Tampon, Tasse oder Schwamm? Frauenärzte klären über Risiken und Mythen bei Periodenprodukten auf.
Fakten-Check zur PeriodeWas bei Tasse, Tampon und Co. wirklich zu beachten ist

Vielfalt der Menstruationsprodukte: von Tampons über Menstruationstassen bis hin zu Periodenunterwäsche. Jede sollte das Produkt wählen, das am besten zu ihr passt.
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Sind Meeresschwämme eine umweltfreundliche Option für die Menstruation? Enthalten Tampons schädliche Substanzen? Und welcher Zusammenhang besteht zwischen Menstruationstassen und Spiralen? Im Kontext der weiblichen Regelblutung gibt es zahlreiche Mythen. Der Berufsverband der Frauenärztinnen und Frauenärzte (BVF) betont, dass grundsätzlich „jede Frau und jedes Mädchen das Periodenprodukt wählen, mit dem sie sich am wohlsten fühlt“. Anlässlich des Welttages der Menstruationshygiene am 28. Mai stellt der Fachverband die häufigsten Irrtümer richtig.
TSS: Risiko nicht nur bei Tampons
Zu den Anzeichen eines toxischen Schocksyndroms (TSS) gehören plötzliches Fieber, Kopfschmerzen sowie ein Abfall des Blutdrucks, der sich durch Schwindel äußern kann. Die Annahme, TSS stehe ausschließlich im Zusammenhang mit Tampons, ist ein verbreiteter Irrtum. Diese bakterielle Infektion kann ebenso bei der Verwendung von Menstruationstassen oder -schwämmchen vorkommen.
Zur Minimierung des TSS-Risikos ist es wichtig, Artikel wie Binden und Tampons regelmäßig mit sauberen Händen auszutauschen. Wiederverwendbare Hilfsmittel, darunter Menstruationskappen oder spezielle Unterwäsche, erfordern zudem eine sorgfältige Reinigung durch Ausspülen und Abkochen beziehungsweise eine Wäsche bei hoher Temperatur.
Entwarnung: Keine Pestizide in Tampons erwartet
Meldungen über potenziell schädliche Substanzen in Tampons führen wiederholt zu Beunruhigung. Gesundheitliche Risiken durch Schwermetalle oder Pestizide sind bei der Verwendung von Tampons allerdings unwahrscheinlich. In einer Einschätzung gibt das „Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)“ Entwarnung.
Menstruationstasse und Spirale: Vorsicht bei der Anwendung
Als umweltfreundliche und langfristig günstige Option wird die Menstruationskappe angesehen. Anwenderinnen, die mit einer Spirale verhüten, ist jedoch zur Vorsicht geraten: Der durch die Kappe erzeugte Unterdruck kann in Ausnahmefällen die Position der Spirale verändern oder diese sogar entfernen. Eine Rücksprache mit der Gynäkologin oder dem Gynäkologen wird hier empfohlen.
Periodenunterwäsche: Auf Biozide achten
Periodenslips mit mehreren Schichten stellen eine funktionale und umweltschonende Lösung dar, doch beim Erwerb ist ein Blick auf die Inhaltsstoffe ratsam. Einige Produkte verwenden in der absorbierenden Lage Biozide wie Silberchlorid, um Geruchsbildung zu unterbinden, wobei mögliche gesundheitliche Folgen laut Fachleuten noch nicht vollständig erforscht sind. Das BfR rät für diese Slips grundsätzlich zu einer Wäsche bei 60 Grad, auch wenn das Material dadurch beschädigt werden kann. Erst diese Temperatur tötet alle Bakterien zuverlässig ab.
Naturschwämme sind aus medizinischer Sicht nicht zu empfehlen
Obwohl Meeresschwämme zuweilen als umweltfreundliche Menstruationsartikel vermarktet werden, wird von ihrer Nutzung aus ärztlicher Perspektive abgeraten. Die Schwierigkeit besteht in ihrer hochporösen Beschaffenheit, welche eine verlässliche und keimfreie Säuberung verhindert. Wer eine Alternative zu gängigen Tampons sucht, sollte besser Soft-Tampons in Betracht ziehen. Diese gelten gegenüber Naturschwämmen als die hygienischere Einweg-Option. (dpa/red)
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