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Neue TierschutzbeauftragteSilvia Breher fordert verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen

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Silvia Breher plant verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen zur Sicherung des Tierschutzes und verfolgt höhere Tierschutzstandards.

Silvia Breher plant verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen zur Sicherung des Tierschutzes und verfolgt höhere Tierschutzstandards.

Silvia Breher übernimmt als Bundestierschutzbeauftragte. Sie verspricht effektiven Tierschutz und Einsparungen in Zeiten knapper Kassen.

Die neue Bundestierschutzbeauftragte Silvia Breher setzt sich für eine verpflichtende Videoüberwachung in Schlachthöfen ein. Nach ihrer Ernennung durch das Kabinett in Berlin erklärte die CDU-Politikerin, dass sie dieses Thema mit hoher Priorität angehen und sich mit Nachdruck für die Umsetzung einsetzen wolle. „Wer Tiere in dieser letzten Phase ihres Lebens schlecht behandelt, der muss dafür auch geradestehen.“ Dies mache eine Videodokumentation möglich. Union und SPD hatten bereits im Koalitionsvertrag vereinbart, eine solche Überwachung zu prüfen.

Breher sprach sich auch für rechtliche Erleichterungen von Stallumbauten für höhere Tierschutzstandards aus. Viele Landwirte wollten mehr Tierwohl, man müsse es ihnen aber auch ermöglichen. Verboten werden solle anonymer Handel mit Tieren im Internet. Tierheime, die oft ehrenamtlich mit viel Herzblut geführt würden, sollten weiter und vielleicht besser unterstützt werden.

„Kein Interessenkonflikt“

Zur Kritik, dass sie ihre neue Funktion zusätzlich zu ihrem Amt als parlamentarische Staatssekretärin im Bundesagrarministerium ausübt, erklärte Breher: „Einen Interessenkonflikt sehe ich ehrlich gesagt nicht.“ Sie betonte, dass sie nicht nur den Tieren eine Stimme geben, sondern die Anliegen auch tatsächlich umsetzen wolle. In ihrer aktuellen Position als Bundestagsabgeordnete könne sie dies ihrer Ansicht nach sehr gut leisten, stellte sie klar.

Breher tritt ihr neues Amt an diesem Montag an. Sie folgt auf Ariane Kari, die 2023 von der Ampel-Regierung zur ersten Tierschutzbeauftragten berufen worden war. Minister Alois Rainer (CSU) sagte, Breher werde „eine Kämpferin für den Tierschutz sein und diesen in Deutschland weiter voranbringen“. Die Besetzung sei außerdem eine bürokratisch schlanke Lösung in Zeiten knapper Kassen. Von den bisherigen Kosten für die Arbeit der Beauftragten von einer halben Million Euro im Jahr werde gut die Hälfte eingespart, erläuterte Breher. (dpa)