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US-Politiker warnen TrumpTanker mit russischem Diesel steuern USA an – trotz Sanktionen gegen Schiffe

US-Präsident Donald Trump hatte im Wahlkampf den Import von 300.000 Tonnen Diesel aus Russland verkündet. Die Ware ist nun unterwegs.

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Chemical and oil products tanker "Marina M" is seen docked at the port of Saint Petersburg on October 22, 2026. (Photo by Olga MALTSEVA / AFP)

Der Hafen von Sankt Petersburg mit einem Öltanker (Symbolbild). Russland liefert Diesel in die USA.

Drei weitere Tanker mit russischem Diesel sind nach Angaben der russischen Regierung auf dem Weg in die USA. Ein viertes Schiff werde am Mittwoch in See stechen, sagte der für Energie zuständige stellvertretende Regierungschef Alexander Nowak am Dienstag in Moskau.

Ein erstes Schiff mit russischem Diesel, der unter maltesischer Flagge fahrende Tanker „Agioi Fanendes“, hatte bereits in der vergangenen Woche Kurs auf New York genommen. „Der erste Tanker ist auf dem Weg zu den Käufern“, hatte Kreml-Sprecher Dmitri Peskow am Freitag zu Reportern gesagt, wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtete. „Von nun an werden die Lieferungen planmäßig fortgesetzt“, so Peskow weiter.

Demnach legte der Tanker im Ostseehafen Primorsk mit 40.000 Tonnen Dieselkraftstoff an Bord ab. Seine Ankunft in den Vereinigten Staaten wird für den 7. November erwartet.

Die jetzt gestarteten Schiffe sollen insgesamt rund 140.000 Tonnen Dieselkraftstoff in US-Häfen liefern.

Washington und Moskau hatten sich Anfang Oktober auf ein umstrittenes Dieselabkommen geeinigt. Das von US-Präsident Donald Trump vereinbarte Geschäft war durch Lockerungen der US-Sanktionen ermöglicht worden. In einem ersten Schritt sollen 300.000 Tonnen Diesel geliefert werden, im Laufe des Novembers dann weitere 800.000 Tonnen.

Ziel ist es, mit Blick auf die Kongresswahlen am 3. November die Kraftstoffpreise für US-Verbraucher zu senken. Gemessen am Verbrauch in den USA sind die aus Russland zu erwartenden Dieselmengen aber zu vernachlässigen: 300.000 Tonnen decken nur drei Viertel des täglichen Verbrauchs des Landes ab. Insofern wird der Trump-Putin-Deal von den meisten Beobachtern als PR-Aktion im Hinblick auf die Midterms gewertet.

Zwei Schiffe auf Sanktionsliste

Die Ukraine und ihre europäischen Verbündeten kritisierten die Vereinbarung scharf, da sie die Sanktionen unterlaufen. So meldete die „Financial Times“ nun auch, dass zwei der Tanker auf der amerikanischen bzw. der europäischen Sanktionsliste stehen. Bei der „Talisman“ handele es sich um ein 20 Jahre altes Schiff, das von den USA, Großbritannien und der EU sanktioniert werde. Der unter der Flagge Sierra Leones fahrende, in Hongkong registrierte Tanker „Leruo“ werde von Großbritannien, der EU und Kanada sanktioniert.

Die „Leruo“ hatte am 17. Oktober St. Petersburg verlassen. Die „Talisman“ soll am 9. November an der US-Ostküste eintreffen, die „Leruo“ kurz darauf. Der Seeweg ist rund 4.200 Seemeilen lang, das entspricht rund 7.800 Kilometern.

Die „Financial Times“ berichtet, dass die „Leruo“ 2025 von europäischen Behörden mit Sanktionen belegt wurde, weil sie russische Fracht beförderte und „risikoreiche Praktiken“ anwandte, darunter das Ausschalten ihrer Ortungstechnik und die Durchführung von Ladungsumladungen von Schiff zu Schiff, sowie weil sie gegen eine von den G7 verhängte Preisobergrenze für russische Ölladungen verstieß.

Scharfe Kritik an Trump auch bei Republikanern

Bereits nach Trumps Verkündung des Diesel-Deals mit Putin war die Kritik in den USA groß gewesen, nicht nur bei den Demokraten. Gegenwind hatte der US-Präsident auch aus seiner eigenen Partei bekommen. Es sei moralisch verwerflich, der Kriegsökonomie Putins zu helfen, hatte etwa Don Beacon im Hinblick auf den Krieg gegen die Ukraine erklärt.

Auch jetzt meldeten sich Ukraine-Unterstützer und Trump-Kritiker bei den Republikanern zu Wort. Thom Tillis, Senator aus North Carolina, warnte, die Einfuhr von russischem Kraftstoff in die USA werfe rechtliche Fragen auf. Die betreffenden Unternehmen würden gegen US-Recht verstoßen und müssten mit straf- und zivilrechtlichen Konsequenzen rechnen. Tillis unterzeichnete ein von Demokraten initiiertes entsprechendes Schreiben an amerikanische Banken, Hafenbehörden und Kraftstoffhändler, wie die „Financial Times“ berichtet.

Tillis warnte Trump davor, sich mit Putin einzulassen. Dieser sei gefährlich und werde „die erste Gelegenheit nutzen, um den US-Präsidenten zu blamieren oder seine Autorität zu untergraben“.

Der Demokrat Jamie Raskin, Mitglied des Justizausschusses des Repräsentantenhauses, erklärte, Ölkonzerne würden „zur Rechenschaft gezogen“, wenn sie im Rahmen des von Präsident Donald Trump mit dem Kreml geschlossenen Abkommens auch nur einen einzigen Barrel russischen Dieselkraftstoffs importierten. Dies berichtet „Politico“. Es sei ein „klarer und gefährlicher Verstoß gegen Bundesrecht“, Putin beim Verkauf von russischem Diesel in den USA zu unterstützen, so Raskin.

Ein Sprecher des Weißen Hauses erklärte dagegen, der Deal stehe „im Einklang mit allen geltenden Gesetzen“. (mit afp)