Lob für PrigoschinPutins „Bluthund“ Kadyrow will Privatarmee aufbauen

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ARCHIV - 29.03.2022, Russland, Grosny: Ramsan Kadyrow, Machthaber der russischen Provinz Tschetschenien, spricht vor etwa 10.000 Soldaten in der tschetschenischen Regionalhauptstadt.

Ramsan Kadyrow, Machthaber der russischen Provinz Tschetschenien, hat angekündigt, künftig eine eigene Södlner-Truppe aufbauen zu wollen. (Archivbild)

Ramsan Kadyrow plant offenbar die Gründung einer eigenen Söldner-Truppe nach dem Vorbild der Wagner-Söldner.

Der tschetschenische Machthaber Ramsan Kadyrow will offenbar eine eigene professionelle Söldner-Truppe aufbauen. „Wenn mein Dienst für den Staat beendet ist, plane ich ernsthaft, mit unserem lieben Bruder Jewgeni Prigoschin zu konkurrieren und ein privates Militärunternehmen zu gründen“, kündigte er in sozialen Medien an. Auch die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass berichtete davon.

Kadyrow lobte zudem die russische Söldnertruppe Wagner und deren Chef Jewgeni Prigoschin für ihren Einsatz in der Ukraine. Die Wagner-Einheiten erzielten „beeindruckende Erfolge“, schrieb Kadyrow auf seinem Telegram-Kanal.

Kadyrow lobt mit Prigoschin und Wagner-Söldner

Ein Foto zeigte Kadyrow zusammen mit Prigoschin. Ihr Schulterschluss kann als politisches Signal gelten, denn beide stehen loyal zu Präsident Wladimir Putin, sind aber ausgesprochene Kritiker der russischen Militärführung. Allerdings schien in den vergangenen Wochen Prigoschins politischer Einfluss zu schwinden. Der Angriff auf die ostukrainische Stadt Bachmut wird mit hohen Verlusten vor allem von den Wagner-Bewaffneten getragen. Sie beklagten zuletzt, dass das Militär ihnen nicht genug Munition gebe.

Bereits im vergangenen Oktober hatte der Chef der russischen Teilrepublik Tschetschenien im Zuge der Gegenoffensive der ukrainischen Armee russische Verantwortliche für militärische Fehlschläge in der Ukraine verantwortlich gemacht und scharfe Kritik geäußert. Dem Verteidigungsministerium drohte er sogar.

Ramsan Kadyrow droht Deutschland

Jüngst sorgte er mit Aussagen zu Ostdeutschland für Schlagzeilen. Kadyrow hatte angesichts westlicher Panzerlieferungen an die Ukraine mit einer Rückkehr russischer Besatzungstruppen auf deutsches Gebiet gedroht. „Wir müssen zurückkehren, das ist unser Territorium“, sagte Kadyrow mit Bezug auf die sowjetische Besatzungszeit in einem Interview im russischen Staatsfernsehen.

Russland setzt im Angriffskrieg gegen die Ukraine auch Einheiten aus Tschetschenien ein. Sie gehören formal zu Polizei und Nationalgarde, folgen aber faktisch vor allem Kadyrows Kommando. (pst/dpa)

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