Moskau reagiert mit drastischen Worten auf Deutschlands Sanktionen nach dem Drohnenangriff in Leipzig und spricht von „Eskalation“.
„Sie verdienen einen direkten Schlag“Moskau spricht von „Eskalation“ und Angriffen auf Ziele in Deutschland

Kremlchef Wladimir Putin. (Archivbild)
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Moskau reagiert mit scharfen Worten auf die deutschen Sanktionen nach dem Drohnenangriff auf den Flughafen Leipzig/Halle. „Ich halte das für einen weiteren Fehler, einen schweren Fehler“, erklärte etwa Kremlchef Wladimir Putin am Dienstagabend und setzte die Entscheidung der Bundesregierung mit „bevorstehenden Wahlkämpfen“ in Deutschland in Verbindung.
Kremlsprecher Dmitri Peskow warf Berlin derweil „Eskalation“ vor. „Wenn ich mich nicht irre, wurden keine Argumente vorgebracht. Es ist offensichtlich, dass Deutschland die Eskalation fortsetzt“, behauptete Peskow auf Nachfrage von Reportern.
Dmitri Medwedew spricht über Angriffe auf Berlin
Drastischere Worte wählte unterdessen Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew, der seit Kriegsbeginn immer wieder mit schrillen Drohungen an die Öffentlichkeit tritt. Bei Telegram schrieb Medwedew nun von einer „erfundenen Sabotageaktion“ und behauptete, Deutschland befinde sich auf einem „neonazistischen, russophoben Kurs“.

Ex-Kremlchef Dmitri Medwedew. (Archivbild)
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Medwedew ließ zudem offene Drohungen folgen. „Sie verdienen einen direkten Schlag gegen alle deutschen Produktionsstätten für Militärtechnik“, schrieb der Vizechef des russischen Sicherheitsrates. „Und durchaus auch gegen einige andere Orte in Berlin“, fügte Medwedew hinzu.
Russisches Außenministerium kündigt Reaktion an
Das russische Außenministerium kündigte unterdessen eine Reaktion auf Deutschlands Maßnahmen an. Russland werde „nach eigenem Ermessen“ reagieren, kündigte Vizeaußenminister Alexander Gruschko an. Der Prozess werde sich nicht in die Länge ziehen und „sehr zügig“ vonstattengehen, hieß es weiter.
„Sie tun im Grunde alles, um buchstäblich alles Positive zu zerstören, das sich über Jahrzehnte in den bilateralen Beziehungen angesammelt hat“, erklärte indes Außenamtssprecherin Maria Sacharowa mit Blick auf die deutschen Maßnahmen.
Russland könnte Generalkonsulat und Goethe-Institut schließen
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) und Außenminister Johann Wadephul (CDU) hatten zuvor Russland für den Drohnenangriff am Flughafen Leipzig/Saale verantwortlich gemacht und Strafmaßnahmen angekündigt. Wadephul sagte, dass etwa das russische Konsulat in Bonn geschlossen werden soll. Zudem werde der Vertrag für das Russische Haus in Berlin gekündigt.
Als denkbare Reaktion von Russland gilt etwa eine Schließung des Goethe-Instituts und des Generalkonsulats in St. Petersburg. Schon in der Vergangenheit hatten beide Seiten im Zuge von Sanktionen wechselseitig Konsulate geschlossen.
Wladimir Putin: „Der Feind wird untergehen“
Auch gegenüber der Ukraine kommen aus dem Kreml derweil erneut scharfe Töne. „Der Feind wird untergehen“, erklärte Putin am Dienstagabend nach einem Gipfel in Kirgisistan und sprach von einer planmäßigen „Befreiung“ des Donbass. Der Kremlchef bekräftigte zudem eine Aussage, die am Wochenende für Aufsehen gesorgt hatte.
Wer versuche, Russland zu „verschlingen“, müsse mit einem Schlag ins Gesicht rechnen, sagte Putin nun mit Blick auf seine vorherige Aussage. Über Verhandlungs- und Waffenstillstandsangebote aus der Ukraine äußerte sich Putin derweil spöttisch.
Putin scherzt über „exotische“ Verhandlungsangebote der Ukraine
„Hast du schon einmal gesehen, wie Orcas sich gegen Eisbären verbünden und sie in Stücke reißen? Hier geht es um die Nahrungskette“, sagte der russische Machthaber am Samstag bei einem Besuch einer Universität in Moskau im Gespräch mit Lehrkräften und fügte hinzu: „Erzähl das den Kindern, um ihnen zu erklären, in welcher Welt wir leben und warum wir die militärische Sonderoperation durchführen.“
„Ich habe bereits gesagt, dass die Vorschläge einen exotischen Charakter haben. Wirklich exotisch“, erklärte der Kremlchef und fügte hinzu: „Wissen Sie, wir haben da einen Witz: ‚Lass uns erst deins essen, und dann jeder sein eigenes‘ – so in etwa sehen ihre Vorschläge aus.“
