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Frührente nach 45 JahrenViele Frauen bekommen nur Mini-Rente

Die abschlagsfreie Frührente ist politisch umkämpft. Besonders Frauen profitieren von ihr oft nur wenig.

Eine Rentnerin schüttet den Inhalt ihres Geldbeutels auf den Küchentisch.

Eine Rentnerin schüttet den Inhalt ihres Geldbeutels auf den Küchentisch. (Symbolbild)

Jede vierte Frau, die nach 45 Versicherungsjahren ohne Abschläge in Rente gegangen ist, erhält weniger als 1.200 Euro im Monat. Bei Männern liegt dieser Anteil bei rund fünf Prozent. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Linksfraktion hervor.

Bei den Frauen, die im vergangenen Jahr neu in die abschlagsfreie Frührente gestartet sind, steigt der Anteil sogar auf 28,2 Prozent (bei den Männern sind es 6,9 Prozent). Etwa die Hälfte dieser Frauen bleibt trotz 45 Beitragsjahren unter der Armutsgefährdungsschwelle von 1445 Euro monatlich für Alleinstehende. Bei den Männern trifft das auf 16,5 Prozent zu.

Frührentner: Streit um die Anrechnungszeiten

Zu den 45 Jahren werden neben Arbeitszeiten auch Zeiten der Kindererziehung bis zum zehnten Geburtstag, Pflegezeiten sowie Phasen mit Krankengeld oder Arbeitslosengeld angerechnet. Diese Zeiten bringen jedoch am Ende weniger Rente als ein Vollzeitjob mit Rentenbeiträgen.

Die große Mehrheit der Union will die abschlagsfreie Frührente nach 45 Jahren abschaffen und nur noch in Härtefällen gewähren, wie es die Rentenkommission empfohlen hat.

Die Möglichkeit eines vorzeitigen Renteneintritts ist in der gesetzlichen Rentenversicherung fest verankert. Unter bestimmten Voraussetzungen können Versicherte vor Erreichen der Regelaltersgrenze von künftig 67 Jahren in Rente gehen. Besonders langjährig Versicherte mit 45 Beitragsjahren erhalten bislang eine abschlagsfreie Rente; ansonsten fallen Abschläge von 0,3 Prozent pro Monat an.

Angesichts des demografischen Wandels in Deutschland wird die Frührente zunehmend zum Gegenstand politischer Debatten. Während Kritiker Einschränkungen fordern, um das System zu stabilisieren, betonen Befürworter den Respekt vor langen Erwerbsbiografien. Die Koalition ringt um einen Ausgleich zwischen Tragfähigkeit und sozialer Gerechtigkeit. (red)