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Evakuierungen und Chaos gemeldetDrohnen und Bomben-Ballons – Ukraine greift Moskau massiv an

Die Ukraine nimmt die russische Hauptstadt ins Visier. Russland sorgt derweil für eine neue Eskalation im Schwarzen Meer.

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Die ukrainischen Streitkräfte haben bereits mehrfach Ziele in Moskau angegriffen. Die Aufnahme zeigt Rauchsäulen nach Angriffen Ende September. Am Freitag wurde erneut ein Angriff auf Moskau gemeldet. (Archivbild)

Die ukrainischen Streitkräfte haben bereits mehrfach Ziele in Moskau angegriffen. Die Aufnahme zeigt Rauchsäulen nach Angriffen Ende September. Am Freitag wurde erneut ein Angriff auf Moskau gemeldet. (Archivbild)

Die russische Hauptstadt Moskau ist am Freitag (23. Oktober) erneut von der Ukraine angegriffen worden. Die ukrainische Nachrichtenagentur Unian berichtete von einem „mehrere Stunden“ andauernden Attacke. Auch Moskaus Bürgermeister Sergej Sobjanin bestätigte die Angriffswelle.

Laut russischen Medienberichten kamen bei dem Angriff nicht nur Drohnen, sondern auch gasgefüllte Ballons zum Einsatz, an denen Sprengsätze befestigt waren. Mindestens 17 ukrainische Drohnen seien von der russischen Luftverteidigung abgeschossen worden, berichtete der Bürgermeister zudem.

Moskauer Flughäfen dicht – Berichte über Chaos

Am Nachmittag waren zudem alle vier Flughäfen der russischen Hauptstadt – Scheremetjewo, Wnukowo, Domodedowo und Schukowski – aufgrund der Angriffswelle geschlossen. Zahlreiche Flüge mussten in andere russische Städte umgeleitet werden.

In sozialen Netzwerken war von „chaotischen Szenen“ an den Hauptstadtflughäfen die Rede. Auch Aufnahmen von Drohnen und Ballons über der Region Moskau kursierten im Netz. Unabhängig überprüfen lassen sich die Videos und Fotos nicht.

Moskauer Wolkenkratzer angeblich evakuiert

Nach Angaben der ukrainischen Nachrichtenagentur Unian soll auch ein Moskauer Wolkenkratzer eilig evakuiert worden sein. Menschen seien „massenhaft aus dem IQ-Quarter-Turm im Moscow-City-Komplex evakuiert worden“, hieß es dort. In dem Hochhaus seien russische Regierungsbehörden untergebracht, etwa das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und das Ministerium für Industrie und Handel.

Die “Moscow City”, ein internationales Geschäftszentrum in Moskau, beherbergt auch das IQ-Quarter-Hochhaus.

Die “Moscow City”, ein internationales Geschäftszentrum in Moskau, beherbergt auch das IQ-Quarter-Hochhaus.

Auch aus den von Russland illegal besetzten ukrainischen Gebieten wurden am Freitag neue Angriffe gemeldet. So berichtete etwa das staatliche russische  Telekommunikationsunternehmen Lugakom von einem Angriff auf ein Firmengebäude in der von Russland kontrollierten ukrainischen Stadt Luhansk.

Lugakom-Gebäude zerstört: „Sehr große Tragödie“

Das Gebäude sei durch fünf Drohnen „bis auf die Grundmauern beschädigt“ worden, berichtete Lugakom-Geschäftsführer Andrei Bogutskow gegenüber der Nachrichtenagentur Tass. Einige Dienstleistungen seien wegen des Angriffs eingestellt worden, darunter Internetanschlüsse für Privathaushalte, Backbone-Internet und Telefongespräche. „Wie Sie sehen, ist das Ausmaß der Tragödie sehr groß“, so der Lugakom-Chef.

Dieses Bild aus einem vom rumänischen Innenministerium via AP zur Verfügung gestellten Video zeigt ein Schiff, das nach einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer nahe der rumänischen Hoheitsgewässer gekentert ist.

Dieses Bild aus einem vom rumänischen Innenministerium via AP zur Verfügung gestellten Video zeigt ein Schiff, das nach einem Drohnenangriff im Schwarzen Meer nahe der rumänischen Hoheitsgewässer gekentert ist.

Auch Russland startete indes am Freitag neue Attacken – nicht nur auf Ziele in der Ukraine. Nach einem Drohnenvorfall im Schwarzen Meer ist ein Frachter vor der rumänischen Küste gesunken. Ein Besatzungsmitglied kam dabei ums Leben, drei weitere werden vermisst, wie das rumänische Innenministerium mitteilte. Rumäniens Präsident Nicușor Dan macht Russland für den Vorfall verantwortlich.

EU alarmiert über „Eskalation im Schwarzen Meer“

EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen erklärte im Onlinedienst X, sie sei „zutiefst alarmiert über eine weitere russische Eskalation im Schwarzen Meer“. Derartige „rücksichtslose Angriffe“ gefährdeten unschuldige Menschenleben und verstießen offen gegen das Völkerrecht.

Russische Attacken wurden derweil auch aus der Stadt Tschernihiw gemeldet. Ein Mann sei bei dem Angriff mit Drohnen und einem Marschflugkörper getötet und mindestens 25 Menschen seien verletzt worden, teilten die örtlichen Behörden mit.