Neue Copsy-StudiePsychische Belastung für Kinder durch Corona weiter hoch

Ein Kind langweilt während der Quarantäne (Symbolbild).
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Ein ganz anderer Schulalltag, eingeschränkte Freizeitmöglichkeiten, ständige Ungewissheit, was als nächstes kommt – Corona hat das Leben von Kindern und Jugendlichen stark verändert. Die Belastung in der Corona-Pandemie hat für viele von ihnen psychosomatische Folgen – das ist das Ergebnis der dritten Befragung aus dem Herbst 2021 der sogenannten Copsy-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), die am Mittwoch präsentiert wurde. Allerdings gibt es auch positive Trends.
Laut Copsy-Studie, die ihren Namen dem Forschungsgebiet verdankt (Corona und Psyche), empfinden etwa ein Drittel der Befragten 7- bis 17-Jährigen weniger Lebensqualität, das entspricht einem Anstieg um rund 13 Prozent im Vergleich zu den vor Corona erfassten Daten. Der Vergleich zu den ersten beiden Befragungen der Copsy-Studie zeigt aber auch, dass sich das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Jungen und Mädchen im Vergleich zu Befragungen vor dem Sommer 2020 und um die Jahreswende 2020/21 während der Pandemie verbessert hat.
Leichter Rückgang bei depressiven Symptomen
Die Forscher stellten laut Studie weniger psychische Auffälligkeiten fest als bei den beiden ersten Befragungen. Insbesondere Ängstlichkeit und depressive Symptome gingen leicht zurück. Es waren mit 29 Prozent aber immer noch etwa 10 Prozentpunkte mehr als vor der Pandemie. Betroffen seien vor allem Kinder aus sozial benachteiligten Familien.„Das wichtigste Ergebnis ist, dass sich Wohlbefinden, Lebensqualität und psychische Gesundheit während der Pandemie deutlich gegenüber der Zeit vorher verschlechtert haben“, kommentierte Ulrike Ravens-Sieberer, die Leiterin der Studie, ihre Ergebnisse. Gleichzeitig betonte sie, dass „die meisten Kinder und Jugendlichen die Krise vermutlich gut überstehen“ würden, vor allem jene aus stabilen Familienverhältnissen. Trotz dieser leichten Verbesserungen sind die psychischen Belastungen laut Studie aber immer noch hoch: Acht von zehn Kindern und Jugendlichen fühlen sich nach wie vor durch die Coronapandemie belastet, das resultiert unter anderem in Einschlafproblemen, Kopf- oder Bauchschmerzen.
Die Daten der Studie beziehen sich auf den Befragungszeitraum im Herbst 2021, bilden also die seelische Verfassung mit einigen Monaten Verzögerung ab. Damals bestand noch die Hoffnung, dass mit Impfungen bald ein Ende der Coronamaßnahmen herbeizuführen sei. Dann aber kam Omikron – und gleichzeitig die Gewissheit, dass uns die Pandemie noch lange begleiten wird. Auf die Frage, wie sich 7- bis 17-Jährige aktuell fühlen, kann die Studie also keine Antworten geben.
1100 Kinder und Jugendliche und 1600 Eltern teilgenommen
Die Copsy-Studie, durchgeführt von Forschenden des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf (UKE), untersucht die Folgen und Auswirkungen der COVID-19-Pandemie auf die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen. Aus den Ergebnissen sollen Empfehlungen und Strategien für Präventions- und Interventionsansätze abgeleitet werden, die die psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen während der COVID-19-Pandemie fördern.
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Von Mitte September bis Mitte Oktober 2021 nahmen mehr als 1100 Mädchen und Jungen sowie mehr als 1600 Eltern mittels Online-Fragebogen teil. 75 Prozent von ihnen waren bereits bei den ersten beiden Befragungen dabei. Im Vergleich zu den Mitteilungen zu den früheren Befragungen wurden die am Mittwoch veröffentlichten Zahlen laut UKE internationalen Publikations-Richtlinien angepasst. (pst)

