Die leisen Jäger der deutschen Marine sind echte „Wunder-U-Boote“. Ihre technischen Daten sind beeindruckend.
„Silent Killer”Diese U-Boote der deutschen Marine sind weltweit gefürchtet

Die U-Boote der Klasse 212A der deutschen Marine sind weltweit gefürchtet. (Archivfoto)
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Auch wenn deutsche U-Boote im Vergleich zu anderen Unterwasserbooten verhältnismäßig klein sind, werden die U-Boote der Klasse 212A der Deutschen Marine weltweit gefürchtet, denn sie sind echte „Wunder-U-Boote“. Die leisen Jäger sind nicht atomar, dafür aber oft leiser und schwerer zu orten als viele Atom-U-Boote.
Sechs dieser High-Tech-Unterseeboote (U 31 bis U 36) stehen der deutschen Marine zur Verfügung. Sie gelten weltweit als eines der fortschrittlichsten konventionellen U-Boot-Programme. Besonders die eine herausragende Manövrierfähigkeit überzeugt.
Deutshce U-Boote der Klasse Type 212A gelten als „Wunder-U-Boote“
Der Clou ist das revolutionäre, luftunabhängige Antriebssystem (AIP) von Siemens: Brennstoffzellen, die aus Wasserstoff und Sauerstoff Strom erzeugen. Dadurch können die Boote bis zu zwei bis drei Wochen unter Wasser bleiben, ohne aufzutauchen oder zu schnorcheln – und das bei extrem niedrigem Geräuschpegel.

Ein deutsches U-Boot der Klasse 212A liegt im Hafen von Eckernförde. (Archivfoto)
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Die Maschinen laufen vibrationsarm, der Rumpf besteht aus nichtmagnetischem Stahl und die X-förmigen Ruder minimieren die akustische Signatur zusätzlich. Selbst aktive Sonare haben es schwer, diese „Silent Killer” aufzuspüren. Sechs Torpedorohre stehen zur Verfügung.
Die technischen Daten sind beeindruckend: Unterwasserschnelligkeit bis 20 Knoten, Tauchtiefe über 700 Meter und Bewaffnung mit modernen DM2A4-Schwergewichtstorpedos. Die Boote sind 56–57 Meter lang, verdrängen getaucht rund 1830 Tonnen und wurden zwischen 2005 und 2016 in Dienst gestellt. Sie wurden von den Howaldtswerken-Deutsche Werft (HDW/Thyssenkrupp Marine Systems) entwickelt und teilen sich die Klasse mit der italienischen Marine (Todaro-Klasse).
„Silent Killer” der deutschen Marine schwer aufzuspüren
Diese U-Boote sind keine Relikte aus dem Zweiten Weltkrieg, sondern die Weiterentwicklung der legendären Elektroboote (Typ XXI) – nur 80 Jahre später. Die „Wunderwaffen“ galten damals als Gamechanger – heute sind die Type 212A genau das für die konventionelle Unterwasser-Kriegsführung. Sie operieren von der Ostsee über den Atlantik bis ins Mittelmeer und können, wie Übungen mit der USS Enterprise schon bewiesen haben, ganze Flugzeugträgergruppen bedrohen.
Doch die Entwicklung geht weiter: Die nächste Generation, die Type 212CD (Common Design), wird gemeinsam mit Norwegen gebaut. Sie verfügt über einen größeren Rumpf mit ca. 30 % mehr Volumen, eine diamantförmige Stealth-Optik, bessere Sensoren, Cruise-Missile-Fähigkeit und ist für längere Patrouillen in der Arktis ausgelegt. Deutschland erhält zwei weitere Boote (U 37 und U 38), Norwegen vier. Die 212CD soll ab 2029/2031 in Dienst gestellt werden und die „Wunder-U-Boote” auf ein neues Level heben. (mbr)

