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Der Klassiker im KinderzimmerExperte erklärt die richtige Reaktion auf diesen Kindersatz

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Eine Frau unterhält sich mit einem Mädchen

Kinder testen Grenzen: Für Eltern ist das oft nicht einfach – trotzdem hilft es, nicht zu verhandeln, nur weil «alle anderen» als Beispiele genannt werden.

„Alle anderen dürfen das!“ Dieser Satz verunsichert viele Eltern. Ein Experte erklärt, wie sie souverän reagieren.

„Alle anderen dürfen länger aufbleiben“, „Alle anderen haben diesen Film gesehen“ oder „Alle anderen dürfen schon ein Handy haben“. Wie können Erziehungsberechtigte auf einen solchen Einwand eingehen? Für Kinder ist die Schlussfolgerung naheliegend: Erhalten andere die Erlaubnis, möchte man sie ebenfalls. Aber ist es ratsam, dass Eltern ihre Grundsätze aufgeben, bloß weil für die ominösen „alle anderen“ vermeintlich andere Vorschriften existieren?

„Interessant ist ja: Diese ‚anderen‘ sind selten vollständig anwesend“, äußert sich der Erziehungsberater und Buchautor Jan-Uwe Rogge. Dies bedeutet, dass es keineswegs zutrifft, dass sämtliche anderen Kinder die Freiheiten genießen, die man dem eigenen Nachwuchs verwehren möchte. Fragt man genauer nach, kann das Kind meist nur eine Handvoll Beispiele aufzählen: etwa nach langem Zögern drei Mitschüler sowie zwei Cousinen nach intensivem Nachdenken.

Weshalb diese Aussage Eltern verunsichert

„Trotzdem kann dieser Satz stark verunsichern“, so Rogge. Der Grund sei, dass er Erziehungsberechtigte an einem wunden Punkt treffe und Bedenken sowie Selbstzweifel wecke, wie zum Beispiel: „Bin ich zu streng? Bin ich ungerecht? Verbaue ich meinem Kind den Anschluss?“

Kinder nehmen dies dem Erziehungsberater zufolge wahr und insistieren gezielt, um die Standhaftigkeit einer Regel auszuloten. In einem solchen Moment sei es entscheidend, die gesetzte Vorgabe beizubehalten und Verhandlungen zu vermeiden, nur weil der Nachwuchs die Grenzen austestet, lautet seine Empfehlung.

Eigene Regeln statt fremder Maßstäbe

Dabei ist man nicht verpflichtet, die eigene Regelung ausführlich zu begründen oder zu erklären, weshalb die familiären Vorschriften von denen anderer abweichen. Ganz im Gegenteil. Laut Rogge genügt eine freundliche und deutliche Antwort: „Das kann sein. Bei uns gilt diese Absprache“.

Der Richtwert sollte nicht von anderen Familien abgeleitet werden, und auch ein Abgleich mit anderen Eltern ist unnötig. Ausschlaggebend sind stattdessen das individuelle Kind, die eigene Familie sowie die jeweilige Lage.

Obwohl dies möglicherweise autoritär oder unnachgiebig erscheint, erweist man dem Kind damit einen Dienst, so Rogge. „Kinder brauchen solche Sätze, weil sie daran spüren: Da ist jemand, da bleibt jemand, da wackelt nicht alles, nur weil ich wackle und teste.“

Über den Autor

Jan-Uwe Rogge, geboren 1947, ist seit annähernd 50 Jahren als Berater für Familien und Kommunikation aktiv und Verfasser mehrerer Sachbücher zu Erziehungsaspekten. Am 1. Juli wird sein neues Werk mit dem Titel „Grenzen setzen ist (k)ein Kinderspiel“ erscheinen. (dpa/red)

Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.