Für Diabetiker ist Barfußlaufen im Sommer gefährlich. Wegen Nervenschäden und schlechter Wundheilung drohen ernste Folgen.
Gefahr für DiabetikerWarum Barfußlaufen im Sommer lebensgefährlich sein kann

Freiluft für die Füße - aber mit Vorsicht: Selbst kleine Verletzungen an den Füßen können sich bei Diabetes mellitus oft nur sehr langsam schließen und zu Komplikationen führen.
Copyright: Sebastian Kahnert/dpa/dpa-tmn
An Orten wie dem Schwimmbad, am Strand oder im Garten ist es bei Hitze verlockend, ohne Schuhe zu sein. Für Personen mit Diabetes mellitus ist dies jedoch nicht ratsam. Die Deutsche Gesellschaft für Gefäßchirurgie und Gefäßmedizin (DGG) warnt davor, da schon geringfügige Blessuren ernste Konsequenzen nach sich ziehen können.
Das Gehen ohne Schuhe birgt für Diabetiker aus zwei wesentlichen Gründen ein Risiko. Einerseits entwickelt circa die Hälfte der Patienten eine diabetische Neuropathie, wodurch das Schmerzempfinden an den Füßen stark reduziert ist oder komplett fehlt. Wenn sie auf erhitzten Asphalt, in Scherben oder auf Muscheln treten, wird die Verletzung eventuell zu spät bemerkt.
Gefahr durch Nervenschäden und mangelhafte Heilung
Andererseits weisen Menschen mit Diabetes eine erhöhte Anfälligkeit für die periphere arterielle Verschlusskrankheit auf. Dies ist eine Störung der Blutzirkulation, die eine normale Wundheilung stark beeinträchtigt.
„Treffen Nervenschädigung und Durchblutungsstörung aufeinander, kann sich am Fuß aus einer kleinen Verletzung schnell eine chronische Wunde entwickeln, ein Ulkus“, erläutert Professor Farzin Adili von der DGG. Diese Komplikation, auch als diabetischer Fuß bekannt, kann lebensgefährlich werden. Laut Statistik versterben 30 Prozent der Patienten mit einem diabetischen Fußulkus innerhalb eines Fünfjahreszeitraums.
Korrektes Schuhwerk und tägliche Inspektion sind wesentlich
Die DGG empfiehlt Diabetikern aus diesem Grund, zum Schutz der Füße auch in der warmen Jahreszeit immer Schuhe zu tragen. „Nur geeignetes Schuhwerk mit fester Sohle und genügend Platz, aus weichem Material und ohne Innennähte schützt ausreichend vor mechanischen Verletzungen, Fremdkörpern und Hitzeschäden“, erklärt Prof. Adili. Socken oder Hausschuhe mit dünner Sohle bieten keinen ausreichenden Schutz.
Darüber hinaus ist eine tägliche Inspektion der Füße empfehlenswert. „Rötungen, Blasen, Druckstellen, Einrisse oder Schwellungen, Geruch und Sekrete sollten immer ernst genommen und rasch ärztlich abgeklärt werden“, rät der Professor. Bei Wunden, die schlecht heilen, sollten Betroffene außerdem abklären lassen, ob eine Störung der Durchblutung besteht, denn eine zeitnahe Diagnose kann die Heilungsaussichten signifikant verbessern. (dpa/red)
Dieser Inhalt wurde mit Hilfe von KI erstellt.