Ein UN-Bericht zur Verdopplung sexueller Gewalt in Konflikten führt nun auch Israel und Russland als Täter auf.
Israel und Russland am PrangerUN-Bericht listet beide Länder wegen sexueller Gewalt

Der Bericht wurde vom Generalsekretariat des UN-Chefs António Guterres verfasst (Archivbild).
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Die Anwendung sexueller Gewalt in Auseinandersetzungen hat laut einem Dokument der Vereinten Nationen erheblich zugenommen. „2025 ist die Zahl der dokumentierten Fälle von sexueller Gewalt, eingesetzt als Kriegstaktik, Folter, Terrorismus und politische Repression, dramatisch angestiegen“, äußerte Pramila Patten in New York. Sie ist die Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für sexuelle Gewalt in Konflikten. Die Vorfälle zeichneten sich durch außerordentliche Grausamkeit aus und betrafen mehrheitlich Frauen und Mädchen.
Der Report erfasst 21 Konfliktgebiete und listet 9.788 Vorfälle auf, was einer Verdopplung gegenüber dem Vorjahr entspricht. Nach Aussage von Patten spiegelt dies „die Schwere und Brutalität dieser Verbrechen“ wider, erfasse jedoch keineswegs alle Vorkommnisse. Die Sonderbeauftragte führte aus: „Zivilisten wurden von staatlichen und nicht-staatlichen Akteuren durch Vergewaltigung, Gruppenvergewaltigung, Entführung und sexuelle Versklavung ins Visier genommen“.
Strategischer Einsatz von Gewalt zur Ressourcenkontrolle
Beteiligte in der Zentralafrikanischen Republik sowie der Demokratischen Republik Kongo setzten sexuelle Gewalt als Methode ein, um territoriale Hoheit zu gewinnen, was auch die Kontrolle über profitable Rohstoffvorkommen einschloss. Dem Report zufolge nutzten die IS-Miliz im Irak und der Levante ebenso wie Al Kaida laut Bericht „Entführung, Zwangsheirat, Menschenhandel und Geiselnahme“ für ihre strategischen Ziele. Im Sudan wurden Angriffe auf Frauen und Mädchen wegen ihrer ethnischen Herkunft verübt.
Auch Israel wird in dem Report sexuelle Gewalt an Palästinensern vorgeworfen. Laut dem bisher nicht publizierten Dokument beinhaltet die Aufzählung der Übergriffe „Vergewaltigungen, auch mit Gegenständen, Gruppenvergewaltigungen, versuchte Vergewaltigungen, körperliche Gewalt gegen die Genitalien, gezielte Schüsse auf die Genitalien“. Vonseiten des israelischen Außenministeriums wurde dies als „haltlose Anschuldigungen“ ohne jede Faktenbasis zurückgewiesen.
Neueinträge auf UN-Liste: Israel und Russland
Im Jahr 2025 haben die Vereinten Nationen laut dem Report mehrere Fälle konfliktbedingter sexueller Gewalt bestätigt. Aus dem Gazastreifen und dem Westjordanland stammten die Betroffenen: 14 Männer, 7 Frauen, 9 Jungen und 1 Mädchen. „Vergewaltigungen und Gruppenvergewaltigungen, in einigen Fällen wiederholt, wurden an neun Opfern verübt, von denen die Mehrheit aus dem Gazastreifen stammte.“
Die israelischen Sicherheitskräfte werden in dem Bericht auf einer Liste von Akteuren genannt, die unter glaubwürdigem Verdacht stehen, in bewaffneten Auseinandersetzungen systematisch Vergewaltigungen oder andere Arten sexueller Gewalt verübt zu haben. Russland findet sich ebenfalls neu auf dieser Liste. Für das Jahr 2025 wurden 310 Fälle sexueller Gewalt bestätigt, wovon 52 im gleichen Jahr geschahen. Dazu zählen Vergewaltigungen, Gruppenvergewaltigungen und die Verstümmelung von Genitalien. Die Opfer umfassen 280 Männer, 26 Frauen sowie 4 Mädchen.
Israels Reaktion: Dementi und Kontaktabbruch
Eine „beschämenden und absurden“ Entscheidung nannte es das israelische Außenministerium. Man versuche damit, „eine falsche Symmetrie zwischen Israel und den tatsächlichen sexuellen Gräueltaten der Hamas herzustellen“. Auch die Hamas wird auf der Liste geführt.
Israels Außenministerium warf den UN zugleich eine „langjährige, institutionalisierte Feindseligkeit“ vor. Am Donnerstag teilte die israelische UN-Vertretung in New York mit, die Kommunikation mit dem Generalsekretariat der Vereinten Nationen unter Guterres einzustellen.
Stéphane Dujarric, der Sprecher des Generalsekretärs, erläuterte, man habe über soziale Medien von dem israelischen Entschluss Kenntnis erlangt und sei jederzeit zu Gesprächen bereit. (dpa/red)
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