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Scharfe Abrechnung mit EuropaUS-Minister will „Partner, keine Protektorate“

3 min
Sicherheitskonferenz Shangri-La-Dialog

Hegseth hat Europa in Singapur scharf kritisiert.

US-Verteidigungsminister Hegseth warnt in Singapur vor einer Dominanz Chinas und kritisiert die europäischen Partner scharf.

Auf einer bedeutenden Sicherheitskonferenz in Singapur äußerte sich US-Verteidigungsminister Pete Hegseth mit deutlicher Kritik an europäischen Partnern und sprach zugleich eine Warnung bezüglich einer potenziellen Dominanz Chinas im indopazifischen Raum aus. Hegseth erklärte während des Shangri-La-Dialogs, dass die Vereinigten Staaten bestrebt seien, die Vorherrschaft eines einzelnen Landes in der Region und die damit einhergehende Störung des aktuellen Kräfteverhältnisses zu unterbinden. Es werde eine Ordnung angestrebt, in der „kein Staat, einschließlich China, seine Hegemonie durchsetzen kann“.

Zugleich zeigte sich der Minister im Umgang mit Peking konzilianter. Das Verhältnis zwischen China und den Vereinigten Staaten sei laut ihm „besser als seit vielen Jahren“. Die Administration von US-Präsident Donald Trump verfolge das Ziel, „stabilen Frieden, fairen Handel und respektvolle Beziehungen“ mit Peking zu etablieren.

Taiwan-Konflikt als mögliches Eskalationsrisiko

Direkte Unterredungen zwischen Trump und dem chinesischen Staats- sowie Parteivorsitzenden Xi Jinping fanden erst vor zwei Wochen statt. Diese hätten die Basis für eine „konstruktive Beziehung strategischer Stabilität“ gefestigt. In seiner Ansprache ließ Hegseth das kontroverse Thema Taiwan unerwähnt, welches von Peking regelmäßig als „rote Linie“ in den Beziehungen zu den USA dargestellt wird. Ebenso wenig thematisierte er die Auseinandersetzung mit dem Iran.

Sicherheitskonferenz Shangri-La-Dialog

Beim Shangri-La-Dialog warnte Hegseth vor einer Vorherrschaft Chinas.

Die Londoner Denkfabrik IISS, Veranstalter des Shangri-La-Dialogs, umriss kurz vor der Konferenz die potenziellen Auswirkungen einer Auseinandersetzung um Taiwan. Die Fachleute führten aus, dass aufgrund der strategischen Wichtigkeit Taiwans für Peking eine militärische Konfrontation mit China für die Vereinigten Staaten ein Eskalationsrisiko mit sich brächte, das eventuell sogar in einem Atomkonflikt münden könnte. In der Untersuchung wurde festgehalten: „Selbst ein begrenzter nuklearer Schlagabtausch wäre für die Region katastrophal“. Das chinesische Verteidigungsministerium stufte den Report als nicht realitätsnah ein.

Deutliche Vorwürfe in Richtung Europa

Hegseth attackierte in seiner Ansprache auch die europäischen Alliierten mit ungewöhnlicher Härte und stellte deren Vorgehen dem pragmatischen Kurs asiatischer Partner gegenüber. Er hob hervor, dass diese traditionell einen sachorientierten Ansatz in Allianzen pflegten. „Wenn unsere Interessen auseinandergehen, passen wir uns pragmatisch an – ohne Drama oder Moralisieren. Ich denke, Westeuropa könnte sich daran ein Beispiel nehmen.“

Die von der Trump-Administration erhobene Forderung nach einer faireren Verteilung der Lasten unter den Alliierten wurde von Hegseth untermauert. Er erklärte: „Die Ära, in der die Vereinigten Staaten die Verteidigung wohlhabender Nationen subventionieren, ist vorbei“. Die Vereinigten Staaten benötigten „Partner, keine Protektorate“. Lange Zeit habe Europa die Appelle für gesteigerte Verteidigungsetats nicht beachtet.

Hegseth fordert mehr militärische Stärke

Gleichzeitig appellierte Hegseth an die asiatischen Alliierten, ihre Ausgaben für Verteidigung zu erhöhen. „Wir brauchen nicht mehr Konferenzen, wir brauchen mehr Kampfkraft“, äußerte er. Bezugnehmend auf die Konferenz ergänzte er: „Weniger Shangri-La, mehr Schiffe, mehr U-Boote.“

An der Zusammenkunft in Singapur nehmen jährlich hunderte Regierungsvertreter, Militärangehörige und Fachleute weltweit teil, um über gegenwärtige Krisen und Gefahrenlagen zu beraten. Anstelle des Verteidigungsministers entsandte China lediglich militärische Experten. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.