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ArzneimittelpreiseKrankenkasse sieht in NRW Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro

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ILLUSTRATION - Manche Menschen tun sich schwer beim Schlucken von Tabletten: Ein paar Tricks können helfen und das Einnehmen deutlich erleichtern. (zu dpa: «Probleme beim Schlucken von Tabletten? Diese Tricks helfen») Foto: Christin Klose/dpa-tmn - Honorarfrei nur für Bezieher des dpa-Themendienstes +++ dpa-Themendienst +++

Vergleicht man die Kosten für Arzneimittel in Deutschland mit denen in Europa, sieht die Techniker Krankenkasse allein in NRW ein Einsparpotenzial von einer Milliarde Euro.

Die Techniker Krankenkasse findet, dass deutsche Arzneimittelpreise im internationalen Vergleich zu hoch sind.

Im internationalen Vergleich sind deutsche Arzneimittelpreise zu hoch. Das kritisiert die Techniker Krankenkasse (TK) nach einer eigenen Auswertung. Bereits bei den 30 umsatzstärksten Medikamenten ließen sich nach Berechnungen der Kasse durch Angleichungen an das internationale Preisniveau jährlich rund 4,37 Milliarden Euro an Arzneimittelausgaben für die gesetzliche Krankenversicherung einsparen. In Nordrhein-Westfalen besteht nach Auskunft eines Sprechers demnach ein Sparpotenzial von 1,05 Milliarden Euro.

„Verglichen mit den Arzneimittelpreisen in Norwegen, Südkorea oder Japan beispielsweise zahlen wir in Deutschland eindeutig zu viel für dieselben Produkte. Einzelne Medikamente sind in anderen Ländern bis zu 76 Prozent günstiger. Hier muss der Gesetzgeber handeln und dringend Maßnahmen zur Ausgabensenkung ergreifen, insbesondere im Bereich der patentgeschützten Arzneimittel“, fordert Jens Baas. Vorstandsvorsitzender der TK.

Patentarzneimittel als Kostentreiber

2024 betrugen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen nach Zahlen der TK für Arzneimittel mehr als 55 Milliarden Euro und damit mehr als jemals zuvor. Vor allem neue Patentarzneimittel trieben die Kosten in die Höhe. Obwohl sie nur knapp sieben Prozent der abgegebenen Packungen ausmachten, verursachten sie mehr als die Hälfte der Ausgaben. Ein Beispiel: Das neue Demenz-Therapeutikum Leqembi verursache pro Patient Jahrestherapiekosten von mehr als 40.000 Euro.

Um Einsparungen zu ermöglichen, schlägt die Krankenkasse drei staatliche Maßnahmen vor: Zum einen fordert sie ein Absenken der Umsatzsteuer auf Arzneimittel von 19 auf sieben Prozent. Zudem empfiehlt die Kasse eine Erhöhung des Herstellerabschlags für Patentarzneimittel auf 17 Prozent. Darüber hinaus sollten sogenannte Fokuslisten eingeführt werden, aus denen Krankenkassen unter vergleichbaren Arzneimitteln eine wirtschaftliche Auswahl treffen könnten.

Auf Seiten der Arzneimittelhersteller sieht man die Kassenberechnung kritisch: Die Ausgaben stiegen vor allem wegen des Mehrverbrauchs.