des Kongresses.“

Der republikanische Senator aus Texas, Ted Cruz, sprach von einem „Blutbad“ und fragte nach den Konsequenzen. Auf X schrieb er: „2026 war nicht einfach nur eine blaue Welle, es war ein blauer Tsunami“. Diesmal sei nicht eine geringe Wahlbeteiligung das Problem gewesen, sondern die bewusste Entscheidung gegen republikanische Kandidaten.

Mit den Midterms beginnt der Vorlauf auf die Präsidentenwahl 2028

Mit dem Ende der Midterms beginnt die Vorbereitung auf die Präsidentenwahl 2028. Vor diesem Hintergrund sind die Äußerungen von Vance, DeSantis und Cruz besonders brisant, denn ihnen werden Ambitionen auf das Präsidentenamt in zwei Jahren nachgesagt. Zugleich ist offen, ob die Republikaner ihrem Präsidenten weiterhin so geschlossen die Treue halten.

Trump selbst schien nach der Niederlage wenig an einer Ursachenforschung interessiert. Bei seinem ersten öffentlichen Auftritt danach sprach er vor allem über seine Bauprojekte in Washington, darunter den seiner Ansicht nach „schönsten Ballsaal in der ganzen Welt“.

Demokraten brechen in bislang sichere Bundesstaaten ein

Trumps Republikaner verloren bei den Midterms die Mehrheit in beiden Kammern des Kongresses und zahlreiche Gouverneursämter in den Bundesstaaten. Dass Wähler die Zwischenwahlen nutzen, um mit der Politik des jeweiligen Präsidenten abzurechnen, ist üblich. Die Demokraten gewannen jedoch deutlich und holten auch Erfolge in Bundesstaaten, in denen sie jahrzehntelang nicht siegen konnten.

In Kansas gewann Adam Hamilton den ersten Senatssitz für die Demokraten seit 1932. In Texas wurde James Talarico zum ersten demokratischen US-Senator des Bundesstaats seit fast 40 Jahren gewählt. Mit seinem Sieg im hart umkämpften Michigan wird der linke Demokrat Abdul El-Sayed zum ersten muslimischen Senator in der US-Parlamentskammer.

Dass die Partei des Präsidenten bei den Midterms beide Kammern verliert, ist ebenfalls äußerst selten. In den vergangenen 70 Jahren geschah dies erst zum dritten Mal.

Genaues Ausmaß der Niederlage ist noch offen

Bislang kommt die Fraktion der Demokraten im Senat auf 54 von 100 Sitzen, ein Zugewinn von sieben. Mit Alaska und Mississippi könnten sie noch zwei weitere Sitze gewinnen; dort läuft die Auszählung noch. Auch im Repräsentantenhaus fehlen viele Ergebnisse, doch eine klare Mehrheit der Demokraten steht bereits fest. Mehr als 240 Sitze entfallen auf sie, für eine Mehrheit wären 218 nötig.

Der Verlust der Kongressmehrheiten wird es Trump erschweren, in den letzten zwei Jahren seiner Amtszeit zu regieren. Ab Januar bestimmen die Demokraten maßgeblich die Gesetzgebung. Zudem müssen wichtige Regierungsposten und Richter vom Senat bestätigt werden.

Außerdem können die Demokraten dank ihres Erfolgs im Kongress Untersuchungen gegen den Präsidenten und seine Regierung einleiten. Der demokratische Abgeordnete Robert Garcia warnte auf X: „Nehmt euch Anwälte“. (dpa/red)