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Vor Selenskyjs Treffen mit TrumpUkraine greift Moskau mit Hunderten Drohnen an – auch Krim im Visier

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Das Bild soll die Folgen eines mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriffs auf Tschechow in der russischen Oblast Moskau in der Nacht zum 28. Juli 2026 zeigen.

Das Bild soll die Folgen eines mutmaßlichen ukrainischen Drohnenangriffs auf Tschechow in der russischen Oblast Moskau in der Nacht zum 28. Juli 2026 zeigen.

Die Ukraine hat Moskau mit Hunderten Drohnen angegriffen. Im Umland entstanden Schäden, zahlreiche Flugobjekte wurden abgefangen.

Die Ukraine hat in der Nacht zu Dienstag (28. Juli) einen der größten Drohnenangriffe auf den Großraum Moskau gestartet. Nach russischen Angaben wurden Hunderte Flugobjekte auf die Hauptstadt und ihr Umland angesetzt. Die meisten Drohnen seien von der Luftabwehr abgefangen worden, dennoch kam es zu Einschlägen und Bränden.

Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin sprach von rund 390 Drohnen, die zwischen Montagabend und Dienstagmorgen in Richtung der russischen Hauptstadt geflogen seien. 81 davon seien erst im Anflug auf Moskau abgeschossen worden.

Das russische Verteidigungsministerium nannte später eine niedrigere Zahl und erklärte, insgesamt seien 356 ukrainische Drohnen über mehr als einem Dutzend Regionen abgefangen worden. Warum die Angaben voneinander abweichen, blieb zunächst offen.

Wohnhäuser beschädigt, Großbrand auf Recyclinganlage

Im Moskauer Umland wurden mehrere Gebäude beschädigt. Nach Angaben von Gouverneur Andrej Worobjow schlug eine Drohne in einen Wohnblock ein. Außerdem gerieten Reifen auf einer Freifläche nach dem Absturz einer Drohne in Brand. Behörden zufolge wurde eine Recyclinganlage getroffen, in der Altreifen zu Gummischrot verarbeitet werden. Bilder aus der Region deuten auf einen größeren Brand hin.

Auch in der Stadt Tschechow sowie im Dorf Waulowo südlich von Moskau wurden Wohnhäuser beschädigt. Medienberichten zufolge trafen die Angriffe zudem erneut eine Lagerhalle.

In der Ortschaft Koledino südlich von Moskau brennt nach russischen Berichten ein Lager der Logistikfirma 3PL. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein Lager des Online-Händlers Wildberries, der in den vergangenen Tagen bereits mehrfach Ziel ukrainischer Angriffe gewesen war. Über Tote oder Verletzte wurde zunächst nichts bekannt.

Ukrainische Medien berichteten am Dienstag unterdessen auch über einen Angriff auf ein Umspannwerk in der Stadt Feodosia auf der von Russland besetzten ukrainischen Halbinsel Krim. In großen Teilen der Stadt habe es in der Folge einen Stromausfall gegeben, berichtete etwa der pro-ukrainische Telegram-Kanal Crimean Wind. Unabhängig überprüfen lassen sich auch diese Angaben nicht. 

Russland spricht von „Terror gegen die Zivilbevölkerung“

Russische Behörden werfen der Ukraine vor, ihre Angriffe auf zivile Ziele ausgeweitet zu haben. Der russische Sondergesandte Rodion Miroschnik erklärte laut der staatlichen Nachrichtenagentur Tass, innerhalb der vergangenen Woche seien durch ukrainische Angriffe fast 60 Zivilisten getötet und rund 500 weitere verletzt worden. Diese Angaben lassen sich derzeit nicht unabhängig überprüfen.

Zwar häufen sich zuletzt Berichte über zivile Opfer und Schäden auf russischer Seite. Das Ausmaß der ukrainischen Angriffe ist nach bisher bekannten Informationen jedoch nicht mit den Zerstörungen und Opferzahlen vergleichbar, die Russland seit Beginn seines Angriffskrieges in der Ukraine verursacht hat.

Angriffe erfolgten kurz vor Selenskyjs Washington-Reise

Die Angriffe auf Moskau erfolgten wenige Stunden vor dem Besuch des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj in Washington, wo er von US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus empfangen werden soll.

Fast viereinhalb Jahre nach Beginn des russischen Angriffskrieges ist ein Ende der Kämpfe weiter nicht in Sicht. Beide Seiten haben ihre Luftangriffe zuletzt deutlich intensiviert. Die Ukraine greift dabei zunehmend Ziele tief im russischen Staatsgebiet an und erklärt, Russland mit den Attacken zu Verhandlungen über ein Kriegsende bewegen zu wollen. (dpa/afp/red)